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Shankar S. / Flickr
Bildung

Lehrer in Indien kauft und fährt Schulbus, damit Kinder in die Schule können

Warum das wichtig ist
Armut und ein erschwerter Zugang zu Bildung gehen oft miteinander einher – und nicht selten sind Transportkosten eine zusätzliche Hürde. Wenn Familien das Geld für Bus oder Fahrrad fehlt, bleiben Kinder oft zu Hause. Bis 2030 wollen wir extreme Armut beenden. Du kannst dich uns anschließen und hier aktiv werden.

Ein Lehrer aus Indien wird dafür gefeiert, dass er seine Schüler auf den richtigen Weg gebracht hat – ganz wörtlich genommen.

Denn Rajaram, der Mathematik und Naturwissenschaften an einer staatlichen weiterführenden  Schule im Distrikt Udupi unterrichtet, kaufte einen Bus und holt seine Schüler nun jeden Morgen ab und fährt sie nach dem Unterricht wieder nach Hause.

Diese Entscheidung traf Rajaram, nachdem er merkte, wie hoch die Abbrecherquote an seiner Schule war. Der Grund war schnell gefunden: "Zwischen den Häusern der Kinder und der Schule gibt es keine Straßen", sagte Rajaram der Nachrichtenseite News Minute. "Es gibt nur einen Schlammweg durch einen Wald und die meisten der Schülerinnen brachen nach und nach die Schule ab, weil ihre Familien Angst hatten, wenn ihre Kinder insgesamt sechs Kilometer von und zur Schule [durch den Wald] laufen mussten."

Enttäuscht von immer weniger Schüler*innen suchte der Lehrer nach einer Lösung.

"Eines Abends habe ich gezählt, wie viele Kinder nicht mehr [zum Unterricht] kamen und ich war verärgert. Jede Woche fehlten mindestens fünf bis sechs Schüler. Da rief ich einen unserer ehemaligen Schüler, Vijay Hegde, an und schlug ihm vor, einen Bus zu kaufen, um die Kinder abzuholen und wieder nach Hause zu fahren."

Rajaram und Hegde haben zusammen mit einem weiteren Absolventen, Ganesh Shetty, die Mittel zusammengelegt und vor sechs Monaten einen Bus gekauft, berichtet News Minute.

Doch dazu auch noch einen Busfahrer zu beschäftigen, war einfach zu teuer. Also erklärte Rajaram sich bereit, den Job selbst in die Hand zu nehmen.

Seit die Schule diesen privaten Fahrservice anbietet, ist die Zahl der Schüler*innen von 50 auf 90 gestiegen.

“Die Schule beginnt morgens um 9:30. Und ich kümmere mich darum, dass alle pünktlich da sind”, sagt Rajaram im Interview.

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Schon jetzt arbeitet Rajaram an weiteren Ideen, was er an und in der Schule noch verändern kann, um die Schüler zu motivieren.

"Ich überlege, die Schule einzuzäunen und eine Sportbahn zu bauen, damit Kinder Sport treiben können", sagte er zu The News Minute. "Derzeit gibt es Geldprobleme, aber ich bin mir sicher, dass wir diese Hürde auch noch nehmen werden. Die Kinder werden motivierter sein, zur Schule zu kommen, wenn wir Sportunterricht und andere Aktivitäten anbieten.”

Gemeindemitglieder loben Rajaram als Optimisten und Hoffnungsträger.

“Ein Lehrer wie Rajaram ist ein Vorbild und zeigt uns, wie man staatliche Schulen vor der Schließung bewahren kann”, sagte Praveen Shetty der indischen Tageszeitung Deccan Herald.