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Umweltschutz

Für die Biotonne: C&A bringt voll kompostierbares T-Shirt auf den Markt

Credit: TheUberaball on Wikimedia Common

C&A denkt um: in den letzten Monaten hat die Modekette fiebrig an einem neuen Konzept für ein T-Shirt für Frauen gearbeitet. Das allein ist allerdings noch keine Luftsprünge wert.

Was das neue T-Shirt so einzigartig macht, ist, dass es das erste voll kompostierbare T-Shirt seiner Art ist. Damit will C&A Nachhaltigkeit und Massenmode miteinander verbinden. Ab Juni gibt es die Shirts in allen europaweiten Filialen zu kaufen.

Credit: C&As zertifiziertes Cradle-to-Cradle T-Shirt.

Wer hat nicht schon einmal von dem Modeunternehmen mit den beiden Buchstaben gehört? Nein, nicht H&M, sondern C&A. Mittlerweile ist das Familienunternehmen mit über 1.500 Filialen in ganz Europa vertreten.

Seit längerer Zeit schon hat sich C&A dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben. Letztes Jahr hat sich das Unternehmen zum Beispiel mit National Geographic zusammengetan, um eine Dokumentation über nachhaltige Baumwollproduktion in Indien zu drehen.

Mit der Doku wollte das Unternehmen darauf aufmerksam machen, dass in der Modewelt ein Umdenken stattfinden muss. Das heißt im Konkreten: weg von der Wegwerfgesellschaft, hin zur Nachhaltigkeit.

Mit dem voll kompostierbaren T-Shirt geht C&A jetzt noch einen Schritt weiter und erhebt nicht nur den Zeigefinger, sondern liefert auch Alternativen.

Im Rahmen der globalen Fashion for Good Initiative will der Modehändler die Modebranche kräftig wachrütteln. Ihr neues Cradle-to-Cradle T-Shirt ist bereits „fürs Recyceln designt“, heißt es auf den Seiten von C&A. Cradle-to-Cradle oder ‘C2C’ bedeutet, dass Produkte nach ihrer Nutzungsdauer nicht einfach auf dem Müll landen sollen, sondern wieder in den natürlichen Stoffkreislauf zurückgeführt werden. Produkte, die solchen Standards entsprechen, dürfen sich mit einem besonderen Siegel auszeichnen. Die neuen T-Shirts von C&A tragen natürlich dieses Öko-Siegel und haben sogar Goldstandard erreicht.

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„Als Industrie haben wir die Möglichkeit, uns weg von einem Wegwerfmodell und hin zu einem Kreislaufmodell zu bewegen“, heißt es in der Pressemitteilung von C&A. Und mit dem T-Shirt will das Modeunternehmen nun vorlegen.

Die Shirts - und auch ihre Nähte - sind aus 100 Prozent Biobaumwolle hergestellt. Außerdem wurden neue, ungiftige Chemikalien genutzt und weniger Wasser und Strom bei der Produktion verbraucht. Sie sollen sogar im eigenen Heim kompostierbar sein, sobald sie nicht mehr getragen werden. Nach nur 11 Wochen auf dem Komposthaufen sollen sie zersetzt sein und können als Kompost im Garten eingesetzt werden.

Rund 400.000 dieser Damen-Shirts in 16 verschiedenen Farben sollen ab nächster Woche in den europäischen Filialen zum Preis von 7 Euro erhältlich sein.

Das neue T-Shirt erhält allerdings nicht von allen Seiten Zuspruch. Zwar finden Umweltschützer die Überlegung interessant, beäugen das neue T-Shirt und die Initiative allerdings mit Argwohn.

Alexandra Perschau, Textilexpertin bei der Umweltschutzorganisation Greenpeace, sagt zum Beispiel: „Selbst wenn die Kleidungsstücke biologisch abbaubar sind, solange wir davon Unmengen konsumieren, ist der Umwelt damit nicht substanziell geholfen”, und meint „Kleidung wird heute immer kürzer getragen. Sie sollte auf ein langes Leben angelegt sein, nicht als schnelles Konsumprodukt.”

Eines tut das neue T-Shirt von C&A in jedem Fall: es regt zum Nachdenken an und das gleich auf mehreren Ebenen. C&A präsentiert eine nachhaltige Idee, die auch von solchen Modeketten umgesetzt werden kann, die eher für ihre Massenmode bekannt ist. Doch wenn C&A tatsächlich seinen Ruf aufpeppen und sich durch Nachhaltigkeit auszeichnen will, darf es nicht nur bei diesem einen Damen-Shirt bleiben. Dafür müsste das Modehaus seine komplette Produktion umstellen.

Der richtige Schritt ist schonmal getätigt. Hoffentlich wird darauf auch der nächste getätigt, so dass C&A zum Vorzeigemodell für viele weitere Modehäuser werden kann.