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Indian Mishing tribal women show the indelible ink marks on their index fingers after casting their votes in Majuli, Assam, India, April 11, 2019. Voters in 18 Indian states and two Union Territories began casting ballots on Thursday, the first day of a seven-phase election staggered over six weeks in the country of 1.3 billion people. The election, the world's largest democratic exercise, is seen as a referendum on Prime Minister Narendra Modi and his Bharatiya Janata Party.
Anupam Nath/AP
Frauenrechte

Indien wählt so viele Frauen ins Parlament wie nie zuvor

Von Roli Srivastava

MUMBAI, 24. Mai  (Thomson Reuters Foundation) — Nach den diesjährigen Wahlen in Indien zieht eine Rekordzahl von Frauen in das indische Parlament ein. Zudem wurde der Premierminister Narendra Modi wiedergewählt.

Bereits nach Auswertung der ersten Zählungen am 17. Mai entschieden die Frauen 78 der 542 Sitze im Unterhaus für sich – ein Rekordhoch in Bezug auf den Frauenanteil in der größten Demokratie der Welt, auch wenn Indien damit noch immer weit hinter dem weltweiten Durchschnitt liegt, bei dem fast jeder vierte Platz von einer Frau besetzt wird.

Indien war eines der ersten Länder weltweit, das eine Frau an die Spitze wählte. Doch auch mehr als fünf Jahrzehnte nachdem Indira Gandhi Premierministerin wurde, bleibt der Anzeil der Frauen in der Politik in Indien gering.

"Es gibt den Mythos, dass Kandidatinnen verlieren werden, aber das ist nicht wahr", sagte Sasmit Patra, Sprecher der sozialdemokratischen Biju Janata Dal Partei (BJD), die sieben Frauen von insgesamt 21 Abgeordneten im ostindischen Bundesstaat Odisha stellt.

Eine der erfolgreichen Kandidatinnen der vergangenen Wahlen ist die 70-Jährige Pramila Bisoy, die jahrelang indischen Frauen auf dem Land beim Aufbau von Kleinunternehmen geholfen hat und sagte, sie hätte nie damit gerechnet, sich einmal im indischen Parlament wiederzufinden.

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“Da ich nun gewonnen haben, werde ich mit den anderen Verantwortlichen über die Probleme meiner Region sprechen“, sagte sie der Thomson Reuters Foundation.

Fast die Hälfte der 900 Millionen indischen Wahlberechtigten sind Frauen. Sowohl die regierende Partei Bharatiya Janata (BJP) von Premierminister Modi als auch die oppositionelle Kongresspartei hatten in ihrem Wahlkampf daher versucht, vor allem die weiblichen Wähler für sich zu gewinnen.

Beide stellten Frauen ein sichereres Leben und neue Perspektiven in Aussicht, die derzeit noch immer weniger verdienen, weniger lernen, in ärmeren Verhältnissen leben, jünger heiraten und sexueller Gewalt wie Belästigung und Vergewaltigungen ausgesetzt sind.

Die Wahlbeteiligung von Frauen war in der Vergangenheit stets niedrig gewesen – erst in diesem Jahr kam sie zum ersten Mal an die Quote der Männer von 67 Prozent heran.

Bereits bei ersten Hochrechnungen wurde deutlich, dass der Frauenanteil auf 14 Prozent steigen dürfte – mit zwei Prozentpunkten mehr als zuvor, aber immer noch deutlich hinter den Nachbarländern Pakistan und Bangladesch.

“Überall dort, wo die führenden Parteien Frauen in den Wahlkampf geschickt haben, konnten diese einen Sieg verzeichnen“, sagte Tara Krishnaswamy von Shakti, einer Organisation, die sich für einen größeren Frauenanteil im Parlament einsetzt.

Eine der größten Rückschläge bei den Wahlen erfuhr der Vorsitzende der oppositionellen Kongresspartei Rahul Gandhi in Amethi – einer jahrzehntelangen Hochburg der Gandhi-Familie – als er von der BJP-Kandidatin Smriti Irani abgelöst wurde.

Vijaya Rahatkar, Vorsitzende des weiblichen Flügels der BJP, bezeichnete dies als einen "symbolischen" Sieg, der zeigen würde, dass die indischen Wähler*innen weibliche Kandidaten als ebenbürtig wahrnehmen.

(Dieser Beitrag stammt von Roli Srivastava, überarbeitet von Claire Cozens. Bitte die “Thomson Reuters Foundation” als Quelle angeben, wenn dieser Artikel zitiert / geteilt wird. Die Thomson Reuters Foundation berichtet über humanitäre Hilfe, Frauenrechte, Menschenhandel, Klimawandel und vieles mehr auf news.trust.org.)