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1 Milliarde Tonnen Lebensmittel werden pro Jahr weltweit verschwendet


Warum das wichtig ist
Die Lebensmittelverschwendung ist nicht nur ein Hindernis zum Erreichen des Global Goal 2 der Vereinten Nationen, der Beendigung des weltweiten Hungers, sondern sie hat auch massive Auswirkungen auf die Bemühungen, die Klimakrise aufzuhalten (Global Goal 13) und eine verantwortungsvolle Produktion und einen nachhaltigen Konsum (Global Goal 12) sicherzustellen. Werde hier aktiv, um extreme Armut und ihre systemischen Ursachen zu beenden.  

Diese Zahl ist schockierend: Ein neuer Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) hat herausgefunden, dass weltweit eine Milliarde Tonnen Lebensmittel pro Jahr verschwendet werden. 

Obwohl bisher davon ausgegangen wurde, dass die Lebensmittelverschwendung vor allem ein Problem der einkommensstarken Länder ist, hat der am Donnerstag veröffentlichte Food Waste Index Report des UNEP herauskristallisiert, dass die Verschwendung in allen Ländern ähnlich hoch ist. Doch noch fehlten aus einigen einkommensschwachen Ländern ausreichend Daten. 

Insgesamt werden 17 Prozent aller Lebensmittel, die in Haushalten, Restaurants und Geschäften verwendet werden, weggeworfen. Schätzungen zufolge belaufen sich die Lebensmittelabfälle allein aus den Haushalten auf 74 kg pro Person und Jahr. 

Das UNEP hat auch die Lebensmittel einbezogen, die bei der Produktion auf den Bauernhöfen und in der Lieferkette verloren gehen. Dabei wurde festgestellt, dass insgesamt ein Drittel der weltweiten Lebensmittel nie gegessen wird. 

Lebensmittelverschwendung fördert den globalen Hunger und die Klimakrise

Der Bericht ist entstanden, um den Fortschritt für das Global Goal 12 der Vereinten Nationen, das darauf abzielt, Lebensmittelabfälle bis 2030 zu halbieren sowie verantwortungsvollen Konsum und verantwortungsvolle Produktion zu fördern, zu messen. 

Doch der Schaden, den die Lebensmittelverschwendung in der Welt anrichtet, ist doppelt: Sie stellt ein Hindernis für die Beendigung des weltweiten Hungers dar und wirkt sich negativ auf die Umwelt aus. 

Das UNEP schätzt, dass acht bis zehn Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen mit Lebensmitteln verbunden sind, die nicht verbraucht werden. Um dies einmal bildlich darzustellen: Wäre die Lebensmittelverschwendung ein Land, hätte es nach den USA und China die dritthöchsten Treibhausgasemissionen der Welt.

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Auch Bürger*innen müssen ihren Teil zur Reduzierung von Abfällen beitragen

Inger Andersen, Exekutivdirektorin des UNEP, erklärte, dass alle, auch einzelne Bürger*innen, handeln müssen, um dieses Problem wirksam zu bekämpfen. 

"Die Verringerung der Lebensmittelverschwendung würde die Treibhausgasemissionen reduzieren, die Zerstörung der Natur durch Landumwandlung und Verschmutzung verlangsamen, die Verfügbarkeit von Lebensmitteln verbessern und damit den Hunger verringern und in einer Zeit der globalen Rezession Geld sparen", sagte sie. "Unternehmen, Regierungen und Bürger*innen auf der ganzen Welt müssen ihren Teil dazu beitragen."

Als einer der größten Verursacher von Treibhausgasemissionen ist die Reduzierung von Lebensmittelabfällen eine der einfachsten Möglichkeiten, die negativen Auswirkungen jedes/r Einzelnen auf die Umwelt zu verringern. Forscher*innen erklären, dass niemand Lebensmittel mit der Absicht kaufe, diese wegzuwerfen. Doch kleine Mengen an Lebensmitteln, die jeden Tag weggeworfen werden, können sich zu etwas Größerem summieren. Mehr Bewusstseinsbildung ist ein Schlüssel zur Reduzierung von Abfall.

“Wir in unseren Haushalten sind der größte Teil des Problems”

Marcus Gover, Leiter von Wrap, einer NGO mit Sitz im Vereinigten Königreich, der den Bericht mitverfasst hat, sagte: “Wir sind so sehr daran gewöhnt, Lebensmittel zu verschwenden, dass wir deren Wert sowie die Kosten vergessen haben, die die Ernährung unserer wachsenden Weltbevölkerung für die Natur verursacht. Ob es uns gefällt oder nicht, wir in unseren Haushalten sind der größte Teil des Problems.” 

Die UNEP-Vertreterin Clementine O’Connor fügte hinzu: “Selbst wenn ein Teil dieser Abfälle nicht vom Menschen verzehrt werden kann, gibt es ökologisch vorteilhaftere Wege, wie sie bewirtschaftet werden können, indem man sie [beispielsweise] zu Tierfutter macht oder kompostiert… Was wir deutlich machen wollen, ist, dass wir Lebensmittelabfälle aus den Mülldeponien herausholen müssen.”

O'Connor hob zudem hervor, dass das Vereinigte Königreich — das in diesem Jahr Gastgeber des COP26-Klimagipfels sein wird — eine führende Rolle bei der Reduzierung von Lebensmittelabfällen übernommen hat und eines der wenigen Länder ist, das eine große Reduzierung erreicht hat: Laut Wrap wurden die essbaren Lebensmittelabfälle der Haushalte im Vereinigten Königreich zwischen 2007 und 2018 um fast ein Drittel reduziert. 

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Dagegen landen laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Deutschland jährlich 12 Millionen Tonnen an Lebensmittel im Müll. Davon sind 52 Prozent durch private Haushalte entstanden. 

UNEP plant die Einrichtung regionaler Arbeitsgruppen, um die Kapazitäten der Länder zur Messung und Erfassung von Lebensmittelabfällen rechtzeitig für den Bericht im nächsten Jahr zu unterstützen. Es wird diese Länder auch dabei helfen, nationale Pläne zu entwickeln, um den Fortschritt in Richtung des Ziels für 2030 zu verfolgen, und Strategien zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen zu entwickeln.

Martina Otto von der UNEP sagte: "Wenn man nichts gegen die Lebensmittelverschwendung unternimmt, ist das ein dreifacher Verlust. Es sind nicht nur die Lebensmittel, die wir wegschmeißen, sondern auch alle natürlichen und finanziellen Ressourcen, die in die Produktion dieser Lebensmittel geflossen sind. Also lasst es uns zu einem dreifachen Gewinn machen."

Willst auch du, die Lebensmittelverschwendung und die damit verbundenen negativen Auswirkungen reduzieren? Dann werde hier mit uns aktiv.