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Adama Kamara nurses her daughter Miatta Sannoh, 7 months old, in the village of Giema Dama, Kenema District, Sierra Leone, on June 5, 2017. Miatta was recently sick with malaria.
Sam Phelps/UNICEF
Gesundheit

Kindersterblichkeit in Sambia sinkt um 96 Prozent Dank neuer Malaria-Initiative

Warum das wichtig ist
Millionen von Menschen erkranken jedes Jahr an Malaria. Hunderttausende sterben Jahr für Jahr, obwohl die Krankheit eigentlich vermeidbar und heilbar ist. Kleinkinder sind besonders betroffen. In Afrika ist das Tropenfieber eine der häufigsten Todesursache bei Kindern unter fünf. Mit besseren gesundheitlichen Maßnahmen könnte die Sterblichkeitsrate der Infektion sinken. Werde auch du aktiv und setze dich für eine gerechtere Welt ein. 

Im Jahr 2017 starben weltweit schätzungsweise 435.000 Menschen an Malaria. Mehr als die Hälfte von ihnen waren Kinder unter fünf Jahren. Das geht aus dem Welt-Malaria-Report der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 2018 hervor. 

Wenn sich Malaria-Erreger in den Blutgefäßen des Gehirns einnisten, kann das bei Kindern lebensbedrohliche Hirnschwellungen verursachen. Kinder die in abgelegenen Dörfern leben, sind deshalb einem besonders hohen Risiko ausgesetzt. Denn ohne sofortige Behandlung können sie unter Umständen innerhalb von 24 Stunden sterben.

Um schwere Krankheitsverläufe zu verhindern, ist eine schnelle Diagnose entscheidend. Da die Symptome im Frühstadium jedoch wenig charakteristisch sind und häufig etwa als Grippe abgetan werden, kann es schon zu spät sein, wenn ein Elternteil bemerkt, dass sich ein Kind mit Malaria infiziert hat.

Das könnte sich jedoch bald ändern: Denn ein vielversprechendes Pilotprojekt in Sambia, will Kinder mithilfe eines Medikaments lange genug am Leben halten, um sie in eine Klinik zu fahren. Der Wirkstoff heißt “Artesunat”.

Die rechtzeitige Gabe des Wirkstoffs kann einen frühzeitigen Tod abwenden – und wird in der Regel vom Krankenhauspersonal verabreicht. Im Rahmen des Projekts wird der Wirkstoff nun auch als Zäpfchen geliefert und kann somit von Gesundheitshelfern im Dorf und sogar von einem Elternteil eingeführt werden.

Durch die rektale Verabreichung gelangt das Medikament schnell ins Blut und verschafft infizierten Kindern sechs bis zwölf Stunden Zeit, um in eine Klinik gebracht zu werden.

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Auch Schnell-Diagnosetests, die Schulung lokaler Gesundheitshelfer zur Erkennung der Symptome und eine Fahrradambulanz sollen helfen, kranke Kinder vor dem Tod zu retten. Anhand von Malaria-Schnelltests kann innerhalb weniger Minuten, mit einem kleinen Blutstropfen aus der Fingerspitze, eine erste Diagnose erstellt werden.

Mithilfe der Fahrradambulanz, kleinen Metallwagen die am Fahrrad befestigt werden und genug Platz für Mutter und Kind bieten, wird zudem wertvolle Zeit gewonnen, da sie auch schmale Straßen befahren kann, die für Autos zu eng sind.

Dank dieses Projektes konnte die Kindersterblichkeitsrate in einem Dorf in Sambia um 96 Prozent gesenkt werden.

Im nächsten Schritt soll das Projekt auf das ganze Land ausgeweitet werden und im Idealfall auch in anderen Ländern eingeführt werden.

Wenn es auch in anderen Ländern so vielversprechende Ergebnisse erzielt, könnte es der Schlüssel zur Bekämpfung von Malaria sein und die Krankheit ein für alle Mal unter Kontrolle bringen.

Das Projekt wurde von Medicines for Malaria Venture, einer Stiftung, die in die Entwicklung neuer Medikamente gegen Malaria investiert, und Transaid, einer britischen Wohltätigkeitsorganisation, die sich für die Verbesserung des Transportes in armen Ländern einsetzt, unterstützt.