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Amazon CEO Jeff Bezos watches a video presentation during an event in Seattle.
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Die 10 reichsten Männer der Welt könnten COVID-19-Impfstoffe für alle kaufen

Von Sonia Elks

LONDON, 25. Januar (Thomson Reuters Foundation) — Während der COVID-19-Pandemie ist das Vermögen von Milliardär*innen wie Amazon-Chef Jeff Bezos und Tesla-Gründer Elon Musk noch mehr gestiegen. Die Situation der Ärmsten der Welt hat sich dagegen weiter verschlimmert. Das zeigt ein Bericht der Nichtregierungsorganisation Oxfam, der am Montag veröffentlicht wurde.  

Nach dem Bericht “The Inequality Virus” (Deutsch: “Das Ungleichheitsvirus“), der zum virtuellen Treffen des Wirtschaftsforums veröffentlicht wurde, haben die Länder der Welt ein “schrumpfendes Zeitfenster”, um für einen fairen und grünen Aufschwung zu sorgen. 

“Wir stehen vor dem größten Anstieg der Ungleichheit seit Beginn der Aufzeichnungen”, sagt Gabriela Bucher, Geschäftsführerin von Oxfam International, in einer Erklärung.

“Die manipulierte Wirtschaft führt dazu, dass der reichen Elite das Vermögen zufließt, sodass sie die Pandemie im Luxus auskuriert, während diejenigen, die an vorderster Front von der Pandemie betroffen sind – Verkäufer*innen, Angestellte im Gesundheitswesen und Markthändler*innen – darum kämpfen, ihre Existenz zu sichern und überhaupt ihre Rechnungen zu bezahlen”, fügt sie hinzu. 

COVID-19 hat einen wirtschaftlichen Sturm entfesselt, der die ärmsten und verletzlichsten Menschen am härtesten trifft. Frauen und marginalisierte Gruppen sind von den meisten Arbeitsplatzverlusten betroffen. Die Weltbank warnte jüngst davor, dass mehr als 100 Millionen Menschen bis Ende des Jahres in extreme Armut gedrängt werden können. 

Laut Oxfam kann es durch diesen Umstand mehr als ein Jahrzehnt dauern, bis die Zahl der in Armut lebenden Menschen wieder das Niveau von vor der Krise erreicht. 

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Das Vermögen der Reichen wächst

Unterdessen ist das kollektive Vermögen der Milliardär*innen der Welt zwischen März und Dezember 2020 um 3,9 Milliarden US-Dollar (rund 3,4 Milliarden Euro) auf 11,96 Billionen US-Dollar (rund 9,86 Billionen Euro) gestiegen, wie im Bericht berechnet wurde.

Die zehn reichsten Menschen der Welt und allesamt Männer – angeführt von Bezos und Musk, zu denen auch der CEO des Luxuskonzerns LVMH, Bernard Arnault, Bill Gates von Microsoft und Facebook-CEO Mark Zuckerberg gehören – verzeichneten laut Oxfam im gleichen Zeitraum einen Anstieg ihres Nettovermögens um 540 Milliarden US-Dollar (rund 445 Milliarden Euro). 

Forscher haben errechnet, dass diese Summe ausreichen würde, um zwei große Probleme der Welt zu lösen: Erstens könnte verhindert werden, dass Millionen Menschen wegen der Pandemie in Armut gedrängt werden. Zweitens wäre der Betrag ausreichend, damit alle Menschen, überall auf der Welt, den COVID-19-Impfstoff erhalten können. 

Oxfam fordert Besteuerung der Gewinne der Konzerne, die von der Pandemie profitiert haben

Die Pandemie markiere einen “Wendepunkt” für die Welt, der wirtschaftliche Ungleichheiten aufgedeckt hat, sagt Oxfam und fordert neben einem stärkeren Schutz für Arbeitnehmer*innen höhere Steuern auf Vermögen und für Unternehmen. 

Laut Oxfam könnte eine befristete Steuer auf überschüssige Gewinne von den 32 globalen Konzernen, die während der Pandemie am meisten profitiert haben, im Jahr 2020 104 Millionen US-Dollar (rund 85 Millionen Euro) einbringen. 

Die internationale Zusammenarbeit wäre der Schlüssel zur Umsetzung vieler dieser Veränderungen, sagt Jayati Gosh, Wirtschaftsprofessorin an der University of Massachusetts Amherst, die zu den von Oxfam für den Bericht befragten Ökonom*innen gehört.“Es gibt viele große Herausforderungen, doch es gibt auch eine Menge Dinge, die schnell erledigt werden können”, fügt sie hinzu. 

Die Administration des neuen US-Präsidenten Joe Biden werde “mehr Bereitschaft” für gemeinsames Handeln bei Themen wie einem härteren Vorgehen gegen Steueroasen und einem Rettungspaket für Entwicklungsländer ansporen, erklärt sie der Thomson Reuters Foundation. 

(Ein Beitrag von Sonia Elks @soniaelks. Überarbeitung von Helen Popper. Bitte die ‘Thomson Reuters Foundation’ als Quelle angeben, wenn dieser Artikel zitiert/geteilt wird. Die Thomson Reuters Foundation liefert Beiträge über Armutsbekämpfung und vieles mehr auf http://news.trust.org)