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Frauenrechte

Kinderehen sind in Afghanistan um 10% gesunken

Warum das wichtig ist
Armut und mangelnde Bildung sind die Hauptgründe für Kinderehen – eine Praxis, die Mädchen ihr Recht auf Kindheit, Freiheit und die Chance, auf ein selbstbestimmtes Leben nehmen. Hier kannst du aktiv werden und dich dafür einsetzen, Kinderehen zu beenden.

Die Rate der Kinderehen in Afghanistan sank in den letzten zehn Jahren um 10 Prozent, berichtet UNICEF in einer im Juli veröffentlichten Studie.

Doch auch wenn die Anzahl der Kinderehen etwas zurückgegangen ist, braucht das Thema weiterhin Aufmerksamkeit und politische Unterstützung, so das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen weiter. 

Denn die Praktik ist kulturell tief verwurzelt und bleibt somit politisch eine große Herausforderung, berichtete die Zeitung New Indian Express.

„Die Kinderheirat ist in Afghanistan leicht rückläufig und wir begrüßen das starke Engagement der Regierung für Kinderrechte und ihre Bemühungen, diese Praxis zu reduzieren", sagte Adele Khodr, Sprecherin von UNICEF in Afghanistan, in einer Erklärung.

„Dennoch müssen die verschiedenen Akteure in der Gesellschaft weitere gemeinsame Maßnahmen ergreifen, um diese Praxis zu beenden und das Ziel zu erreichen, die Kinderehe bis 2030 zu beenden."

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Eltern davon zu überzeugen, ihre Töchter in die Schule zu schicken, sei der Schlüssel zu diesem Fortschritt gewesen, heißt es in dem Bericht. Außerdem wurde festgestellt, dass in 78 Prozent der Fälle der Vater der Familie die Entscheidung über die Ehe der Tochter trifft.

„Die Beendigung der Kinderheirat wird den intergenerationalen Zyklus der Armut durchbrechen und Mädchen und Frauen die Möglichkeit geben, sich voll und ganz in ihrer Gesellschaft zu entfalten und sich einzubringen", erklärte Khodr.

Mithilfe verschiedener Forschungsansätze wurden in fünf Provinzen Afghanistans Daten und Informationen gesammelt, berichtet Relief Web, ein Online-Informationsportal der Vereinten Nationen. Darunter wurden Haushaltsumfragen, Fallstudien und Interviews sowohl in (Groß-)Städten als auch in ländlichen Regionen durchgeführt.

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Das Gesetz behandele Jungen und Mädchen in Afghanistan unterschiedlich, so Relief Web weiter. So dürfen Mädchen bereits mit 16, Jungen hingegen erst mit 18 Jahren heiraten. 

Allerdings ist es auch unter Jungen nicht ungewöhnlich, früh zu heiraten. Nachforschungen legten nahe, dass vor allem die wirtschaftliche Situation dabei eine wichtige Rolle spielt. Auch wenn Männer, die bereits jung heiraten, oft nicht in der Lage sind, für ihre Frau und Familie zu sorgen.

Gleichzeitig trägt die strikte Einhaltung der Geschlechterrollen dazu bei, dass junge afghanische Mädchen eine abwertende Stellung innerhalb der Gesellschaft einnehmen, was wiederum ihre wirtschaftlichen und beruflichen Potenziale begrenzt, so der Bericht.

Die Studie empfahl deshalb, nicht nur „weitreichende Lösungen zu finden, die an Politik, Recht, wirtschaftliche Herausforderungen, soziale und kulturelle Normen der Geschlechterungleichheit” adressiert sind, sondern auch, dass „mit Mädchen und Jungen, Eltern und Kindern, Sozialarbeitern und Schlüsselfiguren” vor Ort zusammengearbeitet wird. Das sei entscheidend, um den Kontext und die komplexen Strukturen, die in Afghanistan zu Kinderehen führen, besser zu verstehen und transformieren zu können.