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Umweltschutz

Hurra! Indien stoppt Milliarden-Bauprojekt, um Regenwald und Tiger zu schützen

jennyhsu47

Indien liefert wieder einmal Grund für großartige Neuigkeiten: Die Regierung hat sich dazu entschlossen, ein Regenwaldgebiet, in dem noch immer Tiger vorkommen, vor der Abholzung zu schützen.

Denn eigentlich sollte genau hier ein Megaloch zum Abbau von Diamanten entstehen. Doch das Projekt, das mehr als 3 Milliarden US-Dollar (ca. 2,6 Milliarden Euro) wert sein soll, ist nun gestoppt worden. Was für ein großartiger und richtiger Entschluss!

Im März dieses Jahres stand Indiens forstwirtschaftlicher Beratungsausschuss vor einer großen und wichtigen Entscheidung: soll nun der Megabau einer neuen Diamantenmine im Chhatarpur Waldgebiet im Bundesstaat Madhya Pradesh genehmigt werden oder sollen stattdessen 971 Hektar Wald geschützt werden?

Hinter der geplanten Diamantenmine steckt Rio Tinto, eine der weltweit größten Bergbaugesellschaften. Vor 10 Jahren haben sie ihr Projekt der indischen Regierung vorgestellt. Und seit 10 Jahren warteten sie nun ungeduldig auf die Antwort. Rio Tinto wollte sich einmal unter dem Regenwald in Madhya Pradesh nach Diamanten umsehen, hieß es. Dass ihnen hierbei ca. 492.000 Bäume im Weg stehen würden und mehrere indigene Völker umziehen müssten, war der Gesellschaft ziemlich egal. Bei dem Vorhaben hätte Rio Tinto gleichzeitig auch ein wichtiges Waldgebiet für die Tiger der Region zerstört. Diese nutzen nämlich genau diesen Teil des Waldes, um von einem in den anderen Regenwald zu gelangen.

Zuvor hatte Rio Tinto ausgerechnet, dass die Mine in der Bundelkhand-Region, in der das Regenwaldgebiet liegt, mehr als 34,2 Millionen Karat an Diamanten produzieren könnte. Das würde Indien auf die Top Ten Liste der weltweiten Diamantenproduzenten bringen. Doch nun wurde beschlossen, dass die Region zu dicht bevölkert sei - trotz der riesigen Edelsteinvorkommen. Neben der Bevölkerungsdichte ist es aber auch die umfangreiche Tierwelt, die geschützt werden soll: denn nicht nur Tiger sondern auch Leoparden, Geier, Lippenbären, Indische Gazellen und die vor dem Aussterben bedrohten Pfauen und Axishirsche sind hier zu Hause.

„Die genauen Ausmaße des Megaprojekts von Rio Tinto sind noch immer nicht bestätigt, aber so ein großes Projekt, vor allem aber die Infrastruktur, die solch ein Bau nach sich zieht, würde die Verbreitungs- und Wanderungsgebiete der Tiger definitv zu stark beeinflussen”, sagt Biologe und Naturschützer Raghu Chundawat gegenüber Quartz.

Obwohl Rio Tinto versucht hat, die „umweltfreundliche” Seite seiner neuen Diamantenmine hervorzuheben, hat sich das aus Natur- und Umweltschützern zusammengesetzte Expertenteam der Regierung nun gegen den Bau entschieden, da dieser ein zu großes und zu kostbares Waldstück zerstören würde.

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Seit einigen Jahren setzt Indien sich zunehmend dafür ein, sein „Nationaltier” - den Bengal-Tiger, der nur hier auf dem Subkontinent vorkommt - vor dem Aussterben zu schützen. Denn in den letzten Jahrzehnten ist die Anzahl der Tiere erschreckend stark gesunken. Häufig werden die Tiger aus ihrem eigentlichen Gebiet vertrieben, fallen dann Wilderern zum Opfer oder sind durch den Klimawandel und seinen Auswirkungen gefährdet.

Der Schritt, den Minenbau zu stoppen und stattdessen das Regenwaldgebiet mitsamt seinen menschlichen und tierischen Bewohnern zu schützen, sendet ein absolut positives Signal an andere Länder. Hoffentlich finden sich viele Nachahmer!