Global Citizen ist eine Gemeinschaft, die aus engagierten Menschen wie dir besteht.

Menschen, die etwas über die größten Herausforderungen der Welt lernen und aktiv werden wollen. Leiste deinen Beitrag, um extreme Armut zu beenden.

(L-R) Jose Luis Magana/AP; Julien Warnand/AP; Markus Schreiber/AP; Roxana Bravo/IMF
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Frauenpower: Diese 4 Politikerinnen sind für den World Leader Award nominiert

Warum das wichtig ist
Der Global Citizen Prize zeichnet jährlich Menschen aus, die über sich hinauswachsen, um die Welt zu einem gerechteren Ort zu machen. Die Nominierten in der Kategorie “World Leader of the Year”, der im Rahmen des Global Citizen Prize verliehen wird, haben eine klare Vision, die Global Goals und damit eine gerechtere und nachhaltigere Welt bis 2030 zu erreichen. Werde auch du jetzt hier aktiv!

Vier beeindruckende Frauen wurden für den diesjährigen Global Citizen Prize “World Leader of the Year Award” nominiert. Der Preis ehrt eine politische Persönlichkeit, die sich für politische Veränderungen eingesetzt hat, die das Leben von Menschen in Armut verbessern.

Unter den Nominierten sind gleich zwei Deutsche: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen. Zudem gehören die geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgieva, und Exekutivdirektorin des gemeinsamen Programm der Vereinten Nationen für HIV/Aids (UNAIDS), Winnie Byanyima, zu den Nominierten.

Zum dritten Mal in Folge – und seit der Einführung des Preises – wird somit eine weibliche Führungspersönlichkeit den Preis gewinnen. Das zeigt einmal mehr, dass der Einfluss von weiblichen Führungskräften, besonders in der Politik, weltweit steigt.

Bei der Verleihung des Global Citizen Prize in der Londoner Royal Albert Hall im letzten Jahr, bekam die stellvertretende Generalsekretärin der Vereinten Nationen Amina Mohammed, den Preis überreicht. 2019 ging dieser an die norwegische Premierministerin Erna Solberg

Kevin Rudd, ehemaliger australischer Premierminister und Teil der Jury des World Leader Awards, sagt über die Nominierten: “Alle Nominierten haben Außergewöhnliches geleistet. Es wird nicht einfach, eine Gewinnerin zu küren.” 

In diesem Jahr braucht die Welt mehr denn je Vorbilder: Menschen, die sich für benachteiligte Gruppen und die Ärmsten der Welt einsetzen. Menschen, die andere dazu inspirieren, ebenfalls aktiv zu werden. Der Global Citizen Prize zeichnet diese Menschen und ihr Engagement im Rahmen einer großen TV-Show aus, in der wir Aktivist*innen, Weltstars und globale Entscheidungsträger*innen zusammenbringen: Mit Auftritten internationalen Künstler*innen und inspirierenden Geschichten von Aktivist*innen rund um den Globus wollen wir ein hoffnungsvolles Zeichen setzen.

Neben dem World Leader Award werden im Rahmen des Global Citizen Prize Menschen aus den Bereichen Wirtschaft, Kunst und Unterhaltung, Philanthropie und Aktivismus geehrt.

Wann und wie du dir den Global Citizen Prize, der ab dem 19. Dezember weltweit ausgestrahlt und gestreamt wird, erfährst du hier. 

Hier erfährst du alles, was du über die vier Nominierten für den World Leader Award wissen musst:

Angela Merkel

Angela Merkel, seit 2005 Bundeskanzlerin und die erste Frau in diesem Amt, genießt weltweites Ansehen. Seit Beginn ihrer Amtszeit setzt sie sich für eine Stärkung der internationalen Verständigung und Zusammenarbeit ein. 

Merkel ist eine Verfechterin der globalen Nachhaltigkeitsziele und wird nicht müde, Staats- und Regierungschefs weltweit aufzurufen, die Erreichung der Ziele und damit die Beendigung extremer Armut bis 2030 zu unterstützen. Während ihrer Amtszeit wurde eine nationale Strategie für nachhaltige Entwicklung verabschiedet, die Deutschlands Weg hin zur Erreichung der globalen Ziele bis 2030 ebnen soll – eine Strategie, die auch andere Länder inspirieren kann. 

Seit Merkels Amtsantritt hat sich der deutsche Entwicklungsetat kontinuierlich von 3,7 Milliarden Euro auf 12,4 Milliarden Euro erhöht, womit Deutschland 2020 voraussichtlich das 0,7% Ziel erreichen wird. Außerdem ist Deutschland zu einem wichtigen Akteur im Bereich der globalen Gesundheit geworden. Schon vor der COVID-19 Pandemie hat sich Merkel auf höchster politischer Ebene für das Thema eingesetzt und für die Unterstützung internationaler Organisationen wie der Weltgesundheitsorganisation geworben. 

Auch in der aktuellen Krise setzt sich die Bundesregierung für einen weltweit gleichberechtigten Zugang zu COVID-19-Tests, -Medikamenten und -Impfstoffen ein. Dafür und um die sozialen und wirtschaftlichen Folgen für die Ärmsten entgegenzuwirken erhöhte sie den Entwicklungsetat in den Jahren 2020 und 2021 um 3 Milliarden Euro – mit Blick auf die Kürzungen in anderen Ländern ein starkes Zeichen.

Für eine fünfte Amtszeit wird Merkel nicht mehr kandidieren und es bleibt abzuwarten, wie sie ihr letztes Amtsjahr nutzen wird, um die Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele auch während der Pandemie nicht aus dem Fokus zu verlieren. 

Kristalina Georgieva

Die in Bulgarien geborene Kristalina Georgieva ist eine der führenden Stimmen im globalen Finanzsektor. In der Vergangenheit hatte sie bereits einflussreiche Positionen inne, unter anderem als Geschäftsführerin der Weltbank sowie als Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für Haushalt und Personal. 

Im Oktober 2019 begann ihre fünfjährige Amtszeit als geschäftsführende Direktorin des IWF - damit ist sie die zweite Frau an der Spitze des IWF. In Reaktion auf die COVID-19-Pandemie forderten der IWF und die Weltbank Gläubiger dazu auf, Schuldenzahlungen für diejenigen Länder auszusetzen, die am stärksten von Armut betroffen sind. Bereits in ihrer Rolle als Geschäftsführerin der Weltbank drängte Georgieva darauf, das Wirtschaftswachstum der Länder des Globalen Südens stärker in den Blick zu nehmen. 

Zudem hat sich Georgieva konsequent für die Gleichstellung der Geschlechter eingesetzt. Während ihrer Amtszeit bei der Weltbank kündigte sie an, 50% der Führungspositionen bis 2020 mit Frauen zu besetzen. Dieses Ziel wurde bereits im Oktober 2018 erreicht.

Gleichzeitig ist Georgieva Verfechterin für den Kampf gegen die Klimakrise, unter anderem als Ko-Vorsitzende der Globalen Kommission für Anpassung an den Klimawandel. Ihre Zukunftsvision für die Zeit nach COVID-19 ist eine Welt, die “grüner, klüger, und gerechter” ist. 

Ursula von der Leyen

Ursula von der Leyen ist die erste Frau an der Spitze der Europäischen Kommission – und als ehemalige mehrfache Bundesministerin ein bekanntes Gesicht der deutschen Politik. Nach ihrer Ernennung als EU-Kommissionspräsidentin 2019 zielte eine ihrer ersten Amtshandlungen auf die Gleichstellung der Geschlechter innerhalb der Kommission ab. 

Von der Leyen betonte, dass “Gleichheit für alle und zwar Gleichheit in allen Wortbedeutungen” eine der Prioritäten für ihre Amtszeit sei. Sie erhöhte die Zahl der Frauen in der Kommission und holte eine Kommissarin für Gleichheitspolitik an Bord. Seitdem hat sie unter anderem mit der neuen EU-Strategie zur Gleichstellung der Geschlechter 2020-2025 wichtige Fortschritte erzielt.

Mit dem Europäischen Green Deal will von der Leyen die Klimakrise bekämpfen. In ihrer Eröffnungsrede als EU-Kommissionspräsidentin erklärte sie, Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent machen zu wollen. 

Auch bei der Antwort der EU auf die COVID-19 Pandemie und der wirtschaftlichen Unterstützung der EU-Mitgliedstaaten hat von der Leyen eine wichtige Rolle gespielt: Gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation richtete die Europäische Kommission die “Coronavirus Global Response” aus, bei der im Rahmen von zwei internationalen Geberkonferenzen insgesamt 15,9 Milliarden Euro für die Entwicklung erschwinglicher COVID-19-Tests, -Behandlungsmethoden und -Impfstoffe zugesagt wurden. Ein Meilenstein dafür, dass sich auch die Ärmsten Menschen der Welt vor der COVID-19 Pandemie schützen können.

Winnie Byanyima

Winnie Byanyima ist eine renommierte Frauenrechtlerin und Politikerin aus Uganda. Sie ist eine der führenden Stimmen im Kampf gegen HIV/AIDS, gegen Armut und für die Gleichstellung der Geschlechter. 

Byanyima ist die erste Frau an der Spitze von UNAIDS. In diesem Amt ist es ihre Mission, AIDS bis 2030 auszurotten und somit zur Erreichung der Global Goals beizutragen. Als ersten Schritt in diese Richtung hat Byanyima die Test- und Behandlungsinitiative “90-90-90” gestartet, um die Ausbreitung der HIV-Infektion zu stoppen.

Schon seit Beginn ihrer Karriere ist Byanyima eine Vorkämpferin für Frauen. In ihrer politischen Arbeit setzt sie sich für die weltweite Gleichstellung von Frauen ein. Sie hat eine Schlüsselrolle dabei gespielt, Geschlechtergerechtigkeit in der Verfassung Ugandas zu verankern. Während der COVID-19 Pandemie lobte Byanyima führende Politikerinnen für ihren Umgang mit der Pandemie – darunter die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern und die norwegische Premierministerin Erna Solberg.

Unter ihrer Führung arbeitete UNAIDS mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen, der Weltgesundheitsorganisation und dem O'Neill-Institut für nationales und globales Gesundheitsrecht zusammen, um eine Datenbank mit offiziellen Dokumenten im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie zu erstellen. Das Ziel der Datenbank ist,  Transparenz zu schaffen und die Reaktionen der Länder auf die Pandemie zu dokumentieren.

Byanyima ist eine von 140 Unterzeichner*innen eines Appells, das einen COVID-19 Impfstoff für alle fordert. Zusammen mit führenden Politiker*innen weltweit fordert sie, dass Impfstoffe in großem Maßstab hergestellt und Ländern des Globalen Südens kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Damit soll sichergestellt werden, dass in der globalen Antwort auf die Pandemie niemand auf der Strecke bleibt.