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Hunger & Ernährungssicherheit

Wegen des Klimawandels könnte es bald keine Schokolade mehr geben

Flickr: Gisela Francisco

Wie sagt der Volksmund: man weiß erst was man hatte, wenn man es nicht mehr hat. Oder so.

Der Klimawandel betrifft uns alle - und wer das nicht glauben will oder glaubt, die Auswirkungen betreffen ihn nicht, der kann sich ja mal mit folgender Tatsache auseinander setzen: der Klimawandel ist dafür verantwortlich, dass es in nicht allzu ferner Zukunft bestimmte Lebensmittel nicht mehr geben wird, die wir heute noch für selbstverständlich halten.
Ja, richtig gehört. Und jetzt besser gut festhalten, denn hier kommen diese Lebensmittel:

1. Schokolade

chocolate.jpgImage: Flickr: David Leggett

Eine kurze Pause, damit alle sich von dem Schock erholen können. 

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Die schonungslose Wahrheit: die ganze Welt isst inzwischen Schokolade in einem Tempo, das sich selbst der größte Schokoladenliebhaber nicht vorstellen kann. Schaut man sich nun noch die weltweit steigenden Temperaturen sowie die ebenfalls weltweit sinkenden Wasservorkommen an, wundert es einen nicht, dass die Kakaopflanzen langsam aber sich aus- und vertrocknen. Ja, nicht lange und wir müssen intensiv über das Zitat 'das Leben ist wie eine Irgendwasanderes-Schachtel' nachdenken. Kakaopflanzen verlieren immer mehr an dem wenigen Wasser, das sie aus der Erde saugen, was bedeutet, dass weniger Schoten wachsen in denen sich die Kakaobohnen befinden. Weniger Kakao bedeutet weniger Schokolade. So einfach ist die Rechnung. Und so erschreckend. 

2. Kaffee

Coffee milk sugar.jpgImage: Flickr: Paul Sullivan

Diese Liste könnte grausamer nicht sein (leider wahr, es kommt noch schlimmer). Wer nach Punkt Eins gedacht hat 'Ess' ich halt keine Schokolade mehr und genehmige mir stattdessen einen leckeren Cappuccino', dem sei gesagt: den könnte es bald auch nicht mehr geben.
Die warmen Temperaturen des Klimawandels fördern das Wachstum und die Verbreitung von Käferarten, die es unter anderen auf die Früchte der Kaffeepflanze abgesehen haben. Und auch hier gilt: keine Kaffeepflanze, keine Kaffeebohne, keinen Kaffee. 
Auch langanhaltende Dürreperioden wie sie erst vor kurzem in Brasilien vorkamen machen Kaffeeplantagen zu schaffen, denn die Pflanzen tragen dadurch weniger Früchte. 

3. Orangen

orange.jpgImage: Flickr: Frédérique Voisin-Demery

Okay, Schokolade macht dick, Kaffee passt ebenfalls nicht in meine Diät, trink ich morgens halt gesunden Orangensaft. Ähm...leider nicht.
Denn ein kleiner hungriger Floh genannt 'Asian citrus psyllid' (Zitrusblattfloh) befällt Orangenplantage von Bhutan bis Florida. Die Krankheit wird auch die 'Gelbe Drachenkrankheit' genannt, weil sie sich so schnell wie ein Drachenfeuer ausbreitet. Der Floh liebt warme Temperaturen und lässt sich oft nur schwer bekämpfen - in einigen Fällen hilft sogar nur die komplette Rodung einer ganzen Orangenplantage.

Und wenn es nicht die anhaltende Wärme und der Zitrusblattfloh sind, die den Orangen zu schaffen machen, dann sorgt der Klimawandel und die damit einhergehend, unkontrollierten starken Regenfälle dafür, dass die Orangenbäume nicht gleichmäßig wachsen können oder aber verfaulen. Keine Orangenbäume, keine Orangen, kein ... ihr wisst was als nächstes kommt. 

4. Tomaten

Flickr image: Chiot's RunImage: Flickr: Chiot's Run

Auch Nigeria kämpft mit einem mindestens genauso gefräßigen Störenfried: Motten, die sich durch ganze Tomatenfelder fressen. Wer schon immer von sich behauptete, er möge Tomaten gern, der hat noch keine 'Tomatenminiermotte' kennengelernt. Die Motte frisst was das Zeug hält und kann ganze Felder zunichte machen. 
Nigeria ist der zweitgrößte Tomatenproduzent in Afrika und von der Tomatenproduktion nicht nur finanziell abhängig, sondern auch kulinarisch. Denn Tomaten sind DIE Hauptzutat in vielen traditionellen Gerichten. Doch aufgrund der schlechten Ernte kostete ein Korb Tomaten mitunter das Dreißigfache des normalen Preises, so dass viele Haushalte mit geringem Einkommen sich kaum noch Tomaten leisten können. Es muss nicht noch erwähnt werden, das die Motto auf warme Temperaturen steht und dank ausbleibender Kälteperioden nicht abstirbt, oder?

5. Wein

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Auf all diese doch schockierenden Erkenntnisse über das Verschwinden unserer Lieblingsnahrungsmittel erst mal ein Glas Bordeaux...Ahhhh, leider nicht. Denn auch hier schlägt der Klimawandel zu.

Denn aufgrund steigender Temperaturen ist der südliche Teil Frankreichs, wo der Bordeaux angebaut wird, mittelfristig bedroht. Die Trauben werden früher geerntet, der Alkoholgehalt des Weins steigt und auch starke Unwetter häufen sich, die sehr heftig und sehr plötzlich kommen und die es so in der Region früher nicht gab. Je nach Wachstumsstadium haben die empfindlichen Trauben gehen solche Unwetter keine Chance. 

Was für den Bordeaux heute gilt, kann in Zukunft für Weintraubensorten auf der ganzen Welt gelten. Sich ändernde Wetterlagen haben großen Einfluss auf empfindliche Pflanzen, die sich kaum an solche Wetterumschwünge anpassen und stattdessen eingehen. Abgesehen von dem Verlust des Weins sind damit ganze Industriezweige und Tausende von Jobs gefährdet. 

Was also tun?
Eigentlich ganz einfach: bewusster und nachhaltiger konsumieren. Das gilt für alle. Dazu nachhaltige, umweltschonende und innovative Landwirtschaft, die von Staat und Bevölkerung unterstützt wird. Und allen voran: gegen den Klimawandel vorgehen. Die UN-Klimakonferenz in Paris letztes Jahr hat zumindest im Ansatz gezeigt, dass Politiker den Ernst der Lage erkannt haben. Jetzt liegt es an uns, den Druck auf Staats- und Regierungschefs weiter aufrecht zu halten, damit den schönen Worten auch Taten folgen!