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Bringt Disney hier das erste animierte LGBT Pärchen auf die Leinwand?

Was tut sich da im Hause Disney? Kommt da etwa ein politisches Statement des Zeichentrickfilm- und Animationsgiganten aus den USA? Es hat zumindest den Anschein, wenn man sich den neuen Trailer für „Findet Dory”, die Fortsetzung des Animationsklassikers „Findet Nemo” anschaut. Denn endlich scheint ein homosexuelles Pärchen Einzug in die Welt des Unterhaltungsfilms für Kinder und Jugendliche gefunden zu haben! (Okay, sind wir ehrlich...die meisten Filme werden auch von Erwachsenen gern geschaut).

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Ein Trailer für den Film hat für Aufsehen gesorgt, weil es ein lesbisches Pärchen zu zeigen scheint. Nein, leider keine Fische, sondern Menschen.
Die Sequenz, über die momentan auf der ganzen Welt gesprochen wird, ist gerade einmal 3 Sekunden lang. Sie zeigt zwei in einem Park spazierende Frauen, die sich zu einem Kinderwagen beugen und erschrecken, als sie statt einem Baby einen Tintenfisch in die Augen schauen. Natürlich kann viel in den Trailer hineinintreptiert werden. Sind es nur zwei Freundinnen oder handelt es sich tatsächlich um ein lesbisches Pärchen? Ist das Kind im Kinderwagen ein fremdes Kind oder ihr eigenes? Und wo kommt der Tintenfisch her?

Die Schauspielerin, Moderatorin und Komikerin Ellen DeGeneres, eine der herausragensten weiblichen Gallionsfiguren der amerikanischen Homosexuellenbewegung, verleiht Dory im englischen Original ihre Stimme. Hatte sie vielleicht hier ihre Finger im Spiel? Wer weiß. Wirklich Aufschluss wird den Fans der kleinen bunten Fische aus dem Pazifik wohl erst der Film liefern können, wenn dieser im Sommer in die Kinos kommt.

Nichtsdestotrotz ist die Diskussion über die Rolle von Homosexualität - als auch die Rolle der Frau - in Disneyfilmen längst überfällig.

So hat eine Untersuchung der Internetseite Polygraph jetzt ergeben, dass die weiblichen Charaktere (die häufig auch die Hauptrolle spielen) in 23 von 31 untersuchten Filmen trotzallemweniger zu Wort kommen als ihre männlichen Kollegen. In gerade einmal 4 Filmen ist die Sprechzeit der weiblichen Disney-Heldinnen höher als die der männlichen.

Disney Screenplay Dialogue.jpgSprechzeit der Disneycharaktere by Polygraph

Zeit, dass sich was ändert! Finden vor allem die Fans von Disney und rufen deshalb im Internet zu verschiedenen Aktionen auf, um die Darstellung von Frauen als auch Homosexualität in den Filmen endlich zu ändern.

Eine der schönsten und mitreißensten Aktionen ist die der 17jährigen Amerikanerin Alexis Isabel, die Ende April Disney darum bat, Elsa - der Eiskönigin aus dem gleichnamigen Animationsfilm - in der Fortsetzung statt eines Prinzen eine Prinzessin an die Seite zu stellen. Denn Elsa fand im ersten Teil - anders als ihre Schwester Anna - nicht die große Liebe, sondern hatte erst einmal mit ihrer eigenen Identität zu kämpfen. Jetzt wo Elsa ihre wahre Identität gefunden hat, sind alle Wege für den zweiten Teil offen!

Der Hashtag #GiveElsaAGirlfriend hat viel Anklang bei den Fans auf Twitter gefunden. Schnell verbreitete sich die Nachricht bis zur Sängerin und Schauspielerin Idina Menzel, die Elsa im Original ihre Stimme verlieh. Und was geschah? Auch sie unterstützt die Idee der 17jährigen und hätte nichts dagegen, wenn ihre Figur im nächsten Teil statt eines Prinzen eine Prinzessin kennenlernen würde.

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Doch auf den zweiten Teil müssen Fans sogar noch länger warten als auf „Findet Dory”. Elsa wird erst wieder 2018 auf der Leinwand zu sehen sein.

Der Fantasie der Disney Fans sollte das aber keine Grenzen setzen! Wie wäre es mit einer Fortsetzung von Schneewitchen, in der enthüllt wird, dass sich zwei homosexuelle Pärchen unter den Zwergen befinden? Sind Sulley und Mike aus der Monster AG wirklich nur Arbeitskollegen oder steckt mehr dahinter? Und Nemo könnte doch irgendwann auch einen männlichen Partner an seiner Seite gebrauchen. Der Ozean ist doch groß genug! (*zwinker*)

Die LGBT Gemeinde hofft, dass bei Disney und allen anderen Animationsstudios tatsächlich ein Umdenken stattgefunden hat und homosexuelle Pärchen nun endlich Einzug in Filme erhalten. Denn die Darstellung von lesbischen, schwulen, bisexuellen oder transgender Pärchen würde Jugendlichen, die selbst auf der Suche nach ihrer sexuellen Identität sind, zeigen, dass sie nicht allein sind und auch Helden aus Animationsfilmen mit Figuren des gleichen Geschlechts zusammen sein können.