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G7 hier…G7 da…Was ist eigentlich G7?

Pablo Martinez Monsivais/Associated Press

Vor ungefähr 40 Jahre sahen einige Dinge nicht ganz so rosig aus. Die weltweiten Ölpreise erreichten für damalige Verhältnisse unbezahlbare Spitzenwerte, die Weltwirtschaft steckte in einer tiefen Krise und niemand schien zu wissen, was man dagegen tun kann. Kurzum: die Lage erforderte ein Handeln und so beschlossen die damals sechs größten und weltweit reichsten Industrienationen, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen. Besagtes Treffen fand im Jahr 1975 zwischen den USA, England, Italien, Frankreich, Deutschland und Japan statt, und fand so viel Anklang, dass es im darauf folgenden Jahr mal gleich wiederholt wurde und Kanada sich dazugesellte. Seitdem findet dieses Treffen regelmäßig einmal im Jahr statt und bezeichnet sich schlicht G7 ('G' steht übrigens für Group = Gruppe). Im Jahr 1998 trat dann noch Russland der Runde bei, so dass das Treffen seitdem unter dem Namen G8 bekannt ist.

Kurzer historischer Schwenk: da Russland sich jedoch unverhältnismäßig in die Ukraine eingemischt hat, beschlossen die anderen sieben Länder, dass Russland auf die 'stille Treppe' muss (wer die Nanny nicht kennt: soll heißen, Russland darf nicht mehr mitmachen) und so wurde im Jahr 2014 aus G8 wieder die G7. Nach derzeitigem Stand der Dinge darf Russland also erst wieder mit in die Runde, wenn es sich besinnt.

PUTIN-MERKEL.jpgGerman Chancellor Angela Merkel with Russian President Vladimir Putin. A sight not currently seen at G7 meetings.
Image: AP

So, um das ganze dann vollständig zu machen: auch wenn ich (und alle anderen) von '7' sprechen, sind's in Wirklichkeit 8 Teilnehmer. Denn die Europäische Kommission wird ebenfalls immer eingeladen und ist somit bei jedem Treffen dabei. Aber da die Kommission technisch gesehen kein 'Land' ist, heißt das ganze trotzdem G7. Ah ja... 

Worüber spricht die G7 bei ihrem Treffen?

In den ersten Jahren des Treffens drehten sich die Gesprächsthemen vor allem um wirtschaftliche Dinge. In den 80iger Jahren weitete sich der Gesprächsstoff dann auf Themen wie Außen- und Sicherheitspolitik aus, maßgeblich in Anlehnung an die Bürgerkriege im Irak und in Afghanistan. Seitdem ändern sich die Gesprächsthemen für den G7-Gipfel von Jahr zu Jahr, je nachdem was gerade das aktuelle Zeitgeschehen ist.

Die G7 ist eine 'informelle Gruppe', hat also keinen Status einer internationalen Organisation. Oder wenn man's mal ganz schlicht und simpel ausdrücken will: der G7 ist mehr so eine Art Stammtisch - es gibt keinen eigenen Verwaltungsapparat, keine permanenten Vertreter der Länder und die G7-Teilnehmer können auch keine amtlichen Entscheidungen (wie zum Beispiel die Verabschiedung eines Gesetzes) treffen. Aber das heißt nicht, dass die G7 keinen Einfluss oder keine Macht hat - ganz im Gegenteil! Während der jährlichen Treffen sprechen die einflussreichsten Länder unserer Welt über weltpolitische Angelegenheiten und tauschen sich untereinander aus, und was immer bei diesen Gesprächen heraus kommt nimmt entscheidenden Einfluss auf die weltweite Atmosphäre in politischen Angelegenheiten. 

Wo trifft sich der G7 Gipfel?

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Für das jährliche Zusammenkommen gibt es ein rotierendes System, dass sich nach dem jährlichen Vorsitz des Gipfels richtet. Heißt also, wer immer gerade den Vorsitz hat, darf auch in seinem Land den Gipfel ausrichten. Dieses Jahr hat Angela Merkel den Vorsitz und somit trifft sich die G7 in Bayern, genauer gesagt auf Schloss Elmau, das in den Bergen ca. 100km südlich von München liegt.  

Oh, Berge! Gibt's Sherpas?

Also wenn ihr mit Sherpas die Bergführer meint, die einen den Himalaya hochbringen, dann ist die Antwort leider nein. Aber wenn wir von Sherpas in Sinne von 'Chefunterhändler der Regierung' sprechen (die Bezeichnung gibt's tatsächlich), dann kann ich sagen: ja, die gibt's - und die sind schon seit Wochen dabei, den anstehenden Gipfel vorzubereiten. Sherpas und Sous-Sherpas (Untersherpas) von allen teilnehmenden Ländern kommen lange vor dem eigentlichen Gipfel zusammen, um die Themen des Gipfels auszuarbeiten. Deutscher Sherpa ist derzeit der wirtschafts- und finanzpolitische Berater von Merkel, Professor Lars-Hendrik Röller.

Warum diese sieben Länder?

