Global Citizen ist eine Gemeinschaft, die aus engagierten Menschen wie dir besteht.

Menschen, die etwas über die größten Herausforderungen der Welt lernen und aktiv werden wollen. Leiste deinen Beitrag, um extreme Armut zu beenden.

© Maria Ponomariova, iStock
PartnerGerechtigkeit fordern

Wie Unternehmen Female Empowerment in Deutschland vorantreiben

Warum das wichtig ist
Mit Global Citizen Prize zeichnen wir jedes Jahr Menschen aus, die sich für eine gerechtere Welt einsetzen. Erstmals verliehen wir 2020 auch einen Country Hero Award – auf nationaler Ebene küren wir Aktivist*innen in Großbritannien, Australien, Südafrika, Kanada, Nigeria, Mexiko und Deutschland. Hierzulande gewann eine Aktivistin, die sich mit ihrer Organisation für Frauenrechte stark macht. Alle Informationen rund um diesen Award und Global Citizen Prize findest du hier.

Den ersten Germany’s Hero Award, der von Vodafone präsentiert wird, gewann die Aktivistin Anab Mohamud – für ihre Arbeit, geflüchteten Frauen* den Zugang zu medizinischer Versorgung und Familienplanungsdiensten zu ermöglichen.

Anab gründete die Organisation Space2groW, die Workshops und Einzelberatungen für geflüchtete Frauen anbietet, die sich mit Familienplanung und Verhütung, Schwangerschaftsvorsorge und Periode beschäftigen. “Viele geflüchtete Frauen werden im Gesundheitssystem, bei ihrer Arbeit und in ihrem alltäglichen Leben diskriminiert. Ich bin eine dieser Frauen – und weil ich ihre Situation verstehe, kann ich ihnen Kraft geben, sich Gehör zu verschaffen”, erzählt Anab. Sie war 2014 von Somalia nach Deutschland geflüchtet.

Anab ist ein großartiges Beispiel dafür, welchen Einfluss Frauen auf die Gesellschaft haben können und wie sie andere Frauen stärken können.

Die COVID-19-Pandemie hat in diesem Jahr viele Probleme, die in vielen Bereichen unseres Lebens seit langem bestehen, sichtbarer gemacht – auch die Ungleichheit der Geschlechter. Frauen sind etwa deutlich häufiger in sozialen Berufen tätig – als Kindergärtnerin, Kranken- oder Altenpflegerin – und dadurch ist der Kontakt zu Menschen unvermeidbar. In solchen Berufen lässt es sich unmöglich aus dem Homeoffice arbeiten. Gleichzeitig verlagert sich durch Schulschließungen und Kontaktsperren die Arbeit rund um die Kinder von bezahlten Anbietern zur unbezahlten Betreuung zu Hause – und die wird meist noch immer von den Frauen übernommen. Um Veränderungen anzustoßen, braucht es Aktivist*innen wie Anab – aber auch eine Vielzahl von Akteur*innen, um die nötigen Veränderungen anzustoßen. Auch Unternehmen können hier einen enormen Beitrag leisten. 

Ähnliche Geschichten 8. Dezember 2020 So kämpft Anab für gesundheitliche Aufklärung von geflüchteten Frauen

Das Telekommunikationsunternehmen Vodafone setzt sich nicht nur intern für das Thema “Female Empowerment” und Inklusion ein. Dafür wurde das Düsseldorfer Unternehmen auch kürzlich als “Company of the Year” beim German Diversity Award ausgezeichnet. Mit dem Vodafone Institut setzt es sich insbesondere auch  für die Förderung von Unternehmerinnentum ein. 

Mit F-LANE entwickelte Vodafone einen Startup-Accelerator, der Startups unterstützt, weibliche Talente fördert und so die Lebensperspektiven von Frauen und Mädchen weltweit verbessert. Der Schlüssel von F-LANE, dem einzigen Unternehmens-Accelerator, der sich hauptsächlich auf die Stärkung von Frauen konzentriert, ist die Förderung durch Technologie. 

Die Teilnehmerinnen des fünfwöchigen Programms erhalten ein intensives Mentoring mit über 110 externen Expert*innen und bis zu 25 Vodafone-Mentor*innen. Außerdem haben sie Zugang zu einem Impact-Investor-Netzwerk und einer globalen Impact-Community, die von den Vodafone Institut-Partnern WLOUNGE und Impact Hub Berlin unterstützt wird. Zudem unterstützt Yunus Social Business F-LANE als Implementierungspartner.

Ähnliche Geschichten 24. November 2015 5 Frauen, die die Welt der Wissenschaft umkrempelten

Das Programm wurde als Reaktion auf eine Branche entwickelt, der es an Geschlechtervielfalt und weiblicher Expertise mangelt. Von Frauen geführte Startups sind in der Tech-Branche immer noch die Ausnahme.

Julia Ebert, Programmleiterin des F-LANE Accelerators am Vodafone Institut sagte: "Die virtuelle Struktur ist noch integrativer, sowohl für unsere Unternehmer*innen als auch für unsere Mentor*innen. Eine Vielzahl von Mentor*innen hatte Zugang zum Mentorenprogramm, von jungen Fachleuten bis hin zur Managementebene, mit einer großen geographischen Bandbreite von Vodacom in Südafrika bis Großbritannien. Kolleg*innen mit unterschiedlichen Hintergründen bringen ihre spezifischen lokalen Netzwerke und einzigartigen Fachkenntnisse ein – das bot den Start-ups einen enormer Wert.”

Wie eine Sprecherin des Vodafone Instituts gegenüber Global Citizen erklärte, werden nur 5 Prozent der Tech-Startups von Frauen gegründet. Nur 2,8 Prozent des weltweiten Risikokapitals geht an Gründerinnen.

Langfristig hat das F-LANE-Projekt die Vision, das Problem der Geschlechtervielfalt im Tech-Sektor anzugehen, aber auch das Potenzial von Social Ventures zu nutzen, die digitale Technologien für sozialen Fortschritt einsetzen.

Der Beitrag von Vodafone bezieht sich auch auf die aktuellen Herausforderungen, denen sich Unternehmern im Zuge der aktuellen COVID-19-Pandemie stellen müssen. Die Auswirkungen des COVID-19-Ausbruchs sind in allen Branchen zu spüren, aber Frauen und Mädchen sind besonders stark betroffen. “Wir sehen überall auf der Welt, dass Frauen und Mädchen überdurchschnittlich von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie betroffen sind – nicht nur gesundheitlich, sondern auch was häusliche Gewalt und die wirtschaftliche Teilhabe angeht“, so Inger Paus, Geschäftsführerin des Vodafone Instituts. „Gerade jetzt ist Female Empowerment also wichtiger denn je. Wir brauchen jetzt smarte Lösungen gegen diese strukturellen Ungleichheiten.“

Ähnliche Geschichten 26. Juni 2019 Frauenpower in Ghana: So werden Frauen zu Gründerinnen von Tech-Start-ups

Frauenberufe sind schätzungsweise 1,8-mal stärker von der COVID-19-Krise betroffen als typische “Männerberufe“; Frauen in der Tech-Branche berichten fast 1,5-mal häufiger als Männer, dass sie sich aufgrund von COVID-19 durch die Kinderbetreuung stärker belastet fühlen.

Mit F-LANE schafft das Vodafone Institut eine vielfältige und inklusive Plattform, die seit dem Start im Jahr 2016 30 Startups, die von Frauen geführt werden, erfolgreich unterstützt hat.

Anab, Gewinnerin des Germany’s Hero Award, als auch die Alumni des F-LANE-Accelerator-Programms haben eines gemeinsam: Sie zeigen mit ihrem Tun auf, dass sich die Kluft zwischen den Geschlechtern überwinden lässt und Frauen durchaus eine Vorreiter*innenrolle übernehmen können – ganz gleich, ob als Gründerin einer Organisation für medizinische Versorgung und Aufklärung oder den Zugang zu Technologie.

Die Rolle, die das Vodafone Institut dabei spielt, besteht darin, sicherzustellen, dass jede*r, die*der eine großartige Idee hat, um die Welt fairer, gerechter und gleichberechtigter zu gestalten, die Möglichkeit und die Unterstützung hat, diese Idee zu verwirklichen.