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Hunger & Ernährungssicherheit

So sieht der Zweijährige heute aus, der von seinen Eltern ausgesetzt wurde, weil er ein 'Dämon' ist

Anja Ringgren Lovén/ Facebook

Im Januar dieses Jahres sorgte eine Meldung im Internet für große Schlagzeilen: in Nigeria wurde ein kleiner Junge von eineinhalb Jahren von seiner Familie verstoßen und musste alleine auf der Straße leben, weil seine Familie dachte, er wäre ein Dämon bzw. 'verflucht'.

Eine dänische Entwicklungshelferin fand den völlig ausgemergelten Jungen halb verhungert auf der Straße und nahm ihn kurzerhand auf.

Jetzt wurden neue Fotos veröffentlicht, die zeigen, wie der kleine Junge, der inzwischen den Namen 'Hope' (Hoffnung) trägt, sich entwickelt hat. Der Unterschied zwischen Januar und heute könnte nicht größer sein! 

Als Anja Ringgren Lovén den völlig ausgemergelten kleinen Kinderkörper durch die Straßen wandern sah, zögerte sie nicht lange. In einem der Videos, die sie hinterher veröffentlich hat, hört man, wie Anja die umstehende Bevölkerung nach dem Jungen fragt. 'Wo sind seine Eltern?' fragt sie immer und immer wieder, erhält aber keine Antwort. Niemand will dem Jungen zu nahe kommen, einige erklären dann: seine Eltern wollten ihn nicht, weil er 'verflucht' ist.

8 lange Monate verbrachte Hope auf der Straße, ernährte sich von Abfallresten und war dem Verhungern nahe. Hopes Eltern hatten den Jungen verstoßen, weil er angeblich als 'Dämon' verflucht sei und Unglück über die Familie bringt.

Aberglaube wie dieser ist durchaus weit verbreitet, auch in Nigeria. Wenn sich innerhalb einer Familie ein unglücklicher Vorfall ereignete, wird mitunter das zuletzt geborene Kind als 'Unglücksbringer' dafür verantwortlich gemacht. In Gambia beispielsweise wurden im Jahr 2009 über 1000 Menschen als 'Hexen und Dämonen' bezeichnet und weggesperrt. Oft werden diese Menschen in Gefangenschaft dann gezwungen, halluzinogene Tränke als 'Kur' zu trinken, um den 'Fluch' los zu werden.
Hilfsorganisationen wie Safe Child Afrika zählen zehntausende solcher Fälle pro Jahr.

Besonders hart trifft es Kinder, die von der eigenen Familie verstoßen und vertrieben werden. Denn ohne jegliche Unterstützung und Schutz sind diese Kinder dem Schicksal hoffnungslos ausgeliefert und dem Hungertod nah.

Das 'Child's Rights and Rehabilitation Network' macht unter anderem Zustände extremer Armut dafür verantwortlich, dass Aberglaube sich so hartnäckig hält, vor allem in Gemeinden die kaum oder keinen Zugang zu Bildungsmöglichkeiten haben. „Tausende von Kinder werden Jahr für Jahr als Hexen und Dämonen bezeichnet. Grausame Folter bis hin zum Tod sind dabei keine Seltenheit." erzählt Anja Ringgren Lovén.

Seit Hope sich in ihrer Obhut befindet, hat der Kleine sich erstaunlich gut entwickelt. Er sieht viel viel (viel!) gesünder und fröhlicher aus, hat wichtige Kilos zu genommen und bekommt jetzt regelmäßig medizinische Hilfe.

Die Geschichte von Anja und Hope hat Menschen auf der ganzen Welt berührt. Spenden, die der Organisation 'African Children's Aid Education and Development Foundation', für die Anja arbeitet, zugute kamen, werden jetzt genutzt, um Unterkünfte und Unterstützung für die als 'Hexen' verstoßenen Kindern bereit zu stellen. Anjas Organisation kümmert sich derzeit um insgesamt 35 solcher Kinder, die vormals auf der Straße lebten.

Hope hat sich in den wenigen Monaten großartige erholt und seine Geschichte hat die dringend benötigte Aufmerksamkeit auf dieses Thema gelenkt. Hier ist das Video zu Hope und seiner Geschichte!