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5 friedliche Proteste, die die Welt verändert haben

Warum das wichtig ist
Alle Rechte, die Menschen heute innehalten, sind das Resultat von Kämpfen, die andere in der Vergangenheit ausgetragen haben. Jene Proteste zeigen uns, wo wir heute stehen und wo wir in Zukunft stehen möchten. Sie sind der Beweis dafür, dass jede Stimme und jede noch so kleine Geste eine enorme Wirkung entfalten kann. Schließ dich unserer Bewegung an und werde hier mit uns aktiv.

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Die Geschichte friedlicher Proteste ist lang und zeigt, dass gewaltfreie Bewegungen zu wichtigen systemischen Veränderungen führen können. Gerade in unsicheren, bewegten Zeiten können diese Wendepunkte eine wichtige Orientierung für aktuelle Debatten sein.

Folgende fünf friedliche Proteste sind einige dieser Kämpfe, die Menschen durch ihr gemeinsames Aufbegehren für die Chancengleichheit, Freiheit und Gleichberechtigung entscheiden konnten.

Der Salzmarsch – initiiert von Mahatma Gandhi

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Bis 1930 war es der Bevölkerung Indiens per Gesetz untersagt, in ihrem eigenen Land Salz zu sammeln oder zu verkaufen. Dieses Recht war ausschließlich den Briten vorbehalten, die hohe Steuern auf das weiße Gold verhängten. Das änderte sich mit dem Salzmarsch im Jahr 1930, initiiert von Mahatma Gandhi. Ziel war es, das Salzmonopol der britischen Besatzung aufzulösen und die Unabhängigkeit Indiens voranzutreiben.

Der Salzmarsch fand während des Übergangs der Trocken- zur Regenzeit statt. Mit 78 Menschen machte sich Gandhi am 2. März 1930 von seinem Wohnort auf den Weg zum Arabischen Meer. Über 385 Kilometer legten sie gemeinsam zurück, insgesamt dauerte ihr Marsch 24 Tage. Am Ziel angekommen, sammelten sie eine Handvoll Salz aus dem Meer.

Diese symbolische Geste blieb nicht ohne Folge. Mit dem Salzmarsch regte sich der Widerstand. Immer mehr Menschen begannen, ihr eigenes Salz aufzufangen. 17 Jahre später erklärte Indien seine Unabhängigkeit von Großbritannien.

Gewaltfreiheit ist eine starke aktive Kraft, wenn sie richtig aufgefasst und umgesetzt wird. – Mahatma Gandhi

Die Suffragetten-Parade

Die Aussage “Freiheit einzufordern ist kein Verbrechen” ist heute so aktuell wie damals. Bei den friedlichen Protesten der Suffragetten-Parade von 1913 sprachen sich über 5.000 mutige Frauen für ihr Recht auf politische Teilhabe aus. Ihre Stimmen legten die Grundlage für die Einführung des Frauenwahlrechts in den USA und sind der Beweis, das friedliche Bewegungen die Macht haben, Systeme zu verändern.

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Wir sind hier, nicht weil wir Gesetze brechen wollen, sondern weil wir Gesetze mitgestalten wollen. – Emmeline Pankhurst

Der Delano-Traubenstreik

Der mexikanisch-amerikanische Bürgerrechtsaktivist César Estrada Chávez setzte sich in den 1960er Jahren in den USA mit seinem friedlichen Boykott, Protesten und einem 25-tägigen Hungerstreik für fairere Arbeitsbedingungen von Landarbeiter*innen ein. In Delano, Kalifornien, leitete Chávez einen fünfjährigen Streik an, bei dem sich über 2.000 Bauern gegen die Ausbeutung der überwiegend philippinischen Tafeltrauben-Landarbeiter*innen stark machten.

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Der langjährige Streik führte dazu, dass über 17 Millionen US-Amerikaner*innen den Kauf von Trauben aus Kalifornien boykottierten mit der Forderung an die Bauern, erst die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Letztendlich mussten die Verantwortlichen einlenken, was zu besseren Löhnen, neuen Gewerkschaften und mehr Sicherheit für die Landarbeiter*innen führte.

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Ich bin davon überzeugt, dass wahrer Mut und der stärkste Ausdruck von Menschlichkeit sich darin zeigen, sich selbst für andere zu opfern, in einem vollkommen gewaltlosen Kampf für Gerechtigkeit. – César Chávez

Rosa Parks Busboykott von Montgomery

Als sich die Afroamerikanerin und Bürgerrechtsaktivistin Rosa Parks am 1. Dezember 1955 weigerte, ihren Sitzplatz im Bus für einen weißen Fahrgast freizugeben, sorgte sie mit diesem mutigen Akt zivilen Ungehorsams für landesweites Aufsehen. Auch ihre anschließende Festnahme konnte die Verbreitung ihrer Forderung, dass alle Menschen das gleiche Anrecht auf einen Sitzplatz haben, nicht aufhalten. Ein Jahr später entschied der Oberste Gerichtshof der USA, dass die Segregation (oder auch Rassentrennung) in öffentlichen Bussen verfassungswidrig sei.

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Die Menschen sagen immer, ich hätte meinen Sitzplatz nicht hergegeben, weil ich müde war, aber das stimmt nicht. Ich war nicht körperlich müde bzw. nicht müder als nach einem normalen Arbeitstag. Ich war auch nicht alt (...). Nein, wenn ich in irgendeiner Hinsicht müde war, dann deswegen, ständig nachgeben zu müssen. – Rosa Parks

Die Singende Revolution

Musik und sozialer Aktivismus sind im gewaltfreien Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit lange Verbündete. Während der singenden Revolution erkämpfte sich Estland singender Weise seine Unabhängigkeit von der damaligen Sowjetunion. 1988 kamen über 100.000 Est*innen fünf Tage und Nächte lang zusammen, um gegen die sowjetische Vorherrschaft zu protestieren. 1991 erlangten die 1,5 Millionen Einwohner*innen Estlands nach Jahrzehnten unter sowjetischer Besetzung endlich ihre Unabhängigkeit zurück.

singing revolution estonia.jpgImage: Wikicommons/ToBreatheAsOne

Land meiner Väter, Land, das ich liebe / Dir habe ich mein Herz gegeben / Dir singe ich, mein höchstes Glück / Mein blühendes Estland! – Ausschnitt aus dem Lied Mu Isamaa, On Minu Arm