Nochmal zur Erinnerung: die sieben Länder sind Deutschland (hat dieses Jahr den Vorsitz), England, Frankreich, Italien, Japan, Kanada und die USA.
Mitte der 70iger Jahre, als der Gipfel ins Leben gerufen wurde, gehörten diese sieben Länder zu den reichsten und bedeutsamsten Wirtschaftsmächten unserer Welt. Da die Länder zudem untereinander enge wirtschaftliche Beziehungen pflegten, lag die Überlegung nahe, dass diese sieben Länder gemeinsam das Potential besitzen, schwierige weltweite Probleme besser in Angriff nehmen zu können. Soweit so gut. Allerdings sind 40 Jahre eine lange Zeit, in der sich einiges ändern kann. Und mit Blick auf unsere Gegenwart muss man feststellen, dass China inzwischen nicht nur zur zweitgrößten Weltwirtschaft herangewachsen ist, sondern auch noch über die weltweit größte Population verfügt. Trotzdem ist China unter den G7 nicht vertreten. Ebenso wenig lassen sich Indien oder Brasilien, als stark wachsende politische und ökonomische Nationen, auf der Teilnehmerliste finden. Kritische Stimmen ließen demnach nicht lange auf sich warten, die dem G7 Gipfel vorwerfen, er würde an der 'alten Weltordnung' festhalten - auch wenn die Schweizer Investmentbank Credit Suisse erst letztes Jahr errechnet hat, dass die derzeitigen sieben G7-Teilnehmern zusammen betrachtet immer noch 64% des gesamten Weltvermögens ausmachen.

Trotzdem - die Forderungen, entweder die erwähnten Nationen zukünftig mit einzubeziehen oder das Prinzip G7 gegen ein neues einzutauschen, bleiben und könnten den G7 für die kommenden Jahre durchaus in Frage stellen.

Für dieses Jahr allerdings, genauer gesagt in der zweiten Juniwoche, steht der G7-Gipfel in Deutschland fest, und die Agenda für den Gipfel wird einige bedeutende Konsequenzen für unsere Welt haben. Konzentrieren wir uns also für's erste darauf.

Was steht auf der diesjährigen Agenda?

Seit dem letzten G7-Treffen in 2014 hat sich einiges getan: die Ebola Epidemie, der anhaltende Konflikt im Zusammenhang mit dem Islamischen Staat in Irak und Syrien, die unzähligen Flüchtlinge, die verzweifelt versuchen das Mittelmeer zu überqueren, und das schwere Erdbeben in Nepal, um hier mal nur eine Handvoll Ereignisse zu nennen.
Und dann sind da noch ganz andere Dinge, deren Absprache nicht minder wichtig ist: zum Beispiel die Vorbereitungen zur UN Klimakonferenz und der Beschluss über neue Ziele zur Bekämpfung extremer Armut, die maßgeblich das weltweite Vorgehen für die kommenden 15 Jahre bestimmen werden. Des weiteren stehen der Meeresumweltschutz, Ebola und die Stärkung von Frauen bei der Selbständigkeit und beruflicher Bildung als Schwerpunkte fest.

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Wie bewegen wir die G7 dazu, sich für extreme Armut einzusetzen?

Wenn Staats- und Regierungschefs sich im Juni in Deutschland treffen und über Entscheidungen sprechen, die immense Auswirkungen auf die Ärmsten der Armen in unserer Welt haben, dann muss keiner von uns stumm daneben stehen und zusehen. Global Citizens weltweit haben in den letzten Wochen bereits Petitionen unterzeichnet, Tweets versendet und Emails an Politiker verschickt, um laut und deutlich Themen in den Mittelpunkt zu rücken, die der G7 dieses Jahr in Angriff nehmen soll!

Vor allem aber fordern wir von der G7, dass dieses Jahr konkrete Maßnahmen beschlossen werden um extremer Armut endlich ein Ende zu setzen. Aspekte des Klimawandels sowie eine Verbesserung des weltweiten Gesundheitssystems sind zwar wichtiger Bestandteil dieses Vorhabens, aber der Großteil der finanziellen Mittel, die der G7 der weltweiten Entwicklungshilfe zur Verfügung stellt, sollte sich trotzdem genau hierauf fokussieren.

England geht als gutes Beispiel voran, indem es 0,7% seines Bruttonationaleinkommens für die Entwicklungshilfe zur Verfügung stellt. Wir finden, es wird Zeit, dass weitere G7 Nationen diesem Beispiel folgen.  

Da fällt mir ein: hast du am 06. Juni schon was vor?

Ok, fairerweise sollte ich der Frage noch hinzufügen: in München. 
Denn am 06. Juni, also am Vortag des G7 Gipfels, werden wir Global Citizens uns zusammen mit einer erstklassigen Riege an Musikern, Politikern, Stars und weiteren Ehrengästen auf dem Königsplatz in München treffen, um gemeinsam ein Zeichen gegen extreme Armut zu setzen! Und du bist eingeladen! Gemeinsam wollen wir Angela Merkel und die Staats- und Regierungschefs dazu aufrufen, auf dem anstehenden G7-Gipfel konkrete Entscheidungen zu treffen, um extremer Armut, Hunger und vermeidbare Krankheiten in Entwicklungsländern endlich ein Ende zu setzen.

Dieses großartige Event trägt den Namen 'United Against Poverty - Zusammen gegen Armut' und wurde von Global Citizen und sechs weiteren NGOs ins Leben gerufen.

Du willst dabei sein? Alles klar, gaaaanz eventuell hätten wir noch ein Plätzchen für dich frei... Nein, das ist natürlich Quatsch. Denn der Eintritt ist FREI und ihr seid alle eingeladen! Also los, anmelden und zum Event kommen! 

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