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Gesundheit

Wie dieses Start-up aus Ghana die Pharmaindustrie revolutionieren will

Von Nellie Peyton

Dakar, 10. April 2019 (Thomson Reuters Foundation) – Das ghanaische Start-up mPharma erhielt kürzlich 1,5 Millionen US-Dollar (ca. 1,34 Millionen Euro) von dem ehemaligen eBay-Präsidenten Jeff Skoll. Damit will Skoll dabei helfen, Afrikas Pharmaindustrie zu reformieren und Medikamente für die Bevölkerung bezahlbar machen.
mPharma ist eines der fünf Sozialunternehmen, die beim diesjährigen Skoll World Forum der Skoll Stiftung ausgezeichnet wurden. Das Skoll World Forum ist das bedeutendste  Event für soziale Unternehmen in Großbritannien. 

In vielen afrikanischen Ländern wie Ghana und Nigeria müssen Apotheker*innen die Arzneimittelpreise oft individuell mit den jeweiligen Medikamentenlieferanten verhandeln. Das kann dazu führen, dass ein und dasselbe Produkt zu unterschiedlichen Preisen auf den Markt kommt, erklärt Gregory Rockson, Gründer von mPharma. Oft würden Zwischenhändler die Preise selbst festlegen und so in die Höhe treiben, da notwendige Regulierungen fehlen.

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mPharma will das ändern. Dafür bündelt das junge Unternehmen die Bestellungen mehrerer Apotheken, um Mengenrabatte zu verhandeln und die Arzneimittel je nach Bedarf auszuliefern. Dadurch bezahlen Apotheker*innen nur das, was sie tatsächlich verkaufen. Genau darin besteht laut mPharma der Anreiz, die Preise niedrig zu halten.

“Wir möchten, dass jede*r afrikanische Patient*in Zugang zu Medikamenten erhält, die er oder sie benötigt, unabhängig vom Einkommen und sozialen Faktoren“, so Rocksong gegenüber der Thomson Reuters Foundation. “Wir hoffen, dass wir so das größte und einflussreichste Gesundheitsunternehmen in ganz Afrika aufbauen können.“

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) machen Medikamente 20 bis 60 Prozent der Gesundheitsausgaben in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen weltweit aus, verglichen mit 18 Prozent in stärker entwickelten Ländern.

Über 90 Prozent der Menschen in Entwicklungsländern müssen laut WHO ihre Medizin aus eigener Tasche bezahlen, wodurch sie für viele schlichtweg unbezahlbarn wird. Tonia Holt, Leiterin der Gesundheitsaktivitäten in Afrika für das US-Beratungsunternehmen McKinsey & Company, sagt dazu: ”Die größten Herausforderungen in vielen afrikanischen Ländern sind die Verfügbarkeit von Produkten, sowie deren Qualität und ihre Preisregulierung.“ 

Wie sie sagt, würden sowohl Startups als auch Regierungen und private Geldgeber daran arbeiten, genau für diese drei Probleme Lösungen zu finden. “Ich denke, dass sich dieser Bereich besonders gut für Veränderungen eignet (…), daher ist es spannend, der Startup-Community bei ihren Lösungsansätzen dieser umfassenden Herausforderungen zu folgen“, so Holt. 

mPharma strebt an, in naher Zukunft sowohl öffentliche Krankenhäuser als auch Privatapotheken mit Arzneimitteln zu versorgen und damit dem entgegenzuwirken, was Rockson vor allem als einen Kreislauf aus Bestechung, Betrug und Korruption bezeichnet.  Zudem hat das Unternehmen den Mikro-Zahlungsdienst “Mutti“ für hochwertige oder kostspielige Medikamente auf den Markt gebracht. Durch „Mutti“ können Patient*innen, die auf speziellere Arzneimittel angewiesen sind, die sie nicht komplett im Voraus bezahlen können, flexible Raten in niedrigerer Höhe vereinbaren.

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Seit der Gründung im Jahr 2014 macht mPharma rasante Fortschritte: Mittlerweile ist das Unternehmen in Nigera, Zambia und Zimbabwe vertreten und hat vor kurzem die zweitgrößte Apothekenkette in Kenia übernommen. 

(Dieser Beitrag stammt von Nellie Peyton, überarbeitet von Katie Nguyen. Bitte die “Thomson Reuters Foundation” als Quelle angeben, wenn dieser Artikel zitiert / geteilt wird. Die Thomson Reuters Foundation berichtet über humanitäre Hilfe, Frauenrechte, Menschenhandel, Klimawandel und vieles mehr auf news.trust.org.)