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Umweltschutz

Luxemburg bietet als erstes Land der Welt kostenlosen Bus- und Bahnverkehr für alle

Warum das wichtig ist
Die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen fordern die Länder der Welt dazu auf, die Luftqualität zu verbessern und den Klimawandel einzudämmen. Ein kostenloser öffentlicher Nahverkehr kann dazu beitragen, die Zahl privater Fahrzeuge auf den Straßen zu verringern und somit die Luftverschmutzung zu reduzieren. Schließe dich uns hier an und setze ein Zeichen gegen den Klimawandel.  

Einmal gratis quer durch Luxemburg? Bald kein Problem mehr! Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel kündigte nämlich vor wenigen Tagen an, dass Bahn- und Busfahren ab Sommer 2019 keinen Cent mehr kosten soll.

Der kostenlose öffentliche Nahverkehr sei Teil des politischen Bemühens, die Verkehrsprobleme des Landes zu entspannen, berichtet die amerikanische Tageszeitung New York Times. Denn Luxemburg ist ein kleines Land mit großen Staus.

In keinem anderen Land der Europäischen Union gibt es so viele Pkw pro Kopf wie in Luxemburg, berichtet die Times. Selbst die Zahl der internationalen Pendler hat sich in den letzten zehn Jahren regelrecht verdoppelt. Fast 200.000 Menschen aus Deutschland, Frankreich und Belgien überqueren täglich die Grenze und verbringen dabei durchschnittlich 33 Stunden in Staus.

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Die Bevölkerung des Landes schwillt unter der Woche bis um ein Drittel an, berichtet die britische Zeitung The Guardian.

Autofahrer sollen deshalb in Zukunft auf ihr Fahrzeug verzichten und stattdessen den Bus oder die Bahn nehmen. Um den Umstieg attraktiv zu machen, soll der öffentliche Nahverkehr ab Sommer 2019 für alle Bürger kostenfrei sein. Jugendliche unter 20 Jahren und Studenten fahren bereits gratis.

Bisher wurden die Kosten des öffentlichen Transportverkehrs zu etwa 90 Prozent durch den Staat getragen. Lediglich 3,3 Prozent konnte durch den Verkauf von Fahrkarten zurückgewonnen werden, berichtet die Times. Einsparungen beim Verkauf und bei der Kontrolle von Fahrtickets könnten einen Teil der Kosten für den zukünftigen Gratisnahverkehr finanzieren. 

Noch ist der Plan nicht vollständig ausgereift. Über gewisse Einzelheiten, wie zum Beispiel, was mit den Abteilen der ersten und zweiten Klassen in den Zügen geschehen soll, muss noch entschieden werden, berichtet der Guardian. Auch eventuelle Nachteile des Gratisnahverkehrs, wie zum Beispiel ein möglicher Anstieg von Vandalismus und ein verlangsamter Service durch erhöhtes Nutzeraufkommen, müssen in Erwägung gezogen werden.

Luxemburg ist nicht das einzige Land, das mit dem kostenlosen öffentlichen Nahverkehr experimentiert. Estland führte bereits 2013 einen kostenlosen Nahverkehr in seiner Hauptstadt Tallinn ein. In den kommenden Jahren soll das Modell landesweit ausgebaut werden.

Der Verkehrssektor ist einer der größten CO2-Produzenten der Welt und übertrifft mit seinen Emissionen sogar den kohleabhängigen Stromsektor. Luftverschmutzung verursacht in ganz Europa über 400.000 vorzeitige Todesfälle und über 24,7 Milliarden US-Dollar (21,8 Milliarden Euro) an Gesundheitskosten pro Jahr.

In Paris, Barcelona und Berlin wurden in den vergangenen Jahren die Preise für den öffentlichen Nahverkehr gesenkt, um den Straßenverkehr zu reduzieren und die Luft zu verbessern.

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Für eine bessere Einhaltung der Luftqualitätsvorschriften der Europäischen Union, ist in Deutschland sogar ein kostenloser Nahverkehr im Gespräch.

"Wir erwägen den kostenlosen Nahverkehr, um die Zahl der Pkw zu reduzieren", lautet es in einem Schreiben an die Europäische Kommission im Februar 2018. "Die Bekämpfung der Luftverschmutzung ohne weitere Verzögerungen hat für Deutschland höchste Priorität.

Mit der Einführung des Gratisnahverkehrs will Luxemburg in erster Linie dem Verkehr entgegenwirken, aber auch etwas für die Umwelt und die Luftverschmutzung tun, denn das Land hat eine der schlechtesten Luftqualitäten Europas.

Dieser Schritt wird in den Sozialen Medien bereits groß gefeiert.