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Bullit Marquez/AP
Gesundheit

Präsident der Philippinen rät Männern, keine Kondome zu nutzen – obwohl HIV-Rate um 3.000% stieg

3.000 Prozent.

Diese Zahl muss man erst einmal wirken lassen.

Um so viel ist die Infektionsrate von HIV in den Philippinen in den vergangenen zehn Jahren gestiegen, obwohl die weltweite HIV-Rate in der gleichen Zeit bemerkenswert gesunken ist.

Zwischen 2015 und 2016 etwa sank die Zahl der HIV-Neuinfektionen weltweit von 2,1 Millionen auf 1,8 Millionen. Doch nicht überall gibt es Fortschritte: Auf den Philippinen stieg die Zahl der Neuinfektionen – von 9.264 im Jahr 2016 auf 11.103 Fälle im Jahr 2017. Und das ist nur das aktuellste Beispiel einer seit Jahren anhaltenden Abwärtsspirale, berichtet Al Jazeera und beruht sich auf Daten der philippinischen Gesundheitsbehörde.

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Seit 2007 gab es auf den Philippinen einen Anstieg von 3.147 Prozent – laut der Vereinten Nationen die schnellste Ausbreitung von HIV in der asiatisch-pazifischen Region.

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Die Frage ist also: Was läuft auf den Philippinen anders, als im Rest der Welt, der die Krankheit erfolgreich eindämmt?

Ein wesentlicher Faktor ist laut Gesundheitsexperten das Verhalten von Präsident Rodrigo Duterte, der Männer geradezu ermutigt ohne Kondome Sex zu haben. Duterte sagte im Februar, dass Bürger auf Kondome verzichten sollen, weil sie nicht „befriedigend sind“.

Wörtlich sagte er: „Ich mache keine Witze. Folgen Sie einfach dem Regierungsprogramm [zur reproduktiven Gesundheit]. Wir bieten die Pille kostenlos an, aber vermeiden Sie Kondome, denn das ist nicht befriedigend", sagte er.

Der Tageszeitung The Miami Herald zufolge nahm Duterte zum Vergleich ein verpacktes Bonbon in den Mund. „Hier, versuch diesen zu essen, ohne ihn auszupacken", sagte er. „Iss den. Genau so ist es mit einem Kondom."

Mehr als 95 Prozent der HIV-Neuinfektionen auf den Philippinen betrafen die Übertragung von Männern, was laut Al Jazeera durch die Nutzung von Kondomen verhindert werden könnte.  

Carlos Conde, ein Vertreter von Human Rights Watch, sagte Al Jazeera, dass Duterte „sinnvolle Maßnahmen" auf politischer Ebene ergreifen sollte, wie zum Beispiel den Zugang zu Kondomen zu erleichtern.

Da HIV eine sexuell übertragbare Krankheit ist, kann die Verwendung von Kondomen dazu beitragen, die Verbreitung der Infektionskrankheit zu verhindern.

Carlos Conde und andere Aktivisten haben Duterte dazu ermutigt, die Verwendung von Kondomen als eine Methode zur Verringerung neuer HIV-Fälle in dem Land zu fördern. Es bleibt zu hoffen, dass der Präsident den Ratschlägen folgt und seine Bonbon-Theorie noch einmal überdenkt.