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Gesundheit

Medizin bekommt Zuwachs: Hunde werden zu Malaria-Aufspürern ausgebildet

Hunde sind toll (jaja, Katzen auch). Und das Hundenasen tausendfach besser sind als die von Menschen ist den meisten wohl auch bekannt. Jetzt sollen die Vierbeiner als Malaria-Aufspürer eingesetzt werden und so Menschenleben retten.

Das Prinzip ist dabei nicht neu: aufgrund ihres besonderen Geruchssinns und ihres sozialen Wesens werden sie zum Beispiel bereits als Polizei- oder Zollhunde zum Aufspüren von Drogen und Falschgeld eingesetzt. Oder aber als Lawinenhunde, um Verschüttete unter meterdicken Schneedecken zu erschnüffeln.

Und auch die Medizin hat inzwischen erkannt, dass die Fähigkeit von Hunden herkömmlichen Therapien durchaus Konkurrenz machen kann. So werden sie als Therapiehunde eingesetzt oder helfen Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen im Alltag.

Durch ihr einzigartiges Arbeitsgerät - ihrer Nase - können sie allerdings noch weitaus mehr erreichen:
die Vierbeiner können Tumore erschnüffeln oder ihre Besitzer vor Unterzuckerung oder epileptischen Anfällen warnen!

Natürlich müssen die Vierbeiner dafür erstmal trainiert werden, wie zum Beispiel im Medical Detection Dogs-Center in England. Die Wohltätigkeitsorganisation bildet Hunderassen mit gutem Geruchssinn zu hervorragenden medizinischen Helfern aus.

Nun bildet die Hundeschule in England die Fellnasen noch in einem weiteren Feld aus: zum Erschnüffeln von Malaria.

Die Bill und Melinda Gates Stiftung hat Prof. Steve Lindsay von der Durham Universität finanzielle Unterstützung für ein einzigartiges Projekt zugesagt: Gemeinsam mit dem Medical Detection Dogs-Center, der Londoner Hygiene- und Tropenmedizinhochschule und dem Medical Research Council Unit Gambia will Prof. Lindsay Hunde darauf abrichten, Malaria- Parasiten durch den menschlichen Schweiß der Patienten aufzuspüren.

Prof. Lindsay: „Bisherige Ergebnisse haben gezeigt, dass Patienten, die den Malaria-Parasiten in sich tragen, einen bestimmten Geruch absondern. Dieser verschwindet, sobald die Patienten behandelt werden. Wir wissen außerdem, dass die Mücken, die Malaria übertragen, am liebsten Menschen stechen, die den Malaria-Parasiten in sich tragen. Das können sie nur durch den Geruch erkennen.”

Bisher kann Malaria nur durch einen Bluttest festgestellt werden. In manchen Gegenden der Welt ist dieser aber schwierig umzusetzen. Der Test durch einen Vierbeiner ist dagegen schnell und braucht kein weiteres Untersuchungslabor. Hunde könnten zum Beispiel an Flughäfen eingesetzt werden, um ankommende Reisende aus den Tropen schnell zu untersuchen, oder an abgelegende Orte auf der Welt reisen, wo ein Labor nicht so schnell aufgebaut werden kann.

Das Training


Um die Hunde zu trainieren, werden Nylonsocken von 400 Kindern aus Gambia - teils gesunde, teils mit dem Malaria-Parasiten infizierte Kinder - als Riechproben eingesetzt. Die Kinder sollen die Socken 24 Stunden lang tragen, damit sie den Geruch aufnehmen. Mithilfe dieser Socken werden die Hunde dann darauf trainiert, zwischen den verschiedenen Proben zu unterscheiden.

„Hunde können mit ihren außergewöhnlichen Nasen auch noch so winzige Partikel erschnüffeln. Oder um es anschaulicher auszudrücken: Würde man einen Teelöffel Zucker in zwei olympische Schwimmbecken geben, könnten die Hunde den Zucker noch riechen. Wir sind daher fest davon überzeugt, dass wir die Hunde auch für das Aufspüren von Malaria einsetzen können”, bestätigt Dr. Claire Guest, Leiterin des Medical Detection Dogs-Centers.

Das Projekt zeigte bereits Erfolge und ist deshalb eine bedeutende Errungenschaft in der Medizin. Denn noch immer infizieren sich Millionen von Menschen jährlich mit Malaria: 2015 trugen schätzungsweise 212 Millionen Menschen den Malaria-Parasiten in sich. Fast eine halbe Millionen Menschen sind an den Folgen der Malaria-Erkrankung gestorben. Viele von ihnen waren schwangere Frauen und Kinder, da sie am anfälligsten sind. Aufgrund des Klimawandels kommt es außerdem zu einer immer weiteren Verbreitung von Malaria, da sich die Mücken in immer mehr Teilen der Erde zu Hause fühlen.

Die besten Freunde des Menschen können uns also dabei helfen, die Ausbreitung von Malaria einzudämmen und das Leben von Millionen von Menschen zu retten.