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Hunger & Ernährungssicherheit

Australien eröffnet ersten Supermarkt, in dem Menschen in Not nichts bezahlen

Flickr - Michael McCauslin

In Sydney / Australien hat ein Supermarkt eröffnet, in dem es nur Lebensmittel gibt, die vor dem Abfall gerettet wurden (und noch genießbar sind natürlich). Die innovative Idee stammt von OzHarvest, einer der führenden australischen Organisationen im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung. Bisher ist OzHarvest vor allem dafür bekannt, überschüssige bzw. ungewollte Lebensmittel aus 2.000 Märkten einzusammeln und anschließend an 900 (!) Hilfsorganisationen zu verteilen.

Der neue OzHarvest-Supermarkt folgt einem ähnlichen Prinzip: der Laden führt nur Lebensmittel, die sonst in der Mülltonne gelandet wären, weil sie nicht der Norm entsprechen oder ihr Haltbarkeitsdatum überschritten haben, ansonsten aber noch völlig genießbar sind. Und die Produktpalette des Supermarkts kann sich sehen lassen: von Obst und Gemüse über Konservendosen, gefrorenen Lebensmitteln, Brot und bis hin Toilettenpapier - ja, auch das landet bei Platzmangel im Regal im Müll - ist alles dabei.

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„Wir bieten nur Lebensmittel an, die auch wirklich noch genießbar sind. Wir...wollen unseren Verbrauchern damit zeigen, wie absurd es ist, dass die Lebensmittel aus dem Sortiment anderer Supermärkte aussortiert wurden“, sagt Ronni Kahn von OzHarvest gegenüber Broadsheet, einem Online-Stadtführer Sydneys.

„All unsere Fahrer, die die Produkte bei den Händlern abholen, nehmen nur die Waren an, die sie auch selbst essen würden“, erzählt sie. Darüber hinaus bietet OzHarvest Lebensmittel an, die von großzügigen Unternehmen oder Privatpersonen gespendet wurden.

Der Supermarkt hat noch eine Besonderheit: diejenigen, die sich keine Lebensmittel leisten können, müssen auch nichts dafür bezahlen. Denn die Philosophie von OzHarvest lautet seit jeher:

„Nimm, was du brauchst. Gib, was und wann du kannst.”

Sydneys neuer Supermarkt verfolgt damit zwei Ideen: zum einen wollen sie hungernden Menschen helfen, zum anderen gegen Lebensmittelverschwendung vorgehen und die Gesellschaft für das Thema sensibilisieren. 

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Die Zahlen sprechen für sich: in den letzten 12 Monaten stand jeder sechste Australier schon einmal vor dem Problem, nicht genug zu Essen zu haben. Gleichzeitig zählt Down Under zu den größten Lebensmittelverschwendern: 20% aller Lebensmittel, die Australier kaufen, landen im Müll. Das kostet den Durchschnittshaushalt umgerechnet rund 700 Euro im Jahr.

„Jedes Mal, wenn wir Lebensmittel vor der Tonne retten, helfen wir dem Planeten. Jedes Mal, wenn wir die Lebensmittel an hungrige Menschen verteilen, machen wir so auf soziale Probleme in unserer Gesellschaft aufmerksam“, so Kahn.

Eine gute Idee zu einem guten Zeitpunkt. Nachahmen durchaus empfohlen.