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Citizenship

Jep. Dieser weiße Mann ist zur 'Person des Jahres 2016' gewählt worden

Nadav Kander for Time Magazine via AP

Einmal im Jahr kürt das amerikanische 'Times Magazine' ihre 'Person des Jahres' - eine Auszeichnung für einen Menschen, aber auch für eine Gruppe, Idee oder ein Objekt, das die Welt im jeweiligen Jahr maßgeblich verändert bzw. bewegt hat  - zum 'Guten' oder zum 'Schlechten'.

Dieses Jahr hat die Redaktion beschlossen, den Titel an den zukünftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zu vergebenen: Donald John Trump.

In der Begründung für die Wahl heißt es unter anderem, dass Trump 'das Spiel der Politik neu aufgemischt hat'.

Hier sind fünf lesenswerte Fakten über die seit 1927 stattfindende Wahl zur 'Person of the Year':

1. Trump bekommt zwar den Titel, aber die 'populäre' Wahl hat er nicht gewonnen 

Die offizielle Wahl zur 'Person of the Year' trifft letztendlich die Redaktion des Times Magazins. Parallel dazu gibt es aber auch eine Online Umfrage, an der die Öffentlichkeit teilnehmen kann. Und da ist es (vielleicht) weniger überraschend, dass Trump nicht an der Spitze stand. Bei der von der Öffentlichkeit gewählten Person des Jahres fiel die Entscheidung nämlich auf den indischen Premierminister Narendra Modi.

Wie in der amerikanischen 'Washington Post' allerdings nachzulesen war, wurde „seit 1976 jeder zukünftige Präsident der Vereinigten Staaten zur 'Person of the Year' gewählt. Mit einer Ausnahme: Gerald Ford.”

2. Die meisten Auszeichnungen gingen an...richtig. Weiße Männer. 

Die überragende Mehrheit der von der Times gewählten 'Person' des Jahres sind - Überraschung - weiße Männer.  In den 89 Jahren, in denen die Wahl bereits läuft, wurden erst fünf Frauen zur Person des Jahres gewählt. Daneben gab es 15 Gruppen bzw. Ideen und 11 'Nicht-weiße' Männer. 

3. 'Person des Jahres' kann sich auf etwas 'gutes' aber auch etwas 'schlechtes' beziehen

Das Auswahlkriterium zur Person des Jahres bezieht sich ausschließlich darauf, dass diese Person einen besonders großen Einfluss auf die Welt hatte - egal ob der gut oder schlecht war, so Times Editor Nancy Gibbs.

Es ist also kein Beliebtheits-Wettbewerb. Daher finden sich in der Liste auch Franklin Delano Roosevelt, Adolf Hitler oder aber Joseph Stalin.

Andere Personen, die die Auszeichnung erhielten sind unter anderem Mahatma Gandhi (1930), Königin Elizabeth II (1952) und Martin Luther King, Jr. (1962).

Noch-Präsident Barack Obama hat die Auszeichnung gleich zweimal erhalten, einmal in 2008 und nach seiner Wiederwahl im Jahr 2012. 

4. Es kann ruhig öfter gesagt werden: Frauen sind in der Liste stark unterrepräsentiert

Gerade mal knappe 5% der Listenplätze werden von Frauen besetzt. Kein Wunder, hieß die Auszeichnung bis 1999 sogar noch 'Man of the Year' (Mann des Jahres), bevor der Titel zur 'Person des Jahres' umgetauft wurde. 

Dem Titel zum Trotz wurde die erste Frau trotzdem bereits im Jahr 1936 ausgezeichnet. Wallis Simpson erlangte den Titel, da sie eine Beziehung mit König Edward VIII hatte, die dazu führte, dass er auf auf den Thron verzichtete, um Wallis heiraten zu können.

1975 wurde die 'Amerikanische Frauenbewegung' ausgezeichnet und auf dem Cover des Magazins fand sich eine Gruppe von bekannten Feministinnen wieder: Susan Brownmiller, Kathleen Byerly, Alison Cheek, Jill Conway, Betty Ford, Ella Grasso, Carla Hills, Barbara Jordan, Billie Jean King, Carol Sutton, Susie Sharp und Addie Wyatt.

time-poy-merkel.jpgImage: Time Magazine via AP

Vergangenes Jahr wurde niemand geringeres als die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel als 'Person des Jahres' ausgezeichnet (die erste Frau seit 1986) und ist damit bisher die fünfte und letzte Frau. 

5. 'Person des Jahres' muss nicht zwingend eine Person sein, es können auch Gruppen, eine Idee oder ein Objekt gewählt werden

Vor 10 Jahren zum Beispiel wählte das Magazin 'Dich' zur Person des Jahres (ja, jeder einzelne Mensch auf diesem Planeten). Eine Entscheidung, die nicht von wenigen mit Spott aufgenommen wurde. 

Andere Gruppen und Bewegungen, die die Auszeichnung erhalten haben sind unter anderem: die weltweiten Ebola-Gesundheitshelfer (2004), unser gefährdeter Planet (1988) oder aber der Computer (1982) - Entscheidungen, die beweisen, dass auch soziale Trends die Welt maßgeblich bewegen können.