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UN Environment
Umweltschutz

Dieses Boot besteht aus 30.000 recycelten Flip Flops

Warum das wichtig ist:
Die weltweite Plastikverschmutzung bedroht das Leben im Wasser und an Land. Auf der ganzen Welt führen immer mehr Länder Maßnahmen ein, damit Plastik nicht in der Umwelt landet. Werde hier mit uns aktiv, um der Plastikverschmutzung ein Ende zu setzen.

Sie sind leicht, luftig und besonders im Sommerurlaub beliebt. Aber: Sie sind auch aus Plastik und werden gen Urlaubsende oft am Strand zurückgelassen: Die Flip-Flops.

Um ein Zeichen gegen diese Form der Umweltverschmutzung zu setzen, haucht ein kenianisches Unternehmen den Plastikschlappen neues Leben ein.

Den Grundstein für die Aktion setzte Ben Morison, selbst Reiseveranstalter in der kleinen Inselstadt Lamu, Kenia. Sein Geschäft hängt von Bootsausflügen auf das umliegende Meer ab. In den vergangenen Jahren fiel ihm bei seinen Touren immer mehr Plastik im Wasser auf. Da wurde ihm klar, dass die Plastikverschmutzung den Tourismus und das Leben im Wasser bedroht.

Das war die Geburtsstunde von “Flipflopi”: Wie könnte man besser auf dieses Problem hinweisen, als mit einem Boot, das aus recyceltem Plastikmüll besteht? Gedacht, getan: Für die Umsetzung seines Vorhabens stellte Morison ein Team aus Freiwilligen zusammen, um Plastik zu sammeln und heuerte Ingenieur*innen und Handwerker*innen an.

Flipflopi sticht in See

Nach mehr als zwei Jahren Arbeit stach Flipflopi – das erste Segelschiff seiner Art – am 15. September 2018 in See. Seitdem ist es ein farbenfrohes Symbol für das sich weltweit verschlimmernde Plastikproblem.

Flipflopi ist 9 Meter lang und besteht aus mehr als 10 Tonnen gesammeltem Plastik, berichtet das Umweltprogramm der Vereinten Nationen mit Hauptsitz in Nairobi, Kenia. Mit etwa 30.000 verarbeiteten Flip-Flops macht das Boot seinem Namen alle Ehre.

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“Etwa 3 Milliarden Menschen auf dieser Erde tragen oder besitzen Flip-Flops“, sagte Morison gegenüber dem UN-Umweltprogramm. “Damit sind sie das verbreitetste Schuhwerk weltweit. Sie werden von Menschen aller Hautfarben und [rund um den Globus] von Australien bis nach Nordamerika getragen.”

Ein regionales “Produkt”

Das Segelschiff besteht ausschließlich aus lokal recycelten Plastikmüll, was für Morison beweist, dass ähnliche Projekte überall auf der Welt initiiert werden können.

“Wir haben uns ganz bewusst auf lokal verfügbare Ressourcen beschränkt“, sagt Morison. “Wir haben dieses Boot nach einem traditionellem Verfahren und ohne Computer gebaut. Elektronische Werkzeuge kamen selten zum Einsatz. Wir hätten das Projekt in fünf Monaten fertigstellen können, aber es hat zweieinhalb Jahre gedauert. Das haben wir bewusst so entschieden, da wir zeigen wollten, dass diese Form von Recycling, das Umfunktionieren von Plastik, auch mit wenig Ausstattung funktionieren kann.“

Nach den ersten kürzeren Ausflügen nahe Lamu segelt Flipflopi weiter nach Sansibar, unterstützt von dem UN-Umweltprogramm Von da aus soll das Boot und seine Besatzung andere Länder, Unternehmen und Menschen über die Dringlichkeit des Müllproblems aufklären.

Kenia übernimmt im nationalen Vergleich im Kampf gegen Plastikmüll mittlerweile eine Vorreiterrolle. Bereits 2017 verabschiedete das ostafrikanisches Land ein Verbot von Plastiktüten.

Plastikmüll: Ein globales Problem

Global gesehen landen jedes Jahr über 13 Millionen Tonnen Plastikmüll im Meer. Dort wird es durch die Meereswirbel zu riesigen Plastikstrudeln zusammengetragen. Plastik hat bereits die abgelegensten Gebiete im Atlantik erreicht und bedeckt ganze Meeresböden. Meereslebewesen ersticken, verheddern oder vergiften sich oft an dem Plastik. Auch Korallenriffe sind bedroht. Sie werden oft von dem Plastik zerstört oder vom Sonnenlicht abgeschirmt.

Rund 60 Prozent der weltweiten Plastikverschmutzung wird von sechs Ländern in Asien verursacht. Grund dafür sind vor allem ungenügende Müllentsorgungssysteme.

In den kommenden Jahren möchte Morison weitere und größere Flipflopi-Modelle bauen und mehr Menschen dazu bewegen, selbst aktiv zu werden.

“Ich freue mich sehr darauf, nach Sansibar zu reisen und so hoffentlich auch Tansania anzustecken“, sagte er dem UN-Umweltprogramm. “Denn in Wahrheit ist das, was wir gemacht haben, sehr einfach. Es geht einfach darum, den Mut zum Träumen zu haben. Es geht darum, dass Menschen aus sich herauskommen. Du brauchst einfach eine gute Idee und Kreativität.“