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Die “Grüne Mauer“ Afrikas: Eine Idee, die die Welt verbessern könnte

Warum das wichtig ist
Die “Grüne Mauer“ ist ein ambitioniertes, multinationales Projekt. Es soll helfen, Landschaften in der afrikanischen Sahelzone wiederherzustellen und Fortschritte wie neue Arbeitsplätze und eine verbesserte Ernährungssicherheit auf den Weg zu bringen. Damit ist es ein Paradebeispiel für die Umsetzung der globalen Entwicklungsziele. Du kannst dich hier mit Global Citizen für den Klima- und Umweltschutz stark machen.

Während Regenwälder in Flammen stehen und Wüsten sich ausbreiten, plant dieses visionäre Projekt die Renaturierung einer der größten und trockensten Regionen der Welt.

Die Idee der “Grünen Mauer“ klingt zunächst wie eine Geschichte aus einem Kinderbuch: zu schön, um wahr zu sein, mit einer Spur Größenwahnsinn. Mit dieser Initiative sollen Bäume wie ein grünes Band einmal quer durch eine der größten Regionen Afrikas gepflanzt werden. Die Sahelzone ist über 8000 Kilometer lang und erstreckt sich einmal komplett von der West- zur Ostküste des afrikanischen Kontinents.

great-green-wall-gruene-mauer-afrika.pngDer geplante Verlauf der "Grünen Mauer" Afrikas


Die “Grüne Mauer“ möchte diese stark von Dürre geprägte Region mit neuem Leben füllen und gleichzeitig lokale Gemeinden aufblühen lassen. Mit diesem Projekt soll nachhaltiges Wirtschaften vor Ort gefördert werden, in dem Bewusstsein, dass eine gesunde Umwelt der Schlüssel zu einer gesunden Gemeinschaft ist.

Die Sahelzone liegt in zehn afrikanischen Ländern und beheimatet über 300 Millionen Menschen. Für diese Menschen ist das Leben nicht leicht. Millionen von ihnen leiden an Hunger oder sind den wiederkehrenden Konflikten in der Region ausgesetzt. Da es allgemein an Perspektiven fehlt, wandern viele junge Menschen in andere Teile der Welt aus. Das führt oft zu weiteren politischen Spannungen.

Dieser konfliktbeladene Zustand wird durch die Abtragung der Natur nur noch verstärkt. Kaum ein anderer Ort auf der Welt ist so stark von den Folgen des Klimawandels betroffen, wie die Sahelzone.

Schwere Dürren, Überschwemmungen und Hitzewellen der vergangenen Jahrzehnte haben der lokalen Landwirtschaft schwer zugesetzt. Kleinbauern, die sich einst auf vorhersehbare Wetterverhältnisse verlassen konnten, mussten mit ansehen, wie ihre Ernte verkümmert und immer häufiger zerstört wird. Da Agrarsysteme ins Wanken geraten, nehmen extreme Armut, Hunger und Konflikte zu.

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In Äthiopien haben schwere Dürren Millionen von Menschen in die Ernährungsunsicherheit getrieben. Im Südsudan hat der Zusammenbruch der Landwirtschaft dazu beigetragen, weit verbreitete Konflikte noch zu schüren. In der Zwischenzeit hat sich Nigeria zu dem Land mit der höchsten Zahl von Menschen entwickelt, die in extremer Armut leben. Mehr als 80 Prozent der Arbeitsplätze in der Region sind in der Landwirtschaft angesiedelt. Das führt dazu, dass die wirtschaftlichen Konsequenzen des Klimawandels hier mit jedem Jahr spürbarer werden.

Das Projekt der “Grünen Mauer“ wurde erstmals 2007 als ganzheitlicher Entwicklungsansatz zur Bewältigung all dieser Herausforderungen vorgestellt. Die Initiative, die von 20 Ländern in Afrika unterstützt wird, erhält finanzielle Förderungen durch das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen, der Weltbank und dem “African Forest Forum“. 2015 wurden auf der UN-Klimakonferenz in Paris bereits 4 Milliarden US-Dollar für das Projekt zugesagt, mit zusätzlicher Unterstützung von Ländern wie Frankreich.

Das Projekt “Grüne Mauer“ umfasst folgende Ziele:

  • Verbesserung der Bodenqualität für die Landwirte und verbesserte Ernteerträge
  • Schaffung geschützter Lebensräume für Wildtiere, die auch dem Tourismus in der Region zugutekommen könnten
  • Wiederherstellung von Wasserquellen zur Bekämpfung von Dürren
  • Millionen neuer Arbeitsplätze
  • eine Kohlenstoffsenke zur Bekämpfung des Klimawandels einzurichten
  • Jugendlichen mehr berufliche Perspektiven in ihrer Heimat zu bieten
  • die Wirtschaft anzukurbeln
  • die Lebensqualität vor Ort nachhaltig zu verbessern

Schon jetzt sind die Erfolge der “Grüne Mauer“ sichtbar.

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Im Senegal wurden mehr als 12 Millionen Bäume gepflanzt, die besonders gut an trockene Böden angepasst sind. Mehr als 15 Millionen Hektar Land wurden in Äthiopien renaturiert, 5 Millionen Hektar in Nigeria und 5 Millionen in Niger. In Burkina Faso haben die lokalen Gemeinschaften durch traditionelle, umweltschonende Methoden 3 Millionen Hektar Land wiederhergestellt.

"Bis 2030 soll durch die [Grüne] Mauer 100 Millionen Hektar derzeit degradiertes Land wiederhergestellt werden, 250 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid gebunden und 10 Millionen Arbeitsplätze in ländlichen Gebieten geschaffen werden", erklärt die offizielle Website zum Projekt.

Diese Ziele zu erreichen, wird nicht leicht. Seit Beginn der Arbeiten vor mehr als einem Jahrzehnt sind heute etwa 15 Prozent der “Grünen Mauer“ umgesetzt worden. Um sie bis 2030 erfolgreich abzuschließen, bedarf es einer erheblichen finanziellen Unterstützung von Regierungen und privaten Partnern aus der ganzen Welt.