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Wasser & Hygiene

Wie der Zugang zu Wasser das Leben dieser 4 Frauen verändert hat

Unvorstellbar, aber jeden Tag verbringen Frauen, die keinen direkten Zugang zu Wasser haben, weltweit 125 Millionen Stunden damit, Wasser für ihre Familien zu holen und ganze 266 Millionen Stunden damit, einen Ort zu finden, um ungestört auf Toilette gehen zu können.

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Mysore, Indien - Dank der Hilfe von Water.org haben die Frauen des Mahahalli Dorfs nun alle Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitärbereichen in ihren Häusern. Die dadurch gewonnene Zeit können sie zum Beispiel nutzen, um die Felder entlang der Hauptstraße in ihrem Dorf zu bestellen. Dort pflanzen sie Ringelblumen, Lavendel, Weizen und Feldfrüchte an, um sie auf dem Markt zu verkaufen.

Um an all das Wasser für den täglichen Gebrauch wie z.B. zum Trinken, Waschen, Kochen oder Putzen zu gelangen, laufen die Frauen oft kilometerweit, müssen schwere Behälter schleppen, stundenlang warten und viel zu häufig Wucherpreise für das Wasser zahlen! Für die Ausführung dieser Aufgaben wird kein weibliches Gemeindemitglied ausgelassen: sobald Mädchen alt genug sind, müssen sie sich an der Arbeit beteiligen.

Weltweit betrachtet hat einer von drei Menschen keinen Zugang zu einer funktionierenden Toilette. In vielen Ländern ist es Frauen noch nicht einmal gestattet, ihre Notdurft während des Tages im Freien zu verrichten. Deshalb müssen sie bis zur Dämmerung warten, um etwas Privatssphäre zu finden. Das hat natürlich große Auswirkungen auf die Gesundheit der Frauen, die damit aufs Spiel gesetzt wird. Fast die Hälfte aller Mädchen weltweit besucht Schulen, die keine Toilette haben. Deshalb brechen viele von ihnen die Schule ab, sobald sie in die Pubertät kommen bzw. ihre Menstruation einsetzt.  

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Nairobi, Kenia - Ester vermietet Zimmer an Familien im Dorf Kigiru. Sie hat ein Darlehen bei WaterCredit aufgenommen, um zwei große Wassertanks zu finanzieren, die ihren Mietern als Teil der Mietvereinbarung sicheres Trinkwasser zur Verfügung stellen.

In den vergangenen Jahrzehnten haben Organisationen konstant versucht, den Zugang zu Wasser- und Sanitärbereichen vor allem für arme Menschen in Entwicklungsländern zu verbessern. Vor allem der Bau von Brunnen und Sanitäranlagen wurde entsprechend gefördert hat. Ein an sich lobenswerter Schritt - allerdings ist dieser Ansatz allein weder nachhaltig noch ausreichend, angesichts der globalen Wasserkrise. 

Denn einem großen Teil der Bevölkerung helfen solche Spenden nur temporär. Was stattdessen langfristig hilft, ist der Zugang zu eigenen finanziellen Mitteln. Die Organisation Water.org hat zum Beispiel herausgefunden, dass Frauen die Wasser- und Sanitärbedarfssituation für ihre Familie durchaus selbst aufbauen können: wenn ihnen die Zeit, die sie normalerweise zum Wasserholen und Aufsuchen eines ruhigen Ortes brauchen, zur Verfügung stehen würde, könnten sie zur Schule gehen, für ein eigenes Einkommen arbeiten und letzten Endes ihre eigenen Lösungen finanzieren.

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Tangerang, Indonesien - Neni hat mit Hilfe von WaterCredit den Bau einer Toilette in ihrem Haus finanzieren können. Dadurch hat sie nun die Möglichkeit, in ihrem eigenen Lebensmittelladen sowohl das Geld zur Rückzahlung des Kredits als auch Geld für ihre eigene Familie zu verdienen.

Millionen von Menschen, denen bisher der Zugang zu sauberen Wasser- und Sanitäranlagen fehlt, könnte durchaus geholfen werden, indem weiterhin daran gefeilt wird, finanzielle und andere Hindernisse aus dem Weg zu schaffen, so dass aus ihnen erfolgreiche Mitglieder der Gesellschaft werden.

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Nairobi, Kenia - Tabitha bezahlte ihren Nachbarn bisher 35-70$ im Monat um deren Brunnen benutzen zu dürfen. Deshalb bat sie WaterCredit um ein Darlehen für den Kauf eines eigenen Regenwasserauffangbehälters, was sie 40$ pro Monat kostet. Das Darlehen bezahlte sie bereits innerhalb eines Jahres ab. Nun investiert sie das zusätzliche Geld in ihr Geschäft in Rongai.

Water.org sieht bereits erste großen Erfolg darin, die mitunter angestaubten Ideen der Wohltätigkeitsorganisationen umzukrempeln und stattdessen Menschen die Möglichkeit einzuräumen, sich ihre Zukunft finanziell selbst zu gestalten. Wer den Bau von Wasserhähnen oder Toiletten in seiner eigenen Gemeinschaft bzw. in seinem eigenen Heim entsprechend finanzieren kann, hat die Chance, die Entwicklung selbst voran zu treiben und diese in lokale Hände zu lassen, statt sie an Außenstehende abzugeben. Bis heute konnte Water.org mit diesem Ansatz mehr als 3,3 Millionen Menschen erreichen. Und von diesen 3,3 Millionen waren 90% Frauen, die den aufgenommenen Kredit mit einer Rate von 99% bereits zurückgezahlt haben.

Manchmal sind die offensichtlichen Lösungen nur der Beginn einer Reise, die durch ständige Weiterentwicklung, Ausproboeren und Entdeckungen zum Ziel führen.  


Die in diesem Artikel dargestellte Meinung ist ausdrücklich die Meinung des Autors und nicht maßgeblich die Meinung von Global Citizen, unseren Partnern und/oder unserer Partner-Organisationen.