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Umweltschutz

Rekordabschlachtung von Elefanten in Botswana

Warum das wichtig ist
Große Wildtiere sind von Wilderen bedroht. Die immer kleiner werdenden Populationen der Tiere sind eine Gefahr für das globale Ökosystem. Die Vereinten Nationen rufen dazu auf, wildlebende Tiere zu schützen. Auch Du kannst dabei helfen.

In Botswana entdeckten Wildhüter am Montag 87 tote Elefanten. Dabei handele es sich laut des britischen Nachrichtendienstes BBC um die größte Massentötung von Elefanten in der jüngsten Geschichte Afrikas.

Wilderer zertrümmerten den Elefanten den Schädel, um ihnen die kostbaren Stoßzähne aus Elfenbein zu entfernen. Um das Verbrechen zu vertuschen, wurden die zurückgelassenen Leichen teilweise unter Büschen versteckt.

Diese Massentötung war besonders erschütternd, weil Botswana eigentlich für seinen vehementen Tierschutz bekannt ist, berichtet die gemeinnützige Umweltschutzorganisation Elephants Without Borders, deren Mitarbeiter die Elefanten während einer routinemäßigen Sichtung in der Gegend entdeckten.

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“Es herrscht sofortiger Handlungsbedarf der botswanischen Regierung”, sagte Mike Chase, Vorsitzender und Gründer von Elephants Without Borders der BBC. “Botswana war schon immer der Vorreiter in Sachen Naturschutz in Afrika und, wenn das so bleiben soll, bedarf es einer starken politischen Entschlossenheit. Unser neuer Präsident muss das Erbe Botswanas bewahren und das Problem schnell angehen. Tourismus ist essentiell für unsere Wirtschaft, viele Jobs, und unser internationales Ansehen. Das alles setzen wir aufs Spiel, wenn wir nicht mehr als sichere Festung für Elefanten gelten.”

In Botswana leben über 130.000 Elefanten – mehr als als in jedem anderen afrikanischen Land. Dadurch ist Botswana für Wilderer besonders interessant.

In der Vergangenheit hatten Einheiten ausgebildeter und bewaffneter Wildhüter das Problem weitestgehend im Griff. Auch, weil Wilderer davon ausgehen mussten, im Ernstfall erschossen zu werden. Eine Praxis, die von Menschenrechtsaktivisten stark kritisiert wird.

Das geschützte Gebiet für die Elefanten lockte sogar Tiere aus umliegenden Ländern nach Botswana, erzählt Chase der BBC.

Mokgweetsi Masisi, seit Mai Präsident des Landes, ließ die Wildhüter allerdings entwaffnen, was von Tierschützern und Wildtier-Organisationen kritisiert wird.

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“Wir wurden vor einem bevorstehenden Wilderei Problem gewarnt und wir dachten, wir wären vorbereitet”, sagte Chase der BBC. “Ab jetzt sind Gewehre auf Botswana gerichtet. Wir haben die größte Elefantenpopulation der Welt und die Jagdsaison für Wilderer ist eröffnet.”

Das Abschlachten der Elefanten verdeutlicht auf grausame Weise, dass Tiere in Afrika weiterhin durch Wilderer in Gefahr sind. Pro Jahr werden bis zu 35.000 Elefanten getötet und die Zahl der Elefanten in Afrika nahm zwischen 2007 und 2014 um 30 Prozent ab.

Die hohe Nachfrage nach Luxusgütern aus Elfenbein und Elfenbeinpulver erklärt die Gier der Wilderer. Große Absatzmärkte dieser Produkte, wie beispielsweise Großbritannien, die USA und China, haben deshalb den Verkauf von Elfenbei in den letzten Jahren entweder eingeschränkt oder ganz verboten. Doch die Nachfrage auf dem Schwarzmarkthandel ist groß und führt dazu, dass Elefanten vergiftet, erschossen und abgeschlachtet werden.