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IKEA will Arbeitsplätze für syrische Flüchtlinge in Jordanien schaffen

Lights illuminate an Ikea logo above the Ikea. Photographer: Andrey Rudakov/Bloomberg via Getty Images

Das weltbekannte Möbelhaus IKEA ließ verlauten, dass es mehr soziale Verantwortung übernehmen will. Damit würde sich der Möbelhersteller zu anderen Unternehmen wie Starbucks, Uber und Airbnb, gesellen, die unter anderem seit dem Einreiseverbot für Muslime aus bestimmten Ländern in die USA, Hilfe für syrische Flüchtlinge angeboten haben.

IKEAs Vorhaben? Ab 2019 will der multinationale Konzern Arbeitsplätze in Jordanien schaffen und syrische Flüchtlinge zum Beispiel Teppiche und Textilien herstellen lassen, die dann in IKEA Filialien verkauft werden. 

„Die augenblickliche Situation in Syrien ist eine absolute Tragödie. Das Nachbarland Jordanien tut bereits alles in seiner Macht stehende, um Millionen Flüchtlingen Zuflucht zu bieten“, sagt Jasper Brodin, Vorstandsvorsitzender bei IKEA, laut CNN Money. „Wir wollen auch einen Beitrag leisten.“

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Jordanien hat weltweit die meisten Flüchtlinge aufgenommen: 650.000 Menschen haben in dem Land, das südlich an Syrien angrenzt, Zuflucht gefunden.
Dem Krieg in ihrer Heimat zwar entkommen, ist die allgemeine Lebenssituation dieser Menschen allerdings weiterhin schwierig. Arbeitsplätze sind enorm rar gesät, bis jetzt konnten gerade einmal 37.000 Arbeitsgenehmigungen ausgestellt werden.

160.000 Syrer in Jordanien hingegen arbeiten illegal. Der Anteil der arbeitslosen Frauen ist dabei um einiges höher als der Anteil der Männer.

Das schwedische Möbelhaus möchte deshalb in den kommenden Jahren mit Organisationen vor Ort zusammenarbeiten und vor allem Frauen zusätzlich flexible Arbeitszeiten anbieten. IKEAs Initiative soll 2019 bis zu 200 neue Arbeitsplätze schaffen.

Die hergestellten Produkte sollen dann in Jordanien und anderen nahöstlichen Ländern, mit denen Jordanien ein freies Handelsabkommen hat, verkauft werden.

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Die Idee, Arbeitsplätze für syrische Flüchtlinge zu schaffen, ist allerdings nicht brandneu, sondern kam dem schwedischen Unternehmen bereits bevor Präsident Trump ein Einreiseverbot für Menschen aus sieben verschiedenen muslimischen Ländern ausgesprochen hatte. Denn IKEA macht sich seit geraumer Zeit für geflüchtete Menschen aus und in Syrien stark, in dem das Unternehmen mehr Aufmerksamkeit auf das Thema lenken will.  

So errichtete das Möbelhaus letzten Oktober in einer norwegischen IKEA Filiale eine täuschend echte Nachbildung eines vom Krieg mitgenommenen Hauses in Damaskus, um vor Augen zu führen, welches Ausmaß die Angriffe auf die Stadt und ihre Einwohner haben.

Die Aktion brachte Spenden von Unternehmen und Bevölkerung in Höhe von 23 Millionen US-Dollar an das Rote Kreuz ein, die in Syrien im Einsatz sind.

Ebenfalls in 2016 gewann IKEA einen Design-Award für die Entwicklung eines innovativen Schutzzelts, das in Flüchtlingscamps genutzt werden kann. Das Zelt mit dem Namen „Better Shelter“ ist groß genug, um einer fünfköpfigen Familie Platz zu bieten. Es wird aus recyceltem Plastik hergestellt, kann in nur wenigen Stunden aufgebaut werden und kommt mit einer kleinen Solaranlage, um Licht und Strom zu erzeugen.

Die Zelte wurden an Flüchtlingscamps auf der ganzen Welt verteilt und sind bis heute im Einsatz (nur ein Schutzzelt steht in der Dauerausstellung des berühmten New Yorker Kunstmuseum MoMA).

Und was tut IKEA in den USA? 

Der Standortleiter für Amerika, Lars Petersson, wandte sich letzte Woche, nachdem Präsident Trump sein Einreiseverbot erlassen hatte, in einem offenen Brief an seine Mitarbeiter. In diesem Brief sicherte er allen Mitarbeitern zu, dass das Möbelhaus voll und ganz hinter seinen internationalen Angestellten und deren Familien steht und kostenlose Rechtshilfe zur Verfügung stelle, sollte jemand von dem neuen Einreiseverbot betroffen sein.