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Umweltschutz

Kenias Plastiktüten-Verbot brachte dieses Mädchen auf eine geniale Idee - das Netz feiert sie dafür

Ndungu Nyoro

Im September letzten Jahres hat Kenia das weltweit bisher strengste Verbot von Plastik erlassen. Für die Menschen im Land bedeutet das: Eine Plastiktüte zu besitzen, herzustellen oder zu verkaufen ist illegal und kann mit Geldstrafen bis zu 38.000 US-Dollar oder einer möglichen Freiheitsstrafe von bis zu vier Jahren geahndet werden.

Was auf den ersten Blick großartig für die Umwelt scheint, entpuppt sich für einen Teil der Bevölkerung als Herausforderung. Denn Plastiktüten waren billig und die Alternative, wie zum Beispiel Stofftaschen, sind mit 200 Kenianische Schilling (ca. 1,72 Euro) pro Stück für viele zu teuer.  

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Auch Hilda Gaceri Bundi, Schülerin eines Gymnasiums in Meru, Ost-Kenia fand sich in einer solchen Situation wieder. Um zum Unterricht zu kommen, brauchte sie eine Tasche für ihre Schulsachen. Früher nutzte sie einfach eine Plastiktüten. Die alternative Stofftasche war für sie zu teuer. Also entschied sie sich kurzerhand dafür, zu improvisieren. Dabei bediente sie sich einer Methode, die sie aus ihrem Dorf in Keria, Nkubu, kannte.

Gesagt, getan. Bundi verbrachte einen ganzen Vormittag damit, ihr Meisterwerk herzustellen: Eine umweltfreundliche Tasche aus getrockneten Bananenblättern.

Soviel Kreativität bleibt - zum Glück - selten unentdeckt. Bundi versteht bis heute nicht, warum um sie und ihre Tasche so viel Wind gemacht wurde, aber die Bilder und ihre Geschichten gingen viral. Und brachten ihr viel Lob für ihre Kreativität und praktische Herangehensweise ein.

Inzwischen haben Bundis Mitbürger die “National Environment Management Authority” (kurz: NEMA) aufgefordert, Bundi zur Botschafterin des Plastiktütenverbots zu machen.

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Bis sich eine Plastiktüte zersetzt, kann es bis zu 1.000 Jahre dauern. Eine immens lange Zeit, in der die Tüte quasi nichts anderes tut, als der Umwelt zu schaden. Tiere verfangen sich in weggeworfenem Plastikmüll und verenden elendig oder verwechseln den giftigen Müll mit Futter.

Jede Idee, die den Gebrauch von Plastik reduziert und die Umwelt schont, ist ein Schritt in eine gesündere, nachhaltigere Welt. Und Bundi beweist, dass jeder in diese Richtung kreativ sein kann.