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Frauenrechte

Guatemala hebt das Mindestalter für Eheschlieβungen auf 18 Jahre an

Flickr- David Amsler

Wirklich gute Neuigkeiten: Guatemalas Kongress hat einem Gesetz zugestimmt, das Eheschlieβungen mit Minderjährigen ab sofort verbietet. Demnach muss jetzt ein jeder mindestens 18 Jahre alt sein, um eine Ehe eingehen zu dürfen. Das sind groβartige Nachrichten für Mädchen in Guatemala und ein wichtiger Schritt im weltweiten Kampf um Frauenrechte.

Vor dem Gesetzesbeschluss war es in Guatemala offiziell erlaubt, Mädchen ab 14 und Jungs ab 16 Jahren zu verheiraten, wenn die Eltern dem zustimmten. Das neue Gesetz stellt nicht nur einen enorm wichtigen Schutz heranwachsender Menschen nach, sondern schlieβt auch die bis dahin bestehende ungerechte Behandlung der Geschlechter.

Ein Kongressabgeordneter in Guatemala sagt zu dem neuen Gesetz, dass es “mit einer falschen Tradition Schluss macht” und hoffentlich auch die Zahl der minderjährigen Schwangerschaften drastisch senkt.

In Guatemala werden im Durchschnitt pro Jahr 4000 Mädchen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren Zwangsverheiratet, laut UNICEF sogar 7% der Mädchen noch vor ihrem 15. Geburtstag. Rund 4700 Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren werden jedes Jahr in Guatemala schwanger.

Mädchen, die im frühen Alter in eine Ehe gezwungen werden haben kaum eine Chance, ihre Schulbildung abzuschlieβen. Vor allem schwangere Mädchen brechen fast immer die Schule ab, um sich fast ausschlieβlich um ihre Kinder und den Haushalt zu kümmern. Solche Umstände sind gefährlich, denn es treibt die Mädchen fast immer in eine Abhängigkeit vom Mann ohne Möglichkeiten und Wissen, ihr eigenes Potential zu entfalten oder gar ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Wird ein junges Mädchen von ihrem wesentlich älteren Ehemann verlassen, wird es fast immer in extremer Armut ohne wirklichen Ausweg zurückgelassen. Das legale Alter für eine Eheschlieβung anzuheben ist daher ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um Mädchen auch die Möglichkeit zu geben, eine Schule abzuschlieβen.

Angesichts der vielen bedenklichen Situationen, denen Mädchen in Zentralamerika ausgesetzt sind – von den erschreckenden Abtreibungsgesetzen in El Salvador bis hin zu den ansteigenden Gewalttaten gegenüber Mädchen – ist es durchaus inspirierend zu sehen, dass in mitten dieser Länder Guatemala sich pro-aktiv zeigt, durch die Gesetzesänderung die Zukunft von Mädchen entsprechend zu verbessern.