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Umweltschutz

Indien: Delhi macht Plastikprodukten in ganzer Stadt den Garaus

Flickr - Jonny Hughes

Indien hat vor wenigen Wochen offiziell bekanntgegeben, dass es Plastikprodukte in der kompletten Stadt Delhi verbietet. Das Verbot umfasst Plastiktüten, genauso wie Plastikbecher und -besteck. Na, wenn das die Natur nicht aufatmen lässt!

Indiens „National Green Tribunal“ (NGT) hat das neue Gesetz eingeführt, nachdem es von der illegalen Plastikverbrennung auf drei verschiedenen Mülldeponien der Stadt erfuhr. Am 01. Januar 2017 ist die Verordnung in Kraft getreten.

Die illegale Verbrennung von Plastik (und anderem Müll) trägt zur Verschlechterung der Luftqualität bei, ein Problem, das gerade die großen Städte in Indien immer wieder versuchen, in den Griff zu bekommen. In einem kürzlich veröffentlichten Bericht der Weltgesundheitsorganisation wurde festgestellt, dass Indiens Hauptstadt Neu-Delhi die schlechteste Luftqualität aus über 1.600 Städten aufweist, die für den Bericht analysiert wurden. Indien beheimatet sogar ganze 13 der schmutzigsten Städte der Welt. Darüberhinaus ist Indien auch noch einer der größten Umweltverschmutzer, den es auf der Welt gibt - direkt hinter den USA und China.

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Das Plastikproblem begrenzt sich aber nicht nur auf Städte, sondern ist in den letzten Jahren weltweit zu einem der schwerwiegendsten Umweltprobleme geworden. Jährlich landen 8,8 Millionen Tonnen Plastik in den Meeren und Ozeanen. Laut der Times of India stammen 60% des Plastikmülls in den Ozeanen aus Indien.

Das größte Problem, das sich bei Plastik ergibt, ist, dass es nicht verrottet, sondern nur in immer kleinere Teile bricht. Diese kleinen Teile werden dann von Vögeln oder Meereslebewesen für Nahrung gehalten. Erst vor Kurzem wurden im Magen eines toten Wals mehr als 30 Plastiktüten gefunden.

Das ist aber nicht das einzige Problem, dass sich für die Tiere ergibt. Es wird geschätzt, dass sich jährlich 100.000 Meereslebewesen in herum schwimmenden Plastikteilen wie Tüten oder Planen verfangen und daran verenden.

Der australische Umweltschützer Tim Silverwood hat selbst erfahren, wie schlimm es um das Plastikproblem in Indien steht und was das für die Meere und Ozeane bedeutet.

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Silverwood sagte gegenüber der Zeitschrift Surf Careers: „Als ich mit meinem Snowboard im Himalaya unterwegs war, habe ich miterlebt, wie der Müll eines ganzen Dorfes einfach in den Abgrund geschüttet wurde. Aus den Augen, aus dem Sinn. Das war für mich einer der einschneidendsten Momente. Es hat mich sehr erschüttert. Ich habe den ganzen Plastikmüll vor den Küsten Indonesiens, Südostasiens und Indiens schwimmen sehen. Und hier stand ich auf einem der schönsten Berge dieser Welt, auf dem der Weg des Mülls einfach so seinen Anfang nahm.“

Delhis Bemühungen, das Plastikproblem der Stadt in den Griff zu bekommen, ist ein guter Schritt, den Halbkontinent (zumindest ein wenig) von der Plastiklast zu befreien. Es braucht allerdings viele weitere Schritte, sowohl in Indien als auch weltweit, um das Plastikproblem unserer Generation endlich zu lösen.