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Frauenrechte

Ende der Genitalverstümmelung, Ägypten und Nigeria denken genau so

Flickr: D'ashley Wilson

Weibliche Genitalverstümmelung. Ein Thema, dass so grausam ist, dass sich oftmals nur schwer Worte finden lassen. Was es nicht gerade einfach macht, über die Realität von Millionen Mädchen und junger Frauen zu sprechen, die Jahr für Jahr diesem Schicksal ausgeliefert sind.

Umso mehr freue mich daher, wenn ich die Aufmerksamkeit auf Entwicklungen richten kann, die sich aktiv gegen weibliche Genitalverstümmelungen einsetzen! Und eine solche Nachricht gibt es jetzt: Nigeria hat offiziell weibliche Genitalverstümmelungen (kurz: WGV) landesweit für verboten erklärt UND in Ägypten macht jetzt eine Kampagne die Runde, die sich ebenfalls das Ziel gesetzt hat, der weiblichen Genitalverstümmelung (WGV) ein endgültiges Ende zu setzen.

Ägypten hatte WGV bereits im Jahr 2008 verboten - allerdings änderte dies nicht viel daran, dass die Praktiken weiter durchgeführt wurden. Das Problem dabei liegt in dem weit verbreiteten traditionellen Glauben, dass durch eine Beschneidung die Frau bis zu ihrer Hochzeit Jungfrau bleibt und in der Ehe dem Ehemann die Treue hält. Dieser Irrglaube ist tief in der Kultur solcher Länder verankert und sorgt dafür, dass auch ein gesetzliches Verbot nicht viel ausrichten kann, solange die Gesellschaft nicht umdenkt.
Der Schritt eines offiziellen Verbots in Nigeria ist also enorm wichtig, aber jetzt kommt es darauf an, dass auch die Gesellschaft anfängt, umzudenken.

Das gleiche Ziel verfolgt auch die Kampagne in Ägypten. Ins Leben gerufen durch die ägyptische Regierung, hat diese sich vorgenommen, WGV in den kommenden 5 Jahren um mindestens 10-15% zu reduzieren und danach Schritt für Schritt weiter. Denn derzeit sind immer noch 90% der weiblichen Bevölkerung von WGV Praktiken betroffen, trotz des offiziellen Verbots.

So konzentriert die Kampagne sich unter anderem darauf, Ärzte und Richter stärker in das Gesetz einzubeziehen, so dass mehr und mehr Mädchen und Frauen sich bestärkt fühlen, 'nein' zu ihren Vätern und Ehemännern zu sagen, wenn diese sie zu einer Beschneidung zwingen wollen.

Darüber hinaus verbreitet die Kampagne ebenfalls eine Art Werbesport, in der ein Vater ausdrücklich 'nein' zu dem Vorhaben sagt, dass seine Tochter beschnitten werden soll. Diese wird gezielt in ländlichen Gegenden ausgestrahlt, in der die Praxis am weitesten verbreitet ist.

Ich hoffe wirklich, dass diese Kampagne erfolgreich sein wird, so dass sie als Vorbild für andere Länder wie beispielsweise Nigeria dienen kann und die Rechte von Mädchen und Frauen weltweit gestärkt werden.  

Zugegeben, es mag zwar noch ein langer Weg bis dorthin sein - aber ich finde, es sind solche Nachrichten, denen man Aufmerksamkeit schenken sollte, damit sie auch die Bedeutung bekommen, die sie verdienen. Denn wenn solche Nachrichten weltweite Anerkennung bekommen, dann bestärkt das nicht nur die Regierungen in dem Wissen, einen ebenso richtigen wie wichtigen Schritt getan zu haben, sondern motiviert hoffentlich andere Regierungen dazu, diesem Beispiel zu folgen.