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Colin Young-Wolff/Invision/AP
Frauenrechte

Aus diesem verdammt guten Grund verbreiteten sich #MeToo-Posts wie ein Lauffeuer

Mitte Oktober forderte Schauspielern Alyssa Milano ihre Twitter-Fans dazu auf, zusammen mit ihr ein Zeichen gegen sexuelle Belästigung und Übergriffe zu setzen: jeder, der schon einmal eine solche Erfahrung gemacht hat, soll die zwei Worte ‘Me, too’ (‘Ich auch’) posten.

Bereits am nächsten Tag, zählte Twitter mehr als 200.000 Tweets mit dem Hashtag #MeToo. Und auch auf Facebook verbreitete sich das Phänomen schnell, indem mehr und mehr Menschen ihre eigenen ‘Me, too’ Einträge schrieben und teilten.

Nun kürte das US-Magazin „Time" die #MeToo-Kampagne zur „Person des Jahres". Natürlich handelt es sich bei #MeToo nicht um eine Person. Die „Time" begründet die Entscheidung damit, dass die Kampagne die schnellste kulturelle Veränderung seit der 60er Jahre in Gang gesetzt hat.

Ihrem Post fügte Schauspielerin Alyssa Milano eine Grafik bei, auf der zu lesen ist: „Wenn alle Frauen, die jemals sexuelle Belästigung oder einen sexuellen Übergriff erlebt haben ‘Me, too’ posten würden, könnten wir der Öffentlichkeit vielleicht ein Gefühl dafür vermitteln, welch enormes Ausmaß dieses Problem hat.”

Die US-amerikanische Online Plattform ‘Bustle’ machten Social Media Influencer Amy Siskind sowie die Frauenrechtsorganisation ‘The New Agenda’ für den erfolgreichen Social Media Trend verantwortlich – andere Nachrichtenplattformen hingegen schreiben den Erfolg Alyssa Milano und ihrem Aufruf zu, der zudem den Zahn der Zeit trifft.

Denn sexuelle Belästigung und Übergriffe werden in den USA gerade heiß diskutiert, seit die New York Times am 5. Oktober einen Report veröffentlichte, in dem mehrere Frauen zitiert werden, die dem Hollywood Produzenten Harvey Weinstein sexuelle Belästigung in den vergangenen Jahrzehnten vorwerfen. Daraufhin veröffentlichte der New Yorker einen weiteren detaillierten Report, in dem mehrere bekannte Schauspielerinnen dem Produzenten konkret Vergewaltigung vorwerfen.

Seit diesen Veröffentlichung sind viele weitere Berichte über Weinsteins sexuelle Übergriffe aufgetaucht, inklusive Vorwürfen von Persönlichkeiten wie Gwyneth Paltrow und Angelina Jolie.

Die Reaktionen auf Milanos Tweet am Sonntag zeigen, wie viele Frauen von diesem Problem betroffen sind.

Neben weiteren Schauspielerinnen, die den Hashtag ‚Me, too’ verbreiteten, schlossen sich auch hunderttausende Frauen der Bewegung an. Viele teilten in den sozialen Netzwerken ihre eigenen Erlebnisse mit sexuellen Belästigungen und Übergriffen.

Milano spielte in der TV-Serie „Charmed - Zauberhafte Hexen“ an der Seite von Schauspielerin Rose McGowan, die zu denjenigen gehört, die sich nun gegen Weinstein aussprechen. Seit der New York Times Veröffentlichung hat McGowan inzwischen erschreckende Details über Weinsteins Verhalten und ihrer Vergewaltigung preisgegeben.

Auch männliche Twitter-User haben auf Milanos Post reagiert, um zu zeigen, dass sexuelle Belästigung nicht ausschließlich Frauen betrifft und um Männer dazu aufzufordern, ihr Verhalten gegenüber Frauen zu ändern.

Es ist nicht das erste Mal, dass Milano sich für die Rechte von Frauen einsetzt. Gemeinsam mit anderen Stars machte sie sich dafür stark, Babys lange zu stillen und bekannte sich dazu, ihr Baby mit Muttermilch zu füttern, bis es zur Schule geht.

Zwar wurde die aktuelle Diskussion über sexuelle Belästigung und Angriffe durch die Anschuldigungen gegen Harvey Weinstein vorangetrieben. Doch Milano betont, dass dieses Problem größer ist als Weinstein und Hollywood.

Auf ihrer Website „Patriot Partisan” schrieb sie vergangenen Woche: „Sexuelle Belästigung und Körperverletzung am Arbeitsplatz gibt es nicht nur bei Harvey Weinstein. Wir müssen grundsätzlich etwas verändern. Wir müssen die Lage für Frauen überall verbessern.“

Die Lawine, die nun ins rollen gekommen ist, zeigt, wie weitreichend dieses Problem ist. Aber sie beweist auch, dass wir aktiv werden und uns für die Rechte von Frauen stark machen können.