Global Citizen ist eine Gemeinschaft, die aus engagierten Menschen wie dir besteht.

People who want to learn about and take action on the world’s biggest challenges. Extreme poverty ends with you.

A Tongji University library in Shanghai.
Courtesy of Matthias Ripp, Flickr
Gesundheit

Chinesische Unis verkaufen HIV-Tests an Automaten

Chips und Erfrischungsgetränke, M&M’s und Schokoriegel: Das alles gibt es schon seit langem an Automaten zu kaufen. An Universitäten in Shanghai sind nun auch HIV-Tests im Sortiment. 

Drei Unis haben diese Tests im Rahmen eines Pilotprogramms zur Früherkennung der sexuell übertragbaren Krankheit in Automaten zur Verfügung gestellt. 

An der Shanghai Lixin Universität für Rechnungswesen und Finanzen, der Tongji Universität und der Shanghai Universität werden die Kits für nur 4,80 Dollar pro Stück verkauft. Laut SHINE, einer englischsprachigen Nachrichtensendung in Shanghai, kosten die Tests in China sonst fast 50 Euro. 

Mehr Lesen: Kenias Sexarbeiter führen den Kampf gegen HIV im Land an

Das Programm wurde ins Leben gerufen, um die steigenden HIV-Raten in der chinesischen Studentenschaft zu bekämpfen.

Zhongdan Chen, ein Beamter des chinesischen Büros der Weltgesundheitsorganisation, sagte gegenüber ABC News Australien, dass sich die HIV-Diagnosen unter den 15- bis 19-Jährigen in China zwischen 2008 und 2017 fast verdreifacht hätten. 

Er sagte auch, dass in China 2017 rund 758.000 Menschen gemeldet wurden, die mit HIV leben – doch schätzungsweise 30 Prozent von ihnen wussten nicht, dass sie HIV-positiv sind. 

Die Diskretion ist der entscheidende Vorteil der günstigen HIV-Tests, die man am Automaten kaufen kann. 

„Viele der Studenten wollen aus Angst vor Diskriminierung keine traditionellen Tests in Institutionen wie Krankenhäusern und Kliniken machen", sagte Zhongdan von der WHO.

Am Automaten müssen die Studenten nur den Test kaufen und ihre Urinprobe in die Rückgabe-Box werfen. In drei bis fünf Werktagen können sie ihre Ergebnisse online mit der Seriennummer ihres Tests überprüfen.

„Während des gesamten Prozesses müssen die Getesteten nicht ins Krankenhaus gehen oder ihre privaten Informationen angeben“, sagte Yang Sashuang, ein Arzt der Shanghai Lixin University, gegenüber SHINE.

Allerdings wies Yang darauf hin, dass die Tests nicht zu 100 Prozent genau sind und zu falsch positiven Ergebnissen führen können. 

Deshalb sollten die Menschen, die positive Ergebnisse erhalten, sofort einen Arzt aufzusuchen, um durch einen Bluttest Gewissheit zu erhalten. 

Weltweit leben insgesamt 36,7 Millionen Menschen mit dem HI-Virus (Stand 2016), inklusive der 1,8 Millionen Neuinfizierten in dem Jahr. 

Global Citizen setzt sich mit Kampagnen für die Gesundheitsversorgung und das Wohlergehen aller Menschen ein. Du kannst hier aktiv werden.