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Cavanaugh Bell via Cool & Dope
Gesundheit

Der 7-jährige Cavanaugh Bell versorgt Indigene Gemeinden mit einer LKW-Ladung an COVID-19-Hilfsgütern

Warum das wichtig ist
Indigene Gemeinden sind besonders stark von der COVID-19-Pandemie betroffen. Ein Grund dafür ist ihre verbreitete systemische Benachteiligung und Gefährdung weltweit. Die Vereinten Nationen (UN) fordern Regierungen dazu auf, die Rechte Indigener Gemeinden zu schützen. Mach dich hier mit uns dafür stark, dass alle Menschen ein gesundes Leben führen können.

Als Cavanaugh Bell vor zwei Jahren mit seiner Mutter auf einem Roadtrip zum Mount Rushmore im US-amerikanischen Bundesstaat South Dakota unterwegs war, kamen sie am Pine Ridge Reservation vorbei. Das Reservat beheimatet unterschiedliche Indigene Stämme, der Großteil wird von dem Oglala-Lakota-Volk bewohnt.

Das fand auch Cavanaugh heraus, als er seine Mutter nach den Ureinwohner*innen fragte. Sie erklärte ihm, dass viele von ihnen in Armut lebten und es ihnen an der grundlegendsten Versorgung mangele. In diesem Moment wusste Cavanaugh, dass er helfen möchte.

Der heute 7-jährige Cavanaugh hat sein Vorhaben in die Tat umgesetzt – und kurzerhand eine ganze LKW-Ladung mit Hilfsmitteln zu den Indigenen Gemeinden gebracht, um sie während der Pandemie zu unterstützen. Zudem hat Cavanaugh eine Crowdfunding Kampagne gestartet, um Geld für die Bewohner*innen des Reservats zu sammeln. Bisher sind 1.075 US-Dollar von dem erklärten Spendenziel von 6.500 US-Dollar zusammengekommen.

“Durch die Vorräte in meiner Gemeinde und den tollen Menschen, die diese gespendet haben, wusste ich, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um Pine Ridge zu helfen. Vor allem, weil sie gerade gegen die Ausbreitung von COVID-19 im Reservat kämpfen”, so Cavanaugh gegenüber Global Citizen.

Screen Shot 2020-07-16 at 2.05.13 PM.pngCavanaugh Bell beim Befüllen des LKWs, Bild: Cool & Dope

Der riesige Anhänger, den Cavanaughs Eltern den ganzen Weg von Maryland nach South Dakota brachten, war randvoll gefüllt mit Reinigungsmitteln, haltbaren Lebensmitteln, sowie gespendeter Kleidung und Schuhen. Diese banalen Gegenstände können für eine Gemeinde, die kaum Zugang zu Geschäften des täglichen Bedarfs hat, bereits eine große Hilfe darstellen.

Mit Ausbruch der COVID-19-Pandemie trat die systemische Benachteiligung Indigener Gemeinden in den USA und rund um die Welt besonders deutlich zu Tage. Die Infektionszahlen zeigen, dass Indigene Völker überproportional von dem Virus betroffen sind und liefern damit den erneuten Beweis für ihre mangelhafte Versorgung.

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Der Stamm der Oglala Sioux hat in den vergangenen Wochen mehrere Ausgangssperren verhängt, um das Virus einzudämmen. Bisher haben sich etwa 100 Menschen der insgesamt 25.000 Ureinwohner*innen mit COVID-19 infiziert.

Die wenigen medizinischen Einrichtungen des Reservats sind unterbesetzt und schlecht ausgestattet. Das größte Krankenhaus ist zudem von Schimmel befallen, wie die Nachrichtenplattform Argus Leader meldete. Der gesundheitsgefährdende Schimmel hat sich in der gesamten Gemeinde ausgebreitet. Etwa 60 Prozent aller Häuser sind betroffen – was zu einer chronischen Gesundheitskrise führte.

Die strukturelle Vernachlässigung der Ureinwohner*innen reicht jedoch noch tiefer.

“Viele dieser Haushalte, genauer 33 Prozent, haben weder fließend Wasser noch Strom”, schrieb Cavanaugh in einer E-Mail an Global Citizen. “Zudem gibt es nur einen Laden, in den die Menschen gehen können, und der ist sehr weit entfernt für alle jene, die kein Auto haben.”

Screen Shot 2020-07-16 at 2.04.34 PM.pngCavanaugh Bell beim Ausliefern der gespendeten Hilfsgüter, Bild: Cool & Dope

Neben der Unterstützung Indigener Gemeinden kämpft Cavanaugh noch auf andere Weise gegen die Ausgrenzung von Menschen.

Der junge Aktivist startete seine gemeinnützige Initiative, nachdem er selbst in der Schule gemobbt wurde. 2019 halfen ihm seine Eltern bei der Gründung des Vereins Cool & Dope, um auf das Problem von Mobbing aufmerksam zu machen und neue Gesetze dagegen zu auf den Weg zu bringen.

Seitdem hat sich Cavanaugh das ambitionierte Ziel gesetzt, Mobbing bis 2030 weltweit zu beenden. Dafür traf er sich bereits mit Gesetzgeber*innen in Maryland und konnte einige lokale Erfolge verbuchen. Dank Cavanaughs Engagement wurde etwa in Montgomery County der Oktober zum Monat des Bewusstsein für Mobbing-Prävention ernannt.

Cool & Dope hilft auch anderen Kindern, den oder die Aktivist*in in sich zu wecken und schafft eine Plattform für gemeinsame Projekte, um über Mobbing aufzuklären.

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"Ich bin davon überzeugt, dass Menschen etwas bewirken können, unabhängig von ihrem Alter", so Cavanaugh. "Ich bin mir sicher, dass wir alles erreichen können, wenn Kinder beteiligt sind. Ich sage anderen Kindern immer, nach Dingen zu suchen, die die Welt zu einem besseren Ort machen, und sich dieser Dinge anzunehmen.”