Warschau / Berlin (09. April 2022) – Der von der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, und dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau in Zusammenarbeit mit Global Citizen einberufene Gebergipfel "Stand Up for Ukraine" zielte darauf ab, Milliarden zu mobilisieren, um die mehr als 4,4 Millionen Geflüchteten aus sowie die 6,5 Millionen Binnenvertriebenen in der Ukraine und Geflüchtete weltweit zu unterstützen. Der Gipfel fand unter Beteiligung des polnischen Präsidenten Andrzej Duda in Warschau statt.

Global Citizen hatte im Vorfeld mit der dazugehörigen Kampagne Regierungen und Unternehmen aufgefordert, neue Zusagen für humanitäre Hilfe zu machen – zusätzlich zu bestehenden Budgets für Entwicklungszusammenarbeit. Diesem Aufruf folgten neben der Europäischen Kommission, weiterer europäischer Organisationen, insgesamt 36 Länder weltweit sowie 17 global agierende Unternehmen.

Bundeskanzler Olaf Scholz beteiligte sich virtuell an dem Gipfel und betonte in einem Video die Zusagen, die Deutschland schon zuletzt zur Unterstützung Geflüchteter angekündigt hatte: 425 Millionen Euro für humanitäre Hilfe und 70 Millionen Euro für medizinische Güter.

Die Kampagne “Stand Up For Ukraine” gipfelte am gestrigen Freitag in einer Social Media-Aktion, bei dem sich über 130 internationale Stars und Aktivist*innen sowie tausende Global Citizens weltweit beteiligten. In Beiträgen auf Instagram und Twitter forderten sie Regierungen weltweit auf, Gelder zu mobilisieren. Mit dabei waren unter anderem Katy Perry, Celine Dion, Måneskin, Bruce Springsteen, Elton John und viele mehr. Aus Deutschland nahmen unter anderem Herbert Grönemeyer, Lena Meyer-Landrut, Sarah Connor sowie die Bands Silbermond und Pur teil.

Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, sagte: “Die Ukraine kämpft nicht nur um ihre Souveränität und Integrität, sondern es geht auch um die Frage, ob die Menschlichkeit siegen oder die abscheulichen Zerstörungen die Folge sein werden. Wir wollen weltweit Menschen mobilisieren, die sich für die Geflüchteten einzusetzen, innerhalb und außerhalb der Ukraine, um sie zu unterstützen.”

Kanadas Premierminister Justin Trudeau wandte sich an Aktivist*innen weltweit: “Deine Stimme, Spenden und Aktivismus machen einen Unterschied. Du hilfst dabei, Nahrungsmittel, Wasser, Unterkünfte und medizinische Versorgung für Geflüchtete sicherzustellen, die aus ihrem Zuhause fliehen mussten – vielen Dank. Lasst uns gemeinsam weiter daran arbeiten, Regierungen, Privatunternehmen und die Menschen auf der ganzen Welt zu mobilisieren, um Geflüchtete aus der Ukraine und alle Ukrainer*innen zu unterstützen." Er fügte hinzu: "Jeder verdient es, in Sicherheit leben zu können. Lasst uns alle weiterhin für die Ukraine eintreten!”

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj richtete sich mit einem Appell an Bürger*innen weltweit: "Überzeugen Sie Ihre Politiker*innen. Unterstützen Sie die Ukraine weiterhin. Setzen Sie sich weiterhin für die Freiheit ein. Bleiben Sie tapfer."


Zum Rechenschaftsprozess von Global Citizen und zur Bereitstellung und Auszahlung der Mittel

Global Citizen setzt sich dafür ein, dass alle Zusagen, die im Rahmen von "Stand Up for Ukraine" gemacht wurden, für humanitäre Hilfe in der Ukraine und den Nachbarländern verwendet werden. Besonders wichtig ist uns dabei, dass die Verteilung der Gelder unabhängig von Nationalität der potenziellen Empfänger*innen der Gelder in der Krisenregion verteilt werden. Angesichts der sich dynamisch entwickelnden Situation arbeiten wir kontinuierlich daran, dass dieses Kriterium jetzt und in den kommenden Monaten erfüllt wird.

Auf dem Gipfel "Stand Up For Ukraine" wurde eine Kombination von Zusagen gemacht, darunter Mittel für ukrainische Behörden, UN-Organisationen, Grassroots-Organisationen, Kosten für die Integration von Geflüchteten sowie eine Reihe von Krediten. So haben EU-Mitgliedstaaten Mittel für die Aufnahme von Geflüchteten, die Bereitstellung von Unterkünften, Zugang zur Gesundheitsversorgung und Bildung bereitgestellt. Die Auszahlung und die endgültige Höhe der Mittel hängen von der Anzahl der Geflüchteten ab, die sich in den jeweiligen Ländern neu ansiedeln.

Während die Bewältigung der humanitären Krise in der Ukraine angesichts der dramatischen Lange von höchster Priorität ist, darf diese jedoch nicht zu Kürzungen bestehender Programme und Gelder für Entwicklungszusammenarbeit führen. Vor dem Hintergrund multipler globaler Krisen wie der Klimakrise, wachsender Ungleichheit und der steigenden Zahl von Menschen in extremer Armut ist es wichtiger denn je, dass Regierungen die Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit, einschließlich humanitärer Hilfe, jetzt deutlich erhöhen.

Neue Zusagen von Regierungen und der Europäischen Kommission für die Ukraine und Geflüchtete in Europa:  

  • Europäischen Kommission - 1 Milliarde Euro
  • Kanada - 72 Millionen Euro
  • Belgien - 813 Millionen Euro
  • Kroatien - 100 Millionen Euro
  • Tschechien - 200 Millionen Euro
  • Estland - 100.000 Euro
  • Finnland - 700 Millionen Euro
  • Irland - 53 Millionen Euro
  • Italien - 360 Millionen Euro
  • Malta - 50.000 Euro
  • Slowakei - 535 Millionen Euro
  • Schweden - 300 Millionen Euro
  • Katar - 4,4 ​​Millionen Euro 

Ankündigungen von Krediten

  • Entwicklungsbank des Europarats - Darlehen in Höhe von 1 Milliarde Euro
  • Europäische Investitionsbank - 4 Milliarden Euro an Darlehen, die noch vom Verwaltungsrat der Bank genehmigt werden müssen

Darüber hinaus bestätigte die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, dass 1 Milliarde Euro eines zuvor angekündigten Pakets von 2 Milliarden Euro speziell für Projekte in den von der Krise betroffenen Kommunen bereitstellen wird.

Neue Zusagen von Unternehmen: 

  • Blue Bottle Coffee
  • Bridgewater Associates
  • Cisco
  • The Coca-Cola Company
  • Continental Development Corporation
  • Crush Music 
  • CSL Behring
  • DocuSign
  • Farmamundi Foundation
  • Google
  • Nestlé
  • Nespresso
  • Twitter
  • Verizon
  • The Foundation at Sanofi
  • Seadream Family Foundation
  • Sun Life

Weitere Zusagen: Im Rahmen des "Stand Up for Ukraine"-Gipfels wiesen viele Regierungen auf die humanitäre Hilfe hin, die sie der Ukraine und den Nachbarländern bereits geleistet haben.

Zu diesen Regierungen, die ihre früheren humanitären Zusagen wiederholten, gehörten: Australien, Österreich, Bahrain, Bulgarien, Zypern, Dänemark, Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Island, Japan, Kosovo, Kuwait, Lettland, Litauen, Luxemburg, Mexiko, Norwegen, Rumänien, Slowenien, Spanien, Schweiz, Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten von Amerika.

Liste beteiligter Künstler*innen der Kampagne

Abel “The Weeknd” Tesfaye, Adam Durica, Adam Lambert, Aitana, Alanis Morissette, Alejandro Sanz, Alexandra Stan, Alex Len of the Sacramento Kings, Angélique Kidjo, Annie Lennox, Antykila, Arlo Parks, Ashlee Simpson, Au/Ra, Axelle Red, Barenaked Ladies, Bastille, Becky Lynch, Bevy Smith, Billie Eilish, Billy Joel, Billy Porter, Bridget Moynahan, Bruce Springsteen, Carole King, Celine Dion, Chris Isaak, Chris Rock, Chris Tomlin, Christine and the Queens, Connie Britton, Dave Matthews, Daymond John, Demi Lovato, Dora Jar, Drew McIntyre, Dylan Dunlap, Ellen DeGeneres, Ellie Goulding, Elton John und David Furnish, Evan Ross, Fall Out Boy, Finn Bälor, FINNEAS, Garth Brooks und Trisha Yearwood, Gelila Assefa Puck, Gloria Steinem, Green Day, Herbert Grönemeyer, Hozier, Hugh Jackman und Deborra-lee Furness, Igo, Isha Sesay, Jamala, Jesse McCartney, Jon Batiste, Jon Bon Jovi, Jonas Brothers, Juanes, Julian Lennon, KD Lang, Kacey Musgraves, Kalush, Katy Perry, Kesha, Lennon Stella, Leon Bridges, Little Big, Lena Meyer-Landruth, Lola Lennox, Luis Fonsi, Luke Combs, Madonna, MÅNESKIN, Masha Efrosinina, Max Kilman, Metallica, Michael Blackson, Miley Cyrus, Mirai, Miyavi, Nicky Jam, Nigel Barker, Nikolaj Coster-Waldau, Noah Cyrus, Nuno Bettencourt, Ozzy Osbourne, Padma Lakshmi, Panic! At The Disco, Pearl Jam, Pharrell Williams, Priyanka Chopra Jonas, Pur, Rachel Brosnahan, Radiohead, Red Hot Chili Peppers, Rita Ora, Rufus Wainwright, Ryan Tedder, Sarah Connor, Sarsa, Shaquille O’Neal, Seth ‘Freakin’ Rollins, Silbermond, SOFI TUKKER, Stevie Nicks, Stevie Wonder, Sviatoslav “Svi” Mykhailiuk of the Toronto Raptors, Tame Impala, Third Eye Blind, Trisha Yearwood, U2, Ukulele U, Usher, Vitaly Potapenko von den Memphis Grizzlies, Vito Bambino, Weezer, Within Temptation, Young Leosia, Zucchero, 5 Seconds of Summer, die NBA, NBPA und WWE. 

Weitere Informationen zur Kampagne und dem Gipfel “Stand Up For Ukraine” unter www.forukraine.com und @GlblCtznDE auf Twitter, Facebook und Instagram. Zusätzliche Informationen stellt unser Social Toolkit bereit.


ÜBER GLOBAL CITIZEN: 

Global Citizen ist eine globale Bewegung engagierter Menschen, die gemeinsam ihre Stimmen nutzen, um extreme Armut jetzt und überall zu beenden. Global Citizen bietet hierzu Informationen rund um Kernthemen wie Ernährungssicherheit, Gleichberechtigung, Bildung, Umweltschutz und globale Gesundheit – und die Möglichkeit, sich gemeinsam für die Themen einzusetzen, die einem am Herzen liegen. Auf diesen Wegen mobilisiert Global Citizen eine große Community von Global Citizens, die zusammen Entscheidungsträger*innen aus Politik und Wirtschaft zum Handeln auffordert und finanzielle und politische Zusagen für die Global Goals der Vereinten Nationen einfordert. Darüber hinaus unterstützt Global Citizen die Global Goals mit einzigartigen Event- und Aktionsformaten, wie den Global Citizen Festivals, für die Tickets nicht erwerblich sind, sondern durch politisches und soziales Engagement verdient werden. Seit Global Citizen im Jahr 2009 mit der Kampagnenarbeit begann, sind Global Citizens mehr als 28 Millionen Mal aktiv geworden. 
www.globalcitizen.org.

Kontakt Global Citizen:
Rick Nagelschmidt, presse@globalcitizen.org

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