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Wasser & Hygiene

13-jährige Ureinwohnerin Nordamerikas für Internationalen Friedenspreis nominiert

Twitter/@PerryBellegarde‏

Autumn Peltier war erst 13 Jahre alt, als sie schon einiges auf die Beine gestellt hat: 2016 traf sie Kanadas Premierminister Justin Trudeau. Kurz danach rief sie eine Demonstration für sauberes Trinkwasser ins Leben und marschierte dafür auf einer Autobahn.

Bereits als 8-Jährige hielt sie eine Rede zum Thema Wasserschutz und machte deutlich, dass Zugang zu sauberem Trinkwasser ein Menschenrecht sein sollte. Autumn kommt aus Wikwemikong im Südosten Kanadas und gehört zum Stamm der Anishinabe, dem heute größten Indianervolk Nordamerikas.

Aktivismus liegt bei Autumn gewissermaßen in der Familie: Auch ihre Tante Josephine Mandamin erhielt im Jahr 2016 den "Ontario Heritage Award" für herausragende Naturschutzleistungen. "Meine Tante inspirierte mich dazu, das zu machen, was ich heute mache.“

Mit nur 13 Jahren war Autumn Peltier eine von 151 Nominierten des Internationalen Friedenspreises für Kinder.

Seit 2005 wird der Preis an junge Menschen verliehen, die daran arbeiten, das Leben von Kindern auf der ganzen Welt zu verbessern. Im Jahr 2013 gewann niemand geringeres als Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai den Preis.

Auch international wurde Autumns Einsatz bereits gelobt. Im Jahr 2015 wurde sie zur Kinder-Klimakonferenz in Schweden eingeladen. Zu der Konferenz kamen Kinder aus 32 Ländern zusammen, um ihre Forderungen an die politischen Führer der Welt zu richten. Ihr Empfehlungspapier wurde dann an die UN-Klimakonferenz in Paris übergeben.

"Ich teile gern mit, dass Wasser wirklich heilig ist. Wasser ist Leben. Mutter Erde braucht uns nicht, wir brauchen sie", sagte Autumn zu CBC.

Autumn wurde 2016 gebeten, Justin Trudeau bei der Jahreshauptversammlung der First Nations (so nennen sich die indigenen Völker Kanadas) vorzustellen. Sie hatte eine Rede für ihn vorbereitet, bekam aber nur einen Augenblick Zeit, persönlich mit ihm zu sprechen. "Ich sagte ‘Ich bin sehr unzufrieden mit den Entscheidungen, die Sie getroffen haben'", erinnert sich Peltier. "Und er sagte: ‘Ich verstehe das.' Und dann fing ich an zu weinen", sagte sie der Huffington Post Canada.

Peltier sagte, dass Trudeau antwortete und versprach, mehr Maßnahmen für sauberes Trinkwasser zu ergreifen.

Neben ihren inspirierenden Ansprachen hat Autumn in ihrer Heimat Kanada dazu aufgerufen, ein Zeichen für den Ressourcenschutz zu setzen: 2016 bat sie alle Kanadier*innen darum, eine Sunde lang die Autobahnen nicht zu benutzen, um so auf den notwendigen Wasserschutz aufmerksam zu machen. Sie selbst stand mit ihrer Mutter auf der Autobahn in der Stadt Espanola in Ontario.

"Wir sollten nicht für unser Wasser kämpfen müssen, wir sollten sauberes Trinkwasser einfach bekommen können“, sagte Autumn. "Wenn ich darüber nachdenke, wie verschmutzt unser Wasser jetzt schon ist, dann denke ich an zukünftige Generationen und meine Enkel und ihre Enkelkinder. Werden sie sauberes Trinkwasser haben?“, sagte Autumn zu CTV Montral.

In ihrer Heimat informiert Autumn vor allem junge Menschen über Wasser und Umweltschutz. In verschiedenen Gemeinden macht sie darauf aufmerksam, wie wichtig der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist.

"Wir haben nur einen Planeten bekommen. Und wir zerstören ihn", sagt sie. "Wir brauchen nicht nur in Nordamerika sauberes Trinkwasser, sondern überall auf der Welt."