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This photo provided by the French Defense Ministry shows oil leaking from the MV Wakashio, a bulk carrier ship that recently ran aground off the southeast coast of Mauritius, Aug.9, 2020. The Indian Ocean island of Mauritius has declared a "state of environmental emergency" after the Japanese-owned ship that ran aground offshore days ago began spilling tons of fuel.
Gwendoline Defente/EMAE/AP
Umweltschutz

Ölkatastrophe vor Mauritius: Regierung erklärt den Umweltnotstand

Warum das wichtig ist
Der afrikanische Inselstaat Mauritius steht kurz vor einer Umweltkatastrophe. Der Schutz des Lebens an Land und im Wasser sind zwei der insgesamt 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die die Weltgemeinschaft bis 2030 erreichen möchte. Werde hier mit uns aktiv, damit diese Ziele Wirklichkeit werden.

Der vor ein paar Tagen vor Mauritius aufgelaufene Frachter verliert weiterhin Öl. Nun hat die Regierung den Umweltnotstand ausgerufen. Das japanische Tankschiff war an einem Korallenriff vor dem afrikanischen Inselstaat mitten im Indischen Ozean auf Grund gelaufen.

Bei dem Aufprall mit dem Riff zerriss es einen der beiden Öltanks des Frachters. Seitdem sind bereits über 1.000 Tonnen Öl ins Meer gelangt. Sollte das Schiff weiter auseinanderbrechen, könnten bis zu 4.000 Tonnen Öl freigesetzt werden. Umweltschützer*innen warnen vor einer Umweltkatastrophe.

Der japanische Schiffseigentümer Nagashiki Shipping machte unterdessen "schlechte Wetterbedingungen" für den Bruch des Öltanks verantwortlich.

Korallenriff und Artenvielfalt sind durch Ölteppich in Gefahr

Die Region um das Korallenriff vor Pointe d'Esny auf Mauritius gilt als ein ökologisches Juwel und ist bekannt für ihr klares türkisfarbenes Wasser. Viele Umweltorganisationen, darunter Greenpeace, blicken daher besorgt auf die Auswirkungen, die das Leck auf die biologische Vielfalt auf Mauritius haben könnte.

"Tausende Arten, die die unberührten Lagunen von Blue Bay, Pointe d'Esny und Mahébourg beheimaten, laufen nun Gefahr, in einem Meer aus Schmutz zu ertrinken, mit schrecklichen Folgen für die Wirtschaft, die Ernährungssicherheit und die Gesundheit von Mauritius", so Happy Khambul von der Umweltorganisation Greenpeace Afrika, in einer Erklärung.

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Mittlerweile hat die Polizei von Mauritius eine Untersuchung wegen Fahrlässigkeit eingeleitet, um den Vorfall zu überprüfen, berichtete die BBC.

Regierung bittet um internationale Hilfe

Unterdessen forderte der mauritische Premierminister Pravind Jugnauth die französische Regierung auf, die zur Verfügung gestellte Unterstützung zu verlängern. Jugnauth erklärte, dass das Leck "eine Gefahr" für das Land darstelle, dessen 1,3 Millionen Einwohner*innen "nicht über die Kapazitäten und das Fachwissen verfügen, gestrandete Schiffe wieder zum Laufen zu bringen".

Frankreich reagierte umgehend und entsandte Schutzausrüstung und weitere Materialien von der Nachbarinsel Réunion. "Frankreich steht bereit. An der Seite des mauritischen Volkes", twitterte der französische Präsident Emmanuel Macron. "Sie können auf unsere Unterstützung zählen."

Auch Japan erklärte sich bereit, sechs Expert*innen zu entsenden, um den Helfer*innen vor Ort unter die Arme zu greifen, berichtet die Japan Times.

Lokale Umweltaktivist*innen und Helfer*innen kämpfen gegen drohende Umweltkatastrophe

Kurz nachdem der Öltank auf Grund ging, eilten Tausende Freiwillige an die Küste und versuchten, die Ölkatastrophe unter Kontrolle zu bringen. Dafür stellten sie kurzerhand selbstgenähte Ölbarrieren her, bestehend aus Stroh und Zuckerrohblättern, die jeweils in Plastik und Wolldecken eingewickelt wurden. Andere wiederum versuchen, das Öl mithilfe von Eimern und Handschuhen aufzufangen.

Mauritius-Oil-Spill-002.jpgThis photo provided by the French Defense Ministry shows oil leaking from the MV Wakashio, a bulk carrier ship that recently ran aground off the southeast coast of Mauritius, Aug.9, 2020.
Image: Gwendoline Defente/EMAE/AP

"Die Menschen haben erkannt, dass sie die Dinge selbst in die Hand nehmen müssen, um die Tierwelt zu schützen", sagt Ashok Subron, ein Umweltaktivist aus der nahegelegenen Stadt Mahébourg, gegenüber der AFP.

Obwohl die Bemühungen zur Eindämmung des Ölteppichs bisher erfolgreich waren, besteht nach wie vor die große Gefahr, dass das Schiff in zwei Hälften zerbrechen könnte. "Ich glaube, es ist bereits zu spät. Wenn das Schiff in zwei Hälften zerfällt, ist die Situation außerhalb unserer Kontrolle", so ein Umweltexperte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.