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Hunger & Ernährungssicherheit

Zeit, den “Lucky Iron Fish” kennenzulernen

Ok, ich habe in der Überschrift ein wenig gelogen: es ist -fast- an der Zeit den “Lucky Iron Fish (‘glücksbringenden Eisenfisch’) kennenzulernen.

Denn bevor ich richtig los lege, möchte ich ganz kurz was zum Thema Eisenmangel sagen und wieso das ein enorm wichtiges Thema ist. Eisenmangel gehört zu den häufigsten Mangelerscheinungen weltweit und fast die Hälfte der Weltpopulation leidet darunter. Symptome, die bei Eisenmangel auftreten, sind ein allgemeines Schwächegefühl, Müdigkeit und Schwindelgefühl. Mit einem niedrigen Eisenwert fällt einem jedwede Arbeit noch schwerer als sonst und es fehlt oft die Energie, gesteckte Ziele zu erreichen.

Wenn Eisenmangel nicht ernst genommen wird, kann dies sogar zu einer sogenannten Eisenmangelanämie führen, was zu Herzrhythmusstörungen, Komplikationen während der Schwangerschaft, Depressionen bis hin zu Wachstumsstörungen bei Kindern mit sich bringen kann.

Eisenmangel sollte man also nicht auf die leichte Schulter nehmen und die naheliegende Lösung wäre natürlich, wenn alle einfach mehr Eisen zu sich nehmen würden. Aber das ist leichter gesagt als getan. Für Menschen, die in extremer Armut leben, sind eisenhaltige Nahrungsmittel oftmals genau die, die sie sich nicht leisten können. Rotes Fleisch, Fisch und grünes Blattgemüse sind reich an Eisen, stehen aber vielen Menschen nicht täglich zur Verfügung. Und wie sieht’s mit Vitamintabletten aus? Naja, ich denke es ist klar, dass wenn jemand sich schon keinen Fisch leisten kannst, er mit Sicherheit nicht in der Apotheke die Regale nach Nahrungsmittelergänzungen durchsuchen wird.

Eisenmangel ist ein weltweites Problem  - und jetzt kommen wir auch endlich zu meiner Geschichte, die da beginnt mit den Worten: allein in Kambodscha leiden etwa 6 Millionen Menschen an Eisenmangel!

Es ist an der Zeit, den Fisch kennenzulernen

Probleme wie diese benötigen also innovative Lösungen und eine davon kommt von einem Unternehmen aus Kanada, die den 'Lucky Iron Fish' erfunden haben.
Der ‘Lucky Iron Fish’ wird aus recyceltem Eisen hergestellt, ist kleiner als ein Stapel Spielkarten und hilft auf simple und doch unglaublich effektive Art und Weise. Und wie funktioniert’s?  Wenn erhitzt, gibt der Fisch Eisenpartikel frei - alles was man also tun muss ist den Fisch in kochendes Wasser oder mit in die Suppe geben und schon wird das Wasser bzw. die Suppe mit Eisen angereichert, welches der Körper beim Verzehr mit aufnimmt. Studien zufolge ist bei den Menschen, die den Lucky Iron Fish benutzen, der Eisenmangel um die Hälfte zurückgegangen. Und ein normaler Eisengehalt im Körper gibt einem wieder mehr Kraft, fördert die Gehirnleistung und den Blutkreislauf.
Ein Fisch kostet ca. 4,50 € und kann eine ganze Familie bis zu 5 Jahre mit Eisen versorgen. Und warum gerade ein Fisch? Ein Fisch ist in Kambodscha ein Symbol für Glück. 

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Und das ist noch nicht alles: hinter diesem kleinen Fisch steckt noch viel mehr Gutes. Das Start-Up Unternehmen, welches den Fisch erfunden hat, hat es sich zum Ziel gesetzt, die Gemeinden in Kambodscha so umfangreich wie möglich von dem Fisch profitieren zu lassen. So wird der kleine Eisenfisch vor Ort hergestellt, Frauen aus der Region sind angestellt um die handgewebten Verpackung aus Palmenblättern herzustellen und eine lokale PR Agentur kümmert sich um die Werbung und Verbreitung. Dieser Fisch bekommt inzwischen weltweite Aufmerksamkeit und auch andere Länder haben bereits Bestellungen aufgegeben.

Dieser Fisch ist ein super Beispiel dafür, wie einfache, kostengünstige und effektive Lösungen aussehen können, um Menschen, die in extremer Armut leben, zu helfen.

Und einige der überraschendsten und eindrucksvollsten Innovationen, um Menschen zu helfen einen Weg aus extremer Armut zu finden, kommen aus der Unternehmerszene - und von solchen Unternehmen werde ich im Laufe des Jahres hier bei Global Citizen mehr berichten!