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Umweltschutz

Warum man nie, nie, nie wieder Wasser aus einer Plastikflasche trinken sollte

Konstantin Stepanov/Flickr

Die Wasserflaschen-Industrie ist paradox. Sie macht Milliardenumsätze mit etwas, was eigentlich für jeden auf der Welt frei zugänglich sein sollte. Stattdessen macht sie sich Trinkwasser zu eigen, verpackt es in Plastik und verkauft es dann gewinnbringend. 

Nestlé - das Unternehmen, das die meisten von Babynahrung, Schokolade oder Joghurts kennen - hat entschieden, eine neue Fabrik zu eröffnen. Mitten in der Wüste Arizonas. Da, wo es ja bekanntlich so viel Wasser gibt (Achtung, Ironie).

Kein Wunder also, dass die Entscheidung des Unternehmens ziemlich viele Fragen aufgeworfen hat. Zum Beispiel: „Wie bitte lässt sich denn mitten in der Wüste Wasser in Flaschen abfüllen?" Und allen voran: „Dürfen die das?"

Viele der Fragen kamen von Umweltaktivisten. Und die sind nicht zum ersten mal mit dem Nestlé-Konzern aneinander geraten, so zum Beispiel im San Bernardino Gebirge in Kalifornien. Denn auch hier füllt Nestlé fleißig Wasser in Plastikflaschen.

Stimmen gegen den Nestlé-Konzern und dem Geschäft mit dem Wasser werden überall immer lauter. Nachdem bekannt wurde, dass in Arizona besagte Fabrik entstehen soll, startete auf Change.org eine Petition in dem Versuch, Nestlé an dem Bau der Fabrik zu hindern. Denn - und hier wird es wieder paradox - der US-Bundesstaat Arizona leidet seit über 17 Jahren offiziell an einer Dürreperiode.

Die Stadtverwaltung von Phoenix beharrt allerdings derzeit auf ihrer Entscheidung, dass genügend Wasser für Pure Life - Nestlés Wasserflaschenmarke - und die über eine Million Wasserhähne der Bewohner vorhanden sei. Außerdem würde die Fabrik neue Arbeitsplätze schaffen und Arizona als Industriestandort interessant machen.  

Umweltaktivisten und Global Citizen sind von der Argumentation nicht überzeugt. Vor allem wenn man sich die Situation vor Ort mal genauer ansieht: derzeit bezieht Phoenix 44% seines Wassers aus dem bereits stark beanspruchten Colorado Fluss, der dadurch schon einen nachweislich niedrigeren Wasserspiegel hat. Statistiken sagen außerdem, dass es durchaus möglich sein könnte, dass Arizona ab 2018 seine eigenen Wasservorräte reduzieren müsse. 

Die Bevölkerung wird - wie schon seit Jahren - weiterhin zum Wassersparen aufgerufen. Jetzt allerdings fragen sich die Bewohner, warum sie ihren eigenen Rasen im Garten nicht bewässern sollen, wenn genug Wasser da ist, um es in Plastikflaschen abzufüllen und zu verkaufen. Vor allem übrigens an die Menschen, die in Arizona leben.     

Wie immer man auch zu solchen 'wirtschaftlichen Gelegenheiten' stehen mag, eins steht auf jeden Fall fest: die Wasserflaschen-Industrie ist schlecht für die Umwelt. 80% aller Plastikwasserflaschen landen auf den Müllhalden dieser Welt und erzeugen so jährlich 2 Millionen Tonnen Plastikflaschenmüll.
Das muss echt nicht sein. Und wer jetzt immer noch das Gefühl hat, nicht genug über die Wasserflaschen-Industrie zu wissen, um sich letztendlich ein eigenes Bild machen zu können: 
hier sind interessante 10 Fakten.


  1. Für die Herstellung einer einzigen Wasserflasche wird dreimal soviel Wasser verbraucht, als später in der Flasche landet. 

  2. In den USA werden dieses Jahr zum aller ersten Mal die Umsätze von Wasser höher sein, als die Umsätze von Softdrinks wie z.B. Cola usw. 

  3. Der Konsum von abgefülltem Wasser steigt jedes Jahr um weitere 10 Prozent. Die Zahlen in Europa wachsen am langsamsten - in Nordamerika hingegen werden von Jahr zu Jahr immer mehr Wasserflaschen verbraucht.

  4. Mit der Energie, die benötigt wird, um all das abgefüllte Wasser herzustellen, könnte man mehr als 190.000 Häuser mit Elektrizität versorgen.

  5. Die Internetseite „Food & Water Watch” berichtet, dass mehr als die Hälfte des in Flaschen abgefüllten Wassers aus Wasserhähnen stammt.

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  6. In Flaschen abgefülltes Wasser ist weder gesünder noch sauberer als Wasser aus dem Wasserhahn. Ganz im Gegenteil: 22% aller getesteten Wasser, das man in Flaschen kaufen kann, beinhalteten Chemikalien. In mindestens einem der getesteten Wasser fand man sogar eine gesundheitsschädliche Chemikalie, die über dem risikofreien Limit lag.

  7. Mit der Menge an Rohöl, die gebraucht wird, um alle Plastikflaschen in einem Jahr zu produzieren, könnte man 1 Million Autos betanken. 

  8. Nur jede fünfte Wasserflasche wird recycelt, alle anderen landen auf dem Müll, in der Natur und in unseren Ozeanen. 

  9. Eine handelsübliche Plastikflasche im Müll braucht 450 (!) Jahre , um sich vollständig zu zersetzen.  

  10. 2014 machte die Wasserflaschen-Industrie einen Umsatz von 13 Milliarden US-Dollar. Die ganze Menschheit mit sauberem Trinkwasser zu versorgen würde etwa 10 Milliarden US-Dollar kosten.