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Gesundheit

Die Zeit ist noch nicht reif, Ebola für 'besiegt' zu erklären

Flickr-UNMEER/Simon Ruf

Zum ersten Mal seit Juni 2014 konnten die Länder Sierra Leone, Liberia und Guinea über insgesamt weniger als 100 Ebolafälle pro Woche berichten. Dank des unermüdlichen und mutigen Einsatzes internationaler Organisationen, lokaler Verantwortlicher und Ebola-Überlebender, weicht die unmittelbare Bedrohung durch dieses Virus langsam zurück. Solche Neuigkeiten, als auch das Maß an Fortschritt im Kampf gegen diese kompromisslose und bösartige Krankheit, sind von enormer Bedeutung.

Dennoch ist es noch viel zu früh, den Kampf gegen Ebola für "erledigt" zu erklären oder Westafrika jetzt weniger Aufmerksamkeit zu schenken.

Ziel nur 'ganz leicht' verfehlt. | Flickr: Alun Salt 

Zwar klang die Weltgesundheitsorganisation bei ihren letzten Berichterstattungen über ihren Ebola-Einsatz durchaus positiv und hoffnungsvoll. Jedoch erkennt die UN-Gesundheitsorganisation nach wie vor an, dass Ebola eine gegenwärtige Bedrohung ist.

"Das ist als ob man mit zwei Kobras im Bett läge und eine von ihnen ist tot. Man befindet sich immer noch in einer unglaublich gefährlichen Situation "
- Bruce Aylward, WHO-Sonderbeauftragter für Ebola

Auch wenn das Virus sich also langsam zurückziehen mag, ist die Situation noch lange nicht entschärft und erfordert weiterhin unser Engagement und Handeln. Um den Ebolavirus vollständig zu besiegen und den Regionen zu helfen, sich von dieser Krankheit zu erholen, müssen wir Global Citizens dieses Problem von mehreren Seiten gleichzeitig angehen.  

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1. Ebola vollständig ausrotten und Sierra Leone, Guinea und Liberia aus den Klauen dieser Krankheit befreien.

„Um dieses Ziel so schnell wie möglich zu erreichen, legen wir unsere Aufmerksamkeit inzwischen nicht mehr auf den Aufbau einer Infrastruktur, sondern konzentrieren uns darauf, dass neue Krankheitsfälle zügig entdeckt und behandelt werden, sichere Bestattungen stattfinden und lokale Gemeinden so effektiv wie möglich in die Arbeit miteingebunden werden.“

- Weltgesundheitsorganisation


Pass einer Nichtstaatlichen-Organisation (NGO) vor Ort, um Zugang zum Quarantänegebiet in Sierra Leone zu erhalten. | Wikipedia Commons

Solange immer noch neue Fälle von Ebola auftreten, wird die Bedrohung durch dieses Virus weiterhin als "enorm gefährlich" eingestuft. Nichtsdestotrotz, da die wöchentliche Ansteckungsrate inzwischen auf ein Rekordtief gefallen ist, können wir davon ausgehen, dass die Art und Weise, wie internationale Organisationen letztendlich auf diese Epidemie reagiert haben, uns den Weg weist um Ebola gänzlich ausrotten zu können. 

Um einen erneuten Ausbruch zu verhindern, ist somit eine anhaltende Unterstützung durch internationale Organisationen als auch durch lokale Verantwortliche gefragt, welche die Bevölkerung mit wichtigen Gesundheitsinformationen versorgen, Infektionsfälle identifizieren und überwachen und eine medizinische Versorgung gewährleisten.

Es gibt eine Vielzahl an fantastischen Organisationen (sowohl auf lokaler als auch internationaler Ebene) die führend auf diesem Gebiet arbeiten, und es liegt an uns, ihre Arbeit und ihre bemerkenswerten Ziele weiterhin zu unterstützen und zu fördern.

Um dieser Epidemie ein Ende zu setzen, mangelt es immer noch an ausreichend finanziellen Mitteln. Und auch die Botschaft aus den Reihen verschiedener Gesundheitsorganisationen ist mehr als deutlich:

"Der Ausbruch ist noch nicht unter Kontrolle" und "die Arbeit ist auf gar keinen Fall getan"
- David Nabarro, spezieller Ebola-Beauftragter der Vereinten Nationen


2. Bleibe engagiert im Kampf gegen dieses Virus und schenke dem Thema weiterhin deine Aufmerksamkeit

Inmitten all der vielversprechenden Neuigkeiten über fallende Ansteckungsraten und den strategischen Fortschritten, die von der Überwachung und Kontrolle des Virus bis hin zur Bewältigung der Krankheit reichen, gibt es doch leider auch eine schlechte Nachricht, die wir auf gar keinen Fall übersehen oder ignorieren dürfen: die menschlichen, sozialen, gemeinschaftlichen und wirtschaftlichen Schäden die durch Ebola verursacht wurden sind katastrophal.

Schulen wurden geschlossen, Betriebe haben ihre Arbeit eingestellt, die Landwirtschaft liegt brach und eine erschütternde Anzahl an Kindern haben ihre Familien verloren.
Um es schlicht auszudrücken: Wir dürfen die weitreichenden
Auswirkungen und Folgen der Ebola-Epidemie nicht ignorieren oder gar die Augen davor verschließen.

Inzwischen nähern wir uns mit großen Schritten der nächsten Phase im Kampf gegen Ebola: dem Wiederaufbau. Es ist daher enorm wichtig, sich weiterhin auf die Arbeit internationaler Organisationen und lokaler Verantwortlicher zu konzentrieren um dort Unterstützung zu leisten, wo Hilfe zur Genesung der Bevölkerung als auch für den Wiederaufbau benötigt wird.   

Oder um es mit den sehr treffenden Worten des UN-Generalsekretärs Ban Ki-Moon auszudrücken:
"Die Schadensminderung nach Ebola verlangt eine globale Zusammenarbeit die vergleichbar ist mit dem, was getan werden musste, um den Ausbruch zu beenden."


UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon bei seiner Ankunft am National Ebola Response Center. | Flickr

Als Global Citizens dürfen wir unsere Rolle und unseren eigenen Beitrag im gemeinsamen Kampf gegen Ebola nicht unterschätzen. Es ist Zeit gemeinsam an einem Strang zu ziehen und für eine bessere, stabilere Zukunft zu sorgen.