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Umberto De Peppo Cocco/ Flickr
Umweltschutz

Überall Müll und menschliche Fäkalien – der Mount Everest verkommt zur höchsten Müllhalde der Welt

Warum das wichtig ist
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Etwa 700 Bergsteiger, Wanderführer und Gepäckträger haben in diesem Jahr die höchste Gebirgskette der Erde – den Mount Everest im Himalaya – bestiegen.

Aber diese hohe Zahl ist nicht der einzige Rekord, den die wanderfreudigen Abenteurer aufgestellt haben – die Spur an Müll und der dadurch entstandene Schaden, den sie zurückgelassen haben, ist es leider auch.

Denn ihre verlassenen Zelte, menschlicher Unrat und andere in der Natur zurückgelassene Gegenstände verschmutzen inzwischen sogar die Trinkwasserquellen der nepalesischen Gemeinden vor Ort.

South Col ist mit über 8000 Metern über dem Meeresspiegel das am höchsten gelegene Zeltlager am Mount Everest. Zurückgelasse Sauerstoffbehälter, Essensvorräte und Kletterseile sind hier keine Seltenheit, da Wanderer vor ihrem Abstieg versuchen, möglichst viel Ballast loszuwerden. Allein hier haben die im Himalaya Gebirge lebenden Sherpas im Rahmen einer Aufräumaktion der Regierung zahlreiche Zelte und anderen Müll eingesammelt.

Das berichtete Dawan Steven Sherpa, der eine ähnliche Aufräumaktion für die Zeltlager am Mount Everest im vergangenen Monat organisierte, gegenüber dem Evening Standard.

Starke Winde tragen jedoch dazu bei, dass der Müll sich über das gesamte Gebiet verteilt, für dessen Erhalt und Sauberkeit sich die Sherpas schon seit über 12 Jahren einsetzen.

Zudem haben es sich einige Wanderer zur Angewohnheit gemacht, für ihre Notdurft Löcher in den Schnee zu buddeln und die Natur als Freilufttoilette zu nutzen, anstatt auf die bereitgestellten Toiletten in den Basislagern zurückzugreifen. Dieser menschliche Unrat zieht seine Spuren teilweise bis zu den Zeltlagern am Fuße des Berges und verschmutzt die Wasserquellen der Gemeinden.

Denn die dort lebenden Menschen nutzen das Schmelzwasser oft als Trinkwasser. Durch die Verunreinigungen haben sie nun Angst, es weiterhin zu verwenden. Die Verschmutzungen, die die Bergsteiger verursachen, hinterlassen zudem saure Böden.

Für die Sherpas und die nepalesischen Einwohner*innen ist der Mount Everest, den sie auch “Sagarmatha” oder “Wassergott“ nennen, heilig.

“Der Everest ist unser Gott und es ist sehr traurig, unseren Gott so schmutzig zu sehen. Wie können es Menschen wagen, ihren Müll an so einem heiligen Ort zu hinterlassen?“, sagte Nima Doma gegenüber dem Evening Standard.

Aber es ist nicht nur das schwierige Gelände, das Bergsteiger dazu bringt, ihre Mitbringsel und Abfälle bei ihren Wanderungen zurückzulassen.

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“Das Problem ist, dass es keine Vorschriften für die Entsorgung von menschlichem Unrat gibt. Einige Wanderer verwenden biologisch-abbaubare Beutel, die über Enzyme menschliche Stoffe zersetzen können, aber leider tun das nicht alle“, sagte Ang Dorjee, die das unabhängige Everest Pollution Control Committee leitet, dem Evening Standard.

Nach Dorjees Einschätzung sind biologisch-abbaubare Tüten aktuell die beste Option für Wanderer und Umwelt. Doch leider sind diese Beutel recht teuer und müssen aus den USA importiert werden.

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Die Sherpas, die an der Aufräumaktion teilnahmen, schätzen, dass sie rund 8000 Kilo menschliche Abfälle allein in der vergangenen Saison entfernen mussten. Weiterhin berichten sie, in diesem Jahr bereits 30 Zelte und über 5000 Kilo Müll in South Col eingesammelt zu haben. Und das wird noch nicht alles gewesen zu sein. Wenn der Schnee schmilzt, wird das wahre Ausmaß der Verschmutzung zum Vorschein treten.

Das Everest Pollution Control Committee und andere Umweltverbände fordern die Regierung Nepals auf, Regeln aufzustellen, um das Gebiet sauber zu halten.

Momentan arbeitet die Regierung an einem System, um die Ausrüstung der Bergsteiger zu markieren. Das soll die Zuweisung hinterlassener Gegenstände ermöglichen. Menschen, die den Mount Everest erklimmen möchten, könnten bald eine Kaution von über 4,000 US-Dollar (ca. 3550 Euro) vor Aufstieg zahlen – mit dem Risiko, bei Verlust der jeweiligen Ausrüstung den Betrag nicht zurückbekommen.