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Frauenrechte

Flugbegleiterin reagiert blitzschnell, rettet zwei Mädchen vor Menschenhändler

Es war ein grauer Februartag, als Denice Miracle ihre Schicht als Flugbegleiterin für American Airlines am Flughafen in Sacramento antrat.

Sie arbeitete gerade am Check-in Schalter, als zwei junge Mädchen im Teenageralter auf sie zukamen. Die beiden hatten jeweils ein Erste-Klasse Ticket für einen Direktflug nach New York. Das erste, das Denice auffiel, war ein fehlendes Rückflugticket. Vielleicht nicht ganz so außergewöhnlich. Doch irgendwas stimmte trotzdem nicht, fand Denice.

Die beiden Mädchen waren alleine unterwegs und trugen nur kleine Taschen mit sich. Sie machten einen unsicheren und leicht ängstlichen Eindruck.

Denice reagierte blitzschnell und rief das Flughafenbüro der Polizeiwache in Sacramento an.

Laut einem Vertreter des Büros, der im Nachhinein mit den Mädchen sprach, wird davon ausgegangen, dass die beiden Mädchen Opfer eines versuchten Menschenhandels wurden.

Als sie die Mädchen sah, seien bei ihr innerlich alle Alarmglocken angegangen, wird Denice in der Pressemitteilung von American Airlines zitiert. "Die beiden hatten lediglich ein kleines Bündel an Taschen dabei. Sie machten den Eindruck, als ob sie von zuhause weglaufen würden", so Denice weiter. "Sie sahen sich immer wieder auf eine Weise an, die ängstlich und verunsichert wirkte. Mein Bauchgefühl sagte mir, dass hier etwas nicht stimmte."

Wie das Polizeibüro später mitteilte, wurden die Mädchen von einem Instagram-Benutzer unter dem Namen "Drey" kontaktiert. Der Nutzer versprach ihnen 2.000 Dollar Gage für ein Wochenende als Models in einem Musikvideo in New York. Während die Mädchen den Eindruck hatten, dass man ihnen Hin- und Rückflugtickets gekauft hatten, waren die Tickets jedoch nur für den Hinflug ausgestellt.

Nachdem ihnen der Zutritt zum Flugzeug verweigert worden war, versuchte eines der Mädchen, "Drey" telefonisch zu kontaktieren, der daraufhin umgehend sein Instagram-Profil löschte.

Auch wenn es antiquiert klingt: Menschenhandel in Form von moderner Sklaverei existiert noch immer - und floriert sogar so stark wie nie zuvor. Laut "Polaris Project", einer Wohltätigkeitsorganisation mit dem Ziel, das Netzwerk aus Menschenhändlern zu zerschlagen, hat es allein in den Vereinigten Staaten in den vergangenen zehn Jahren rund 22.000 Fälle von moderner Sklaverei gegeben.

Menschenhändler haben es oft auf Ausreißer abgesehen. Jeder sechste Ausreißer, der in die Hände von Menschenhändlern gerät, landet laut Statistiken des “National Center for Missing & Exploited Children” im Sexhandel.

"Ich bin sehr, sehr dankbar dafür, dass Frau Miracle ihrer Intuition gefolgt ist und ihre Sorge um die Mädchen sie dazu veranlasste, die Situation zu melden", sagte Todd Sanderson, ein Stellvertreter der Polizeiwache am Sacramento International Airport gegenüber der Zeitung Sacramento Bee. "Ohne sie hätten wir diesen Mädchen nicht helfen können."