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Citizenship

Mann lädt Obdachlose, Waisenkinder & herrenlose Tiere als Gäste zu seiner Hochzeit ein

Aditya Tiwari ist kein gewöhnlicher Mensch, so viel kann man mit Sicherheit sagen.

Der 28-jährige aus Indien hat ein Kind mit Down-Syndrom adoptiert und gehörte damit zu Beginn des Jahres zu Indiens jüngsten alleinerziehenden Vätern. Und jetzt hat er vor einigen Wochen die Liebe seines Lebens geheiratet hat - und zur Hochzeit Waisenkinder, Obdachlose, Zoo- und herrenlose Straßentiere eingeladen.

Das Jahr 2016 begann für Aditya Tiwari aus Indien bereits mit einem großartigen Erfolg: nach einem 18-monatigen Kampf mit den Behörden durfte er endlich den kleinen Avnish offiziell seinen Sohn nennen - die Adoption wurde für rechtskräftig erklärt.

Avnish kam 2014 mit Down-Syndrom und einem Herzfehler zur Welt und wurde deswegen von seinen wohlhabenden Eltern zur Adoption freigegeben. Aditya nahm Avnish bei sich auf mit der festen Absicht, ihn zu adoptieren. In einem Land, in dem patriarchale Normen einen starken Einfluss auf kulturelle Werte haben, sind alleinerziehende Männer allerdings eine echte Seltenheit. Es war daher ein zäher Kampf zwischen den Behörden und Aditya, bevor die Adoption rechtskräftig wurde. Inzwischen leben beide glücklich in Pune in Indien. 


Und Adityas Jahr der Highlights ging weiter: am 16.Juli - sieben Monate nachdem die Adoption offiziell war - heiratete Aditya seine große Liebe Arpita, die er seit 15 Jahren kennt. 

Doch Aditya wollte diesen besonderen Tag nicht nur mit der Familie feiern, sondern vor allem mit denjenigen teilen, die in diesem Jahr vielleicht nicht so viel Glück hatten wie er. Gegenüber der Zeitung 'Times of India' und dem 'Business Insider India' sagte er: „Das ist einer meiner glücklichsten Tage in meinem Leben, ich wollte daher auch die Menschen und Lebewesen einladen, die sonst eher sehr selten oder gar nicht zu solch einer Feier eingeladen werden - Kinder aus Kinderheimen, Obdachlose, arme Menschen, herrenlose Tiere von der Straße." 

Aditya und Arpitas Gästeliste umfasste schlussendlich insgesamt 10.000 Kinder aus Kinderheimen, Obdachlose, vernachlässigte Witwen und Eltern sowie 1000 ausgesetzte Tiere von der Straße. Symbolisch hatte er zudem auch Zootiere eingeladen, da Aditya ein großer Zoo-Fan ist.  
Alle diese besonderen Gäste nahmen Seite an Seite mit Adityas und Arpitas enger Familie an der Hochzeit und an den gesamten Feierlichkeiten teil. Andere Gäste waren nicht eingeladen. 

Und damit noch nicht genug: statt Hochzeitsgeschenke zu empfangen, verteilten Aditya und Arpitas Geschenke an ihre Gäste in Form von Büchern und Medizin. 

Und die Kosten dieser außergewöhnlichen Hochzeit? Rund 30,000 indische Rupies, was umgerechnet ungefähr 405€ entspricht. Andere Länder, andere Hochzeitskosten.

Dabei fangen die Kosten für Hochzeiten in Indien im Durchschnitt bei ca. 1000 € an. Hochzeiten werden in Indien in der Regel sehr groß und überschwänglich gefeiert - tausende von Gäste sind keine Seltenheit, ebenso wenig, dass diese tagelang mit Feierlichkeiten überschüttet werden. 

Aditya lag mit seinem Hochzeitsbudget von knapp 400€ also noch weit unter dem Durchschnitt - und hat es trotz allem geschafft, sehr viele Menschen (und Tiere) glücklich zu machen. Wenn das nicht mal eine fantastische Bilanz für eine Hochzeit ist!

„Menschen in Indien neigen dazu, hunderttausende von Rupies für ihre Hochzeit auszugeben, für Dekorationen, aufwendige Menüs, für DJs, aber das wollte ich definitiv nicht so machen." sagte Aditya in einem Interview mit der Hindustan Times.

Selbst wer Aditya nicht persönlich kennt, wird sich an dieser Stelle über folgendes nicht mehr wundern: die 'Hochzeitsaktion' soll keine einmalige Aktion in Adityas Leben bleiben. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht auch auf seinem weiteren Lebensweg Gutes tun zu wollen.

So hat er inzwischen auch einen Tiger in einem Zoo adoptiert, 100 Bäume gepflanzt und plant in den nächsten zwei Monaten eine Selbsthilfegruppe für Kinder mit Down-Syndrom zu schaffen. Und seine langfristigen Pläne sind nicht weniger ambitioniert: er will Sanitäranlagen für Mädchen in abgelegenen Orten in Madhya Pradesh bauen und ein Tierheim für ausgesetzte Tiere errichten.  

Auf die Frage, was er sich für seinen eigenen Sohn wünscht, antwortete Aditya:

„Ich wünsche mir, dass er mit dem Bewusstsein für die Schönheit unserer Natur aufwächst - flatternde Schmetterlinge, summende Bienen, das Plätschern einen Baches, das Rauschen des Windes in den Wipfeln der Bäume, der atemberaubende Anblick einer sternenklaren Nacht. Ich wünsche mir, dass er mit all' den Farben des Lebens malen und die Leinwand seines eigenes Lebens damit gestalten kann. Ich hoffe, dass er die heilsame Wirkung von Musik spürt und wie jede einzelne Note dazu beitragen kann, sich besser zu fühlen. Ich wünsche mir, dass er tanzen lernt und das er so ausgelassen tanzt, als ob niemand ihm dabei zusieht. Ich hoffe, dass er träumt und an sich glaubt und gute Dinge erschafft, denn das sind die wahren Inhalte unseres Lebens. Ich wünsche mir, dass seine Gedanken fliegen damit sie ihn weiter tragen als er es sich je vorstellen kann."