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Citizenship

Dank 'Ice Bucket Challenge': Wissenschaft feiert neues ALS-Forschungsergebnis

Kim Quintano

Es gab kein Entkommen: egal wo man sich im Jahr 2014 online aufhielt, überall traf man auf Menschen, die sich kübelweise eiskaltes Wasser über den Kopf gossen.

Die 'Ice Bucket Challenge' Aktion eroberte die Welt im Sturm. Vom Nachbarn über den lokalen Fußballverein bis hin zu Helene Fischer und Bill Gates. 17 Millionen Online-Videos von durchnässten Menschen wurden hochgeladen und jedes Mal mussten drei weitere Menschen für die 'Challenge' nominiert werden.

Absicht der Aktion war es, auf die neurologische Krankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) aufmerksam zu machen und Spenden für die Forschung auf diesem Themengebiet zu sammeln.

Die Aktion hat tatsächlich was gebracht

Wie die ALS-Association nun bekannt gegeben hat, wurde jetzt ein wichtiger wissenschaftlicher Durchbruch in der Erforschung der Krankheit erzielt. Wissenschaftler haben ein neues Gen entdeckt, dass bei der Entstehung der Krankheit eine ausschlaggebende Rolle spielen soll.

Die Gelder für die Forschung hierzu stammten unter anderem aus den weltweit gesammelten Spenden im Rahmen der 'Ice Bucket Challenge'. 

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Was ist ALS?

Bei der Nervenkrankheit gehen langsam und unaufhaltsam Neuronen (Nervenzellen) im Körper kaputt, die für die Bewegung unserer Muskulatur zuständig sind. Dadurch werden die Muskeln immer schwächer, bis sie irgendwann ganz gelähmt sind. Das betrifft nicht nur die Fähigkeit, zu laufen oder aber einfach den Arm zu bewegen, sondern auch Dinge wie Sprechen, Schlucken oder Atmen. Ohne funktionierende Muskeln ist das alles nicht mehr möglich.

Die Krankheit ist derzeit nicht heilbar und die Lebenserwartung nach einer Erkrankung liegt bei gerade Mal zwei bis fünf Jahren.  

Die Forschung konzentriert sich darauf, die Ursache für die Erkrankung zu finden und durch entsprechende Gen-Therapie eine Behandlungsmöglichkeit zu entwickeln.

Zu den weltweit wohl bekanntesten Persönlichkeiten, die an ALS erkrankt sind, gehören Stephen Hawkings und der Triathlon-Athlet Jon Blais aka 'Blazeman', bei dem 2005 die Krankheit diagnostiziert wurde und der trotzdem im gleichen Jahr den Ironman-Lauf auf Hawaii absolvierte.

Kritik an der Challenge
Aufgrund der Popularität der 'Ice Bucket Challenge' wurden bald auch kritische Stimmen darüber laut, dass manche Teilnehmer in ihren Videos gar nicht auf die ALS-Krankheit hinwiesen oder aber ihre Spenden anderen Organisationen zugute kommen ließen.

Auch die US-amerikanische ALS-Association musste sich den Vorwurf gefallen lassen, dass es an Transparenz rund um die Spendensummen mangelte und wohl zu wenige Spenden tatsächlich in die Forschung gesteckt wurden.

In einer Welt, in der wir immer mehr online kommunizieren, aktiv werden und mit einem Klick Veränderungen schaffen wollen, ist die 'Ice Bucket Challenge' ein guter Beweis dafür, dass eine Idee nicht nur Spaß, sondern auch sinnvolle Ergebnisse bringen kann. Solche Kampagnen können dazu beitragen, die Aufmerksamkeit der Welt auf solche Themen zu lenken, die ansonsten kaum Gehör finden.

ALS ist heute dank der Challenge mehr Menschen bekannt als noch vor 2 Jahren. Und wer weiß, wie lange die Errungenschaften in der Forschung noch gebraucht hätten, wenn weniger Geld und damit weniger Wissenschaftler zur Verfügung gestanden hätten? Letztendlich beweist es, dass wir gemeinsam, wenn Millionen von uns sich wirklich für etwas einsetzen, wir echte Veränderung schaffen können.