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Melissa Berton and Rayka Zehtabchi accept the award for best documentary short subject for "Period. End of Sentence." at the Oscars on Feb. 24, 2019, at the Dolby Theatre in Los Angeles.
Craig Sjodin/ABC
Wasser & Hygiene

Dieser Film über Menstruations-Tabus räumte bei den Oscars 2019 ab


Warum das wichtig ist
Der Zugang zu Menstruationsartikeln ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Gleichstellung der Geschlechter. Das Tabu rund um das Thema Menstruation und der mangelnde Zugang zu sicheren und bezahlbaren Hygieneartikeln raubt vielen Mädchen die Chance auf ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben. Werde hier aktiv und setze dich mit Global Citizen für die Gleichstellung der Geschlechter ein.

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Der 26-minütige Dokumentarfilm “Period. End of Sentence” gewann vergangenen Sonntag den Oscar in der Kategorie “Dokumentar-Kurzfilm”. Der Film erzählt von einer Maschine, die es Frauen im ländlichen Indien ermöglicht, Damenbinden selbst herzustellen – und lenkt damit die Aufmerksamkeit auf das Tabuthema Menstruation.

"Ich weine nicht, weil ich meine Periode habe", sagte die 25-jährige Regisseurin Rayka Zehtabchi in ihrer Dankesrede. "Ich kann nur nicht glauben, dass ein Film über Menstruation gerade einen Oscar gewonnen hat.”

Der Film spielt in einem ländlichen Dorf in der Nähe von Delhi und zeigt, welchen Einfluss die Binden-herstellende Maschine auf das Leben von Frauen und Mädchen hat.

Arunachalam Muruganantham, auch bekannt als "Padman” (Binden-Mann), revolutionierte die Herstellung von Damenbinden, nachdem er bemerkte, dass seine Frau während ihrer Periode einen alten Stofflappen benutzte, weil sie kein Geld hatte, Binden zu kaufen.

"Padman” experimentierte jahrelang an einer bezahlbaren und dennoch funktionstüchtige Binde für Frauen und entwickelte schließlich eine halbautomatische Maschine, die zwei Damenbinden pro Minute produziert.

Seine Erfindung, für die er starken Gegenwind aus seiner Gemeinde ertragen musste, brachte ihm 2006 eine Auszeichnung der National Innovation Foundation of India ein, berichtet der Nachrichtendienst NPR.

Muruganantham stellte seit 2006 mehr als 4.000 Maschinen für Frauen in Indien und mehr als 200 Maschinen in 27 weiteren Entwicklungsländern bereit.

“Period. End of Sentence” ist mehr als nur ein Film über die Menstruation, er beleuchtet auch die systematische Benachteiligung von Frauen in Indien.

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"Die Periode ist etwas Natürliches und hindert uns in keinster Weise daran, etwas zu erreichen", erklärte Produzentin Guneet Monga in einer Pressemitteilung. "Mädchen in Indien und auf der ganzen Welt müssen das wissen und sollen es laut und deutlich hören. ‘Period’ (engl. für Punkt - Anm. d. Red.) steht für den Punkt am Ende eines Satzes und bedeutet nicht das Ende der Ausbildung eines Mädchens. Lasst uns mit diesem Oscar gemeinsam die Welt verändern."

Das Thema Menstruation ist in Indien noch immer ein großes gesellschaftliches Tabu. Oft raubt die Menstruation Frauen und Mädchen die Chance auf Bildung und damit auf ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben.

Mehr als 40 Prozent der Frauen im Alter von 15 bis 24 Jahren haben in Indien keinen Zugang zu Menstruationsartikeln, berichtet der amerikanische Nachrichtendienst CNN. Aufgrund des unzureichenden Zugangs zu Toiletten und sauberem Wasser, bricht in Indien jedes fünfte Mädchen die Schule ab, sobald ihre Menstruation einsetzt.

Dieser Film ist ein wichtiges Symbol für die Gleichberechtigung von Frauen in Indien und setzt ein Zeichen für die Aufklärung über die Menstruation und den Abbau von kulturell bedingten Vorurteilen.