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Umweltschutz

Indien: Dorf setzt Elefantenkuh und Kalb in Brand, entfacht landesweite Debatte

By Rina Chandran

MUMBAI, 10. November (Thomson Reuters Foundation) - Ein Foto von einer Elefantenkuh und ihrem Kalb, die vor einem wütenden Mob fliehen, der die Tiere mit Brandbomben bewirft, hat in Indien eine landesweite Debatte über den wachsenden Konflikt zwischen Mensch und Tier ausgelöst. Der Lebensraum wilder Tiere gerät immer mehr unter Druck, da der Mensch immer weiter und aggressiver das Land für sich beansprucht.

Das Foto entstand im Bankura Distrikt im östlichen Bundesstaat in West Bengal. Der Fotograf Biplab Hazra gewann für die Aufnahme eine Auszeichnung als ‘Wildtierfotograf des Jahres’.  Der Preis wird von der indischen Naturschutzorganisationen ‚Sanctuary Nature Foundation‘ vergeben.

Unter dem Titel 'Die Hölle ist hier' vermittelt das Bild „die heutige Realität, in der Tiere, die wir einst als Götter anbeteten, jetzt mit Brandbomben von uns beworfen werden", sagt Nayan Khanolkar, ebenfalls Wildlife-Fotograf und einer der Juroren der Preisverleihung.

„Unsere Felder und unsere Minen dringen in die Lebensräume der Tieren ein. Es ist die Nachfrage nach Land, die den Konflikt auslöst; aber wo sonst werden wir Land finden?"

Elefanten in Indien (etwa 30.000 in freier Wildbahn) sind eine vom Aussterben bedrohte Art. Während sie als kulturelle und religiöse Symbole verehrt werden, werden sie zugleich gejagt, sobald sie sich menschlichen Siedlungen nähern, Getreide und Häuser beschädigen und Menschen niedertrampeln.

Die indische Forstabteilung schätzt, dass mehr als 300 Menschen jedes Jahr von Elefanten getötet werden.

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Land, welches für Wildtiere wie Tiger, Elefanten und Nashörner reserviert ist, wird auch von Stammesbewohnern bewohnt. In jüngster Zeit wurden hunderte von Ihnen in gewalttätigen Auseinandersetzungen vertrieben, da sich der Staat weigert, indigene Völker und Waldbewohnern Rechte zu gewähren.

Eine Social-Media-Kampagne unter dem Namen #GiantRefugees machte Anfang des Jahres auf den Konflikt zwischen Elefanten und Menschen in Ostindien aufmerksam.

Hazra, Tierliebhaber und Betreiber eines Ziegelbrennofens, hofft, dass das Bild die Menschen dazu veranlassen wird, mehr und sorgfältiger über das Thema und die Situation nachzudenken.

„Die Elefanten werden dazu gezwungen, ihren Lebensraum aufzugeben, weil wir Menschen mehr Land wollen", gibt er gegenüber der Thomson Reuters Foundation zu. „Aber wie können Menschen daneben stehen und einfach nichts tun, wenn ihre Häuser und ihre Ernte [von diesen Tieren] zerstört werden?"

(Berichterstattung von Rina Chandran @ rinachandran, Redigiert von Belinda Goldsmith, Übersetzt aus dem Englischen von Global Citizen. Bei Verbreitung bitte die Thomson Reuters Foundation als Quelle angeben. Die Thomas Reuters Stiftung liefert Nachrichten zu den Themen Humanitäre Hilfe, Frauenrechte, Menschenhandel, Klimawandel und viele mehr. Mehr unter news.trust.org)