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Den härtesten Job der Welt? Den hat Dr. Master, Tuberkulose-Arzt aus Afrika

Was sind die härtesten Jobs der Welt? Wenn man eine Liste erstellen würde, würde die Leitung einer Klinik für Tuberkulose (TB) wahrscheinlich nicht darauf zu finden sein. Sollte sie aber.

Warum, erklärt Dr. Iqbal Master. Als Leiter einer der betriebsamsten südafrikanischen TB-Kliniken, des King Dinuzulu Hospitals in Durban, kämpft er inmitten einer weltweiten Gesundheitskrise seit 25 Jahren an vorderster Front. In den letzten Jahren stieg die Anzahl der mit TB und gleichzeitig mit HIV infizierten Patienten an, ebenso die Zahl der Fälle mit multiresistenter Tuberkulose (MDR-TB). Dr. Master und sein Team verzeichnen mittlerweile ca. 1.800 Fälle mit MDR-TB pro Monat.

TB ist hochansteckend – eine unbehandelte Person kann pro Jahr 10 bis 15 Menschen anstecken – und ist mittlerweile die tödlichste Infektionskrankheit der Welt, vor HIV, Hepatitis und der Grippe. Über 10 Millionen Patienten stecken sich jährlich an, knapp 2 Millionen sterben daran.

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TB allein ist schon übel, aber noch gar nichts gegen MDR-TB. Patienten, bei denen MDR-TB diagnostiziert wird, müssen sich einer schlimmen Wahrheit stellen: Bestimmte Antibiotika schlagen nicht an. Viele Patienten werden von ihrem Umfeld stigmatisiert und können den Behandlungsplan nicht einhalten.

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Die Genesung von TB-Patienten erfordert ein Übermaß an Geduld, Einfallsreichtum und Mitgefühl. „Diese Krankheit schlägt gnadenlos zu. Ob Kinder, Menschen in der Blüte ihres Lebens, Reiche oder Arme: Sie kann jeden erwischen und zerstört alles, was ein normales Leben ausmacht“, erklärt Dr. Master. „Wir kommen unseren Patienten während der langen Behandlung sehr nahe und merken oft, wie sich Verzweiflung breit macht. Unsere Aufgabe beschränkt sich nicht auf die Verteilung von Medikamenten; vielmehr müssen wir den Menschen in ihren dunkelsten Stunden neue Hoffnung geben.“

Neue Forschungsergebnisse unterstreichen, wie dringend Programme zur Eindämmung und Behandlung von TB gefördert werden müssen. Die US-amerikanische Behörde 'Centers for Disease Control and Prevention' (Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention) geht davon aus, dass MDR-TB-Fälle in den nächsten 20 Jahren drastisch zunehmen werden, insbesondere in Russland, Indien, den Philippinen und Südafrika. Diese besorgniserregende Entwicklung sollte uns als Ermahnung dienen, bestehende Maßnahmen besser zu handhaben und Innovationen schneller voranzutreiben, um der Resistenz gegen derzeitige Antibiotika immer mehrere Schritte voraus zu sein.

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Dr. Master weiß, was auf dem Spiel steht, und ist ein ausgesprochener Verfechter neuer Behandlungsansätze im Kampf gegen MDR-TB, beispielsweise Bedaquilin. „Vor einigen Jahren waren unsere Behandlungsmöglichkeiten sehr begrenzt, und die Patienten wussten, dass ihre Überlebenschancen gering waren“, führt er aus. „Im Zuge einiger Neuerungen haben wir nun zumindest eine Chance im Kampf gegen die Krankheit. Dafür ist es jedoch unerlässlich, dass mehr Patienten Zugang zu diesen Behandlungsmöglichkeiten erhalten, und zwar in Kliniken mit einem verantwortlichen Umgang mit den entsprechenden Maßnahmen. Die jüngsten Innovationen sind nun unsere letzte Verteidigungslinie gegen arzneimittelresistente TB.“

Die Länder beginnen mit dem Ausbau des Kliniknetzes und schulen Mitarbeiter im Gesundheitswesen im Umgang mit Bedaquilin. Außerdem gibt es Programme, die dafür Sorge tragen, dass bedürftige Patienten das Medikament zu einem erschwinglichen Preis bzw. ggf. kostenlos erhalten.

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Das macht die Arbeit für Dr. Master und all die anderen Beschäftigten im Gesundheitswesen auf der ganzen Welt zwar nicht einfacher, setzt aber ein positives Signal, dass sich im Kampf gegen diese uralte Krankheit etwas tut. „Wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben, dass TB eines Tages endlich besiegt wird. Man kann nur etwas erreichen, wenn man versucht, das Unmögliche möglich zu machen. Und manchmal gelingt es sogar.“

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