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Citizenship

Endlich: Kindersoldaten in Kolumbien sollen nach Hause dürfen

L.Rose

Für tausende von Kindersoldaten in Kolumbien kann es schon sehr bald heißen: zurück nach Hause!

Im Rahmen der Friedensgespräche zwischen der kolumbianischen Regierung und den Vertretern der revolutionären Streitkräfte, kurz Farc genannt, haben beide Parteien jetzt eine enorm wichtige Einigung getroffen: Kindersoldaten, die in den Reihen der kolumbianischen Rebellen dienen, sollen so schnell wie möglich nach Hause dürfen. Den Anfang sollen alle unter 15-Jährige machen.

Wie viele Kinder genau für die Farc dienen, ist nicht öffentlich bekannt. Aber es ist kein Geheimnis, dass die Farc zu minderjährigen Rekruten nicht nein gesagt hat. Um dem ebenfalls ein Ende zu setzen, haben die Rebellen bereits im Februar dieses Jahres angekündigt, keine unter 18-Jährigen mehr zu rekrutieren.

In Kolumbien herrscht seit über 50 Jahren ein blutiger Bürgerkrieg, in der die linksgerichtete Farc gegen die oligarchische Land- und Machtkonzentration ankämpft. In den seit einem halben Jahrhundert andauernden Auseinandersetzungen haben bereits hunderttausende Zivilisten ihr Leben verloren, Millionen Menschen wurden vertrieben und schier unzählige Familien auseinandergerissen.

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In den vergangenen Jahren gab es bereits zwei Friedensgesprächs-Anläufe, die allerdings scheiterten. Der derzeitige läuft jetzt seit November 2012 und die Welt hegt Hoffnung, dass es dieses Mal zu einem Durchbruch kommt.

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos zumindest begrüßte die jetzt getroffene Vereinbarung: „Wir haben ein historisches Abkommen erzielt, um die Kinder aus dem Krieg zu holen."

Nach Hause - und dann?

Und es gibt zwei weitere, sehr wichtige Teile in dieser Abmachung. Zum einen soll festgelegt werden, dass die entlassenen Kinder nicht als Kriegsverbrecher behandelt werden. So sollen alle Kinder unter 14 Jahren laut der Einigung vollkommen straffrei behandelt werden. Und alle Jugendlichen, die zwischen 14 und 18 Jahren sind, sollen vom Vorwurf der Rebellion freigesprochen werden.

Außerdem kündigte Farc-Chefunterhändler Iván Márquez zudem an, dass an der Erstellung von 'Sozial- und Bildungsprogramme' für die Betroffenen gearbeitet wird, um die Kinder seelisch aufzufangen, wenn sie die Kreis der Soldaten verlassen und zu Hause wieder einen 'normalen' Alltag nachgehen sollen. Denn kaum ein Kind verlässt seinen Dienst als Kindersoldat ohne Traumata. 

Weltweit werden pro Jahr immer noch rund 250.000 Kinder in mindestens 19 Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika als Soldaten eingesetzt. Oft sind sie in ihrem 'Dienst' nicht freiwillig gelandet, sondern wurden entführt, gezwungen, unter Drogen gesetzt oder aber mit falschen Versprechen angelockt und dann festgehalten. Mangelnde Bildungsmöglichkeiten, psychologische Betreuung und ein fehlendes soziales Netzwerk machen es diesen Kindern enorm schwer, in einen 'kindgerechten Alltag' zurück zu kehren.


Keine Frage: Krieg und gewaltvolle Auseinandersetzungen sind grundsätzlich immer schrecklich, aber wenn solche Dinge auch noch auf den Schultern der Schwächsten unter den Schwachen, wehrlose Kinder, ausgetragen werden, muss man sich doch wirklich fragen, auf welchem Fundament unsere Zivilisation im 21. Jahrhundert ruht.

Solche Nachrichten wie aus Kolumbien sind daher zumindest ein kleiner Hoffnungsschimmer zwischen alle den blutigen Auseinandersetzungen weltweit. Bleibt zu hoffen, dass die weiteren Friedensgespräche fruchtbar sind und andere Länder sich ein Beispiel nehmen.