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Rose Lokonyen Nathike carries the flag of Refugee Olympic Team during the opening ceremony for the 2016 Summer Olympics in Rio de Janeiro, Brazil, Aug. 5, 2016.
David J. Phillip/AP
Citizenship

Das Flüchtlingsteam ist bei Olympia 2020 in Tokio wieder dabei

Warum das wichtig ist
Die Welt erlebt in diesen Jahren die größte Flüchtlingskrise in der Geschichte und die Olympischen Spielen sind die perfekte Gelegenheit, die Welt darauf aufmerksam zu machen. Werde auch du aktiv und setze dich für eine gerechtere Welt ein.

Bald ist wieder Mitfiebern angesagt, denn die Olympischen Sommerspiele stehen vor der Tür. Und wenn auch du dich für kein Land entscheiden kannst, dann drück doch diesem ganz besonderen Team die Daumen: Einem Team aus Geflüchteten.

Bei den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio wird erneut ein Team aus Flüchtlingen an den Start gehen, teilte das Internationale Olympische Komitee (IOK) Ende Oktober bei seiner Versammlung im Oktober in Buenos Aires mit.

“In einer idealen Welt bräuchten wir kein Flüchtlingsteam bei den Olympischen Spielen”, erklärte Thomas Bach, Präsident des IOK, in einer Pressemitteilung. “Aber leider dauert die Situation, wegen der wir das Flüchtlingsteam vor den Spielen in Rio ins Leben gerufen haben, weiter an.”

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“Wir werden unser Bestes tun, die Athleten, gemeinsam mit den anderen Teilnehmern aus 206 Ländern, im Olympischen Dorf in Tokio willkommen zu heißen, ihnen ein Zuhause und eine Flagge zu geben. Dies ist die Fortsetzung einer aufregenden, menschlichen und olympischen Reise und ein Zeichen an die Flüchtlinge, dass sie nicht vergessen werden”, fügte er hinzu.

"Für die Sommerspiele in Rio 2016 standen wir unter sehr hohem Zeitdruck", berichtete Bach.

In Rio ging noch ein relativ kleines Team an den Start. Zehn Athleten aus Äthiopien, dem Südsudan, Syrien und der Demokratischen Republik Kongo starteten in den Kategorien Laufen, Schwimmen und Judo. Mit dabei waren damals auch die in Berlin lebende Schwimmerin Yusra Mardini aus Syrien und der Sprinter James Nyang Chiengjiek aus dem Südsudan.

AP_835881804846_yusra-mardini.jpgImage: AP Photo/Michael Sohn, File

Für die Sommerspiele in Tokio hat das IOK bereits eine Gruppe von 50 potentiellen Athleten im Auge. Über die endgültige Größe oder Zusammensetzung des Flüchtingsteams, könne aber noch nichts gesagt werden, so Bach.

"Dieses Mal haben wir zwei Jahre Zeit. Wir haben bereits Vorkehrungen getroffen und unterstützen aktuell etwa 51 oder 52 Athleten. Die Gruppe kann bis zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio natürlich noch wachsen", erklärte Bach weiter.

Die Zahl der Menschen, die vor Krieg, Konflikten und Verfolgung fliehen, war noch nie so hoch wie in diesem Jahr. Ende 2017 waren laut Angaben des UN-Flüchtlingswerks (UNHCR) rund 68,5 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Syrien ist nach wie vor das größte Herkunftsland von Flüchtlingen, aber auch in vielen anderen Ländern wie Afghanistan, Irak, Somalia, dem Südsudan und Myanmar zwingen Konflikte und Hunger viele Millionen Menschen zur Flucht.

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Theoretisch gesehen dürfte es also nicht schwer sein, Athleten für die Olympiamannschaft zu finden. Flüchtlinge leben jedoch meistens an Orten, an denen sowohl sportliche Einträge als auch Ressourcen knapp sind. Das erschwert die Suche nach vielversprechenden Athleten erheblich.

"Sport kann dabei helfen, Flüchtlinge in ihren Gastländern zu integrieren", sagte Bach. Er verbindet Menschen über alle Grenzen hinweg. In Zusammenarbeit mit UNHCR, unterstützt das IOK Sportprogramme in Flüchtlingslagern, zumal Sport auch als eine Art Therapie für traumatisierte Menschen dienen kann.

Das IOK setzt mit der Gründung des Flüchtlingsteams "ein Zeichen der Hoffnung für flüchtende Sportler auf der ganzen Welt. Wir wollen damit auf die Flüchtlingskrise aufmerksam machen und dazu beitragen, dass sie nicht in Vergessenheit gerät”, betonte Bach.  

"Unser Ziel ist es, dass wir dieses Flüchtlingsteam irgendwann nicht mehr braucht.”