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A study by African Child Policy Forum (ACPF) has found that almost 60 million children in Africa do not have enough food.
Hanna Morris/Unsplash.
Hunger & Ernährungssicherheit

Die meisten Kinder in Afrika sterben an Hunger, besagt neue Studie

Warum das wichtig ist
Hunger ist noch immer die häufigste Todesursache weltweit. Und das obwohl die Weltgemeinschaft mehr als genug Nahrung produziert. Die Vereinten Nationen (UN) setzen sich dafür ein, dass wir bis 2030 in einer Welt ohne Hunger leben. Dabei spielen eine nachhaltige Landwirtschaft sowie die faire Verteilung von Lebensmitteln eine entscheidende Rolle. Du kannst dich hier mit uns für eine Welt ohne Hunger einsetzen.

Etwa 60 Millionen Kinder in Afrika hungern. Auf dem gesamten Kontinent verschuldet Hunger 45 Prozent aller Todesfälle von Kindern, wie eine Studie des African Child Policy Forums (ACPF) nun berichtet.

Zudem steht neun von zehn Kindern keine angemessene Ernährung zur Verfügung, so die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Die Kriterien für das errechnete “Ernährungsminimum” richten sich nach der Qualität, der Menge und der Regelmäßigkeit von Mahlzeiten. Darin inbegriffen ist auch die Nahrung, die Säuglinge über ihre Mutter aufnehmen, sowie der Zeitpunkt, ab dem feste Nahrung auf dem Ernährungsplan stehen sollte. Des Weiteren wird bewertet, welche Inhaltsstoffe und Vitamine jede Mahlzeit für Säuglinge und Kinder im Alter von bis zu 23 Monaten abdecken sollte.

“Nur zwei von fünf Kindern essen regelmäßig, nur eines von fünf Kindern erhält ausreichend Nährstoffe und weniger als eines von zehn Kindern bekommt genug zu essen“, heißt es in dem Bericht.

Die Erkenntnisse dieser Studie wurden in Addis Ababa, Äthiopien, vor einer Delegation von Regierungsführern, Menschenrechtsexpert*innen und Aktivist*innen für Kinder- und Frauenrechte vorgestellt.

“Es ist absolut inakzeptabel, dass Kinder im 21. Jahrhundert in Afrika noch hungern müssen“, sagte Dr. Assefa Bequele, Vorstandsvorsitzender von ACPF, Medienberichten zufolge.

Dabei produziere Afrika derzeit mehr Nahrungsmittel denn je, so Bequele. Dennoch bleibt Hunger ein weit verbreitetes Problem – vor allem, weil der afrikanische Kontinent noch immer von Konflikten heimgesucht wird, die die Entwicklung hemmen und sich negativ auf die Lebensqualität auswirken.

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Viele Menschen in Afrika leiden immer noch unter extremer Armut, sowie unter einem ungleichem Wirtschaftswachstum und Geschlechterungerechtigkeit. Konflikte und der Klimawandel tragen dazu bei, “dass alles noch komplizierter wird“, sagte Bequele.

Die Studie fand auch heraus, dass “weltweit alle drei Sekunden ein Kind an den Folgen von Hunger stirbt“.

Die höchste Todesrate von Kindern, die an Hunger sterben, wurde in Zentralafrika gemessen. 48,5 Prozent aller Kinder dieser Region haben nicht genug zu essen. In Ostafrika sind es 32,4 Prozent, im Süden Afrikas 30,9 Prozent, in Westafrika 29,5 Prozent und in Nordafrika 12,4 Prozent.

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“Hungernde Kinder bleiben ein bestehendes und dringliches Problem in Afrika“, sagte Bequele. “Hunger untergräbt das Selbstwertgefühl dieser Kinder, ihre Selbstachtung, ihre Würde. Er führt zu amoralischem Verhalten und Kriminalität. Er ist eine eine der erniedrigendsten Mangelerfahrungen mit großen persönlichen, sozialen und wirtschaftlichen Entbehrungen. Hunger ist ein riesiges Problem in Afrika“.

Bequele ist überzeugt, dass Hunger vor allem ein politisches Problem sei, dessen Lösung einen politischen Willen und politische Maßnahmen afrikanischer Regierungen erfordern würde.

Graça Machel, Vorsitzende des internationalen Stiftungsrats der ACPF, forderte Regierungen dazu auf, die Gleichberechtigung der Geschlechter voranzubringen. Nur so könnte man den damit eng in Verbindung stehenden Problemen wie Hunger und extremer Armut ein Ende setzen.

“Frauen und Mädchen sowie Kinder aus armen oder ländlichen Verhältnissen, leiden am häufigsten unter Hunger“, sagte sie. “In einigen Ländern ist die Zahl unterernährter Kinder auf dem Land doppelt so hoch wie bei ihren Gleichaltrigen in der Stadt.“