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Gesundheit

In Armut aufzuwachsen, könnte das Gedächtnis schädigen

Warum das wichtig ist
Kinder, die in armen Verhältnissen  aufwachsen, benötigen vor allem Zugang zu Bildung, um ihre wirtschaftlichen Umstände zu verbessern und für ihre Gesundheit vorsorgen zu können. Um extreme Armut bis 2030 zu beenden, müssen wir sicherstellen, dass zukünftige Generationen dieser Zugang zu Wissen ermöglicht wird. Du kannst hier mit Global Citizen zu diesem Ziel aktiv werden.

Ein Kind, das in einem einkommensschwachen Haushalt aufwächst, könnte im Alter von 50 Jahren ein vergleichsweise schlechtes Gedächtnis aufweisen, berichtete die US-amerikanische Nachrichtenseite The Atlantic.

Dem Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Gesundheit widmet sich eine neue Studie der US-amerikanischen Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS). Dafür wurden Daten von 24.066 Teilnehmer*innen im Alter von über 50 Jahren in den USA ausgewertet.

Während der Laufzeit der Studie von 2004 bis 2015 haben sich die Probanden alle zwei Jahre einem Gedächtnistest unterzogen – mit dem Ergebnis, dass Menschen, die in wohlhabenden Verhältnissen aufgewachsen sind, im Alter die besseren kognitiven Fähigkeiten vorweisen konnten.

Vorherige Forschungen fanden bereits heraus, dass drei zentrale Faktoren zu berücksichtigen sind, wenn man die Auswirkungen von Kinderarmut auf das Gehirn untersucht. Die neue Studie von PNAS zeigt allerdings, dass ihr Zusammenspiel zu einer schlechteren Gedächtnisleistung im Alter führen kann.

Der erste Faktor sind bereichernde Erfahrungen, die man in der Kindheit sammelt. Kinder, die in Armut aufwachsen, haben weniger Zugang zu beispielsweise weiterbildenden und abwechslungsreichen Freizeitaktivitäten, die den eigenen Horizont erweitern und später im Leben zu einer fortgeschritteneren Gehirnentwicklung führen können, so The Atlantic.

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Der zweite Faktor beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Lebenswegen, die Menschen aufgrund ihrer finanziellen Situation einschlagen. Für Menschen aus einkommensschwachen Haushalten ist es in einigen Ländern schwieriger, an guten Hochschulen angenommen zu werden, Karriere zu machen oder einen gesünderen Lebensstil zu pflegen.

Als dritter Faktor muss berücksichtigt werden, dass Kindheitserfahrungen langfristige und nachhaltige Auswirkungen auf das eigene Leben haben. Wenn Traumata aufgrund von Mangelerfahrungen in der Kindheit zunehmen, kann das zu schlechteren akademischen Leistungen führen und letztendlich einen Rückgang kognitiver Fähigkeiten verursachen. Vor dem Hintergrund, dass weltweit betrachtet eines von fünf Kindern in Konflikt- oder Krisengebieten lebt, geben diese Erkenntnisse einen Einblick in die Herausforderungen einer gesamten Generation.

Der PNAS-Bericht zeigt nun, dass das Zusammenspiel dieser Bereiche zu einer Abnahme der eigenen Denkleistung im Erwachsenenalter führen kann – selbst wenn nur zwei der drei Faktoren zutreffen. So wäre ein Kind, das zwar in Armut aufgewachsen ist, aber beispielsweise eine höhere Schule besucht hat, nicht automatisch “immun” gegen einen Gedächtnisverlust im höheren Alter, wenn dieses zudem Traumata in der eigenen Kindheit erfahren hat.

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Um dem Verlust der eigenen Gedächtnisleistung im Erwachsenenalter entgegenzuwirken, schlägt die Studie Lösungsansätze vor: zum Beispiel Kindern dabei zu helfen, höhere Bildungswege einzuschlagen.

Mit mehr als 72 Millionen Kindern weltweit, die in Armut leben und nicht zur Schule gehen können, sind Maßnahmen zur Bekämpfung von Kinderarmut entscheidend, um einer ganzen Generation eine bessere Zukunft zu ermöglichen